PATTAYA, THAILAND – In Chon Buri ist es zu einem offenen Streit zwischen der Leitung des Ambassador City Jomtien Hotels und der örtlichen Polizei gekommen, nachdem sieben russische Jugendliche trotz mutmaßlichen unerlaubten Eindringens ohne Anklage freigelassen worden waren. Die Polizei verweist auf fehlende unmittelbare Zeugen und formale Probleme bei der Anzeige, während der Hotelbesitzer der Behörde vorwirft, trotz sichtbarer Schäden am Gebäude nicht entschlossen genug gehandelt zu haben.
Nachtlicher Vorfall im gesperrten Hoteltrakt
Die Gruppe aus drei männlichen und vier weiblichen russischen Jugendlichen war nach Angaben der Hotelverwaltung gegen 2 Uhr in die Tower Wing– und Ambassador Wing-Bereiche eingedrungen, die zu diesem Zeitpunkt vorübergehend geschlossen waren.
Sicherheitskräfte stellten zwei Personen auf Motorrädern am Eingang und fünf weitere im Inneren fest, die nicht als Hotelgäste registriert waren und nach eigener Darstellung geschäftliche Angelegenheiten im Hotel gehabt haben sollen.
Anzeigeversuch und Freilassung der Jugendlichen
Nachdem die Jugendlichen von der herbeigerufenen Polizei zur Wache gebracht worden waren, wandte sich Hotelpersonal gegen 5 Uhr erneut an die Beamten, um wegen Hausfriedensbruchs Anzeige zu erstatten, nachdem durchtrennte Seile an Türen und hinterlassene Gegenstände auf einer Verbindungsbrücke zwischen den Gebäuden entdeckt worden waren.
Die Polizei verlangte daraufhin eine schriftliche Vollmacht, und als diese nach Angaben der Beteiligten gegen 10 Uhr vorgelegt wurde, waren die sieben Jugendlichen bereits freigelassen, weil die Beamten von einem mangelnden Interesse des Hotels an einer Strafverfolgung ausgegangen sein wollen.
Eigentümerin konfrontiert Polizei in Na Chom Thian
Die 54-jährige Hoteleigentümerin Nawanet erschien daraufhin mit einem Anwalt und der Hotelmanagerin auf der Polizeiwache Na Chom Thian, um den Entscheid zur Freilassung und das Vorgehen der Beamten zu hinterfragen.
Sie äußerte nach Angaben lokaler Medien scharfe Enttäuschung darüber, dass die Russengruppe ohne vorherige Besichtigung des Tatorts freikam, obwohl an mehreren Stellen des Hotels offensichtliche Beschädigungen festgestellt worden seien und unklar blieb, ob etwas entwendet wurde.
Polizei verweist auf Formalien und Minderjährigkeit
Die Ermittler erklärten, der Fall könne zunächst nicht verfolgt werden, da der ursprüngliche Anzeigenerstatter nicht als autorisiert gegolten habe und die Jugendlichen zudem als Minderjährige geführt würden.
Auch nach Eingang der Vollmacht hielten die Beamten daran fest, dass ein sofortiges Vorgehen nicht möglich sei und beschränkten sich darauf, Personalien zu dokumentieren sowie Pässe und Motorräder der Gruppe sicherzustellen.
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Nachträgliche Ermittlungen und mögliche Folgen
Ein ermittelnder Polizeibeamter betonte, dass der Vorfall von den Einsatzkräften nicht direkt beobachtet worden sei, weshalb unmittelbar keine Anklage erhoben werden konnte und nun zunächst Beweise gesichert und Zeugen befragt würden.
Die Polizei prüft nach eigenen Angaben derzeit umfangreiches CCTV-Material, und falls sich Anhaltspunkte für strafbares Verhalten der russischen Jugendlichen ergeben sollten, sollen sie vorgeladen oder per Haftbefehl gesucht werden, um ein Strafverfahren einzuleiten.



Aha, Minderjährige, die „geschäftliche Angelegenheiten im Hotel gehabt haben sollen“.
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