Steuern, Kosten, Konkurrenz: Mehr Hilfe verlangt

Steuern, Kosten, Konkurrenz: Mehr Hilfe verlangt
Bangkok Post

BANGKOK, THAILAND – Vertreter des Handels- und Gastgewerbes haben die politischen Parteien aufgefordert, Kleinhändler und Restaurants 2026 deutlich stärker zu entlasten und Bürokratie sowie Steuern zu reformieren. Im Zentrum der Debatte stehen einfachere Genehmigungsverfahren, gezielte Steuererleichterungen und eine Begrenzung der Kostenbelastung durch Rohstoffe, Energie und Lieferplattformen.

Kritik an Investitionsfokus der Regierung

Somchai Pornrattanacharoen, Ehrenberater der Thai Wholesale and Retail Trade Association, kritisierte, dass Regierungen seit Jahren vor allem ausländische Investoren mit Anreizen lockten, während lokale Betreiber nur wenig Unterstützung erhielten.

Dadurch hätten kleine Unternehmen zunehmend Schwierigkeiten gehabt, sich gegenüber großen in- und ausländischen Ketten zu behaupten.

Forderungen des Kleinhandels an die Politik

Somchai mahnte, Parteien müssten wirtschaftliche Vorteile breiter und fairer verteilen, statt überwiegend große Betreiber mit vielen Filialen zu begünstigen und kleinere Akteure zurückzulassen.

Einmalige Bargeldzuschüsse lösten seiner Ansicht nach die strukturellen Probleme nicht, denn „wirtschaftliche Stimuluspolitik wie Cash-Handouts geht nicht an die Wurzeln der Probleme“, sagte er.

Steuerlast und Bürokratie für kleine Betreiber

Nach Angaben von Somchai bevorzugen die derzeitigen Regeln kleine Einzelhändler nicht, zumal als juristische Personen registrierte Betriebe neben der Körperschaftsteuer auch Mehrwertsteuer abführen müssen.

Viele kleine Händler stießen dabei mangels Ressourcen zur Buchhaltung und fristgerechten Steuererklärung an ihre Grenzen, weshalb Somchai klare Leitlinien und praktische Hilfe der Regierung für Buchführung und Besteuerung verlangte.

Vorschläge für Genehmigungen und günstige Flächen

Er regte ein One-Stop-Licensing-System an, das nach Geschäftstyp gegliedert ist und es kleinen Händlern ermöglicht, alle nötigen Genehmigungen an einem Ort zu erhalten, um den Verwaltungsaufwand zu senken.

Zudem sollte der Staat nach Somchais Vorschlag staatseigene Flächen zu reduzierten Mieten bereitstellen, um Betriebskosten zu drücken und den finanziellen Druck auf kleine Unternehmen zu mindern.

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Restaurants unter Kostendruck

Chanon Koetcharoen, Präsident des Restaurant Association, betonte, Konjunkturprogramme wie Co-Payment-Schemata seien wichtig, weil sie die Kaufkraft erhöhten und Gäste zu zusätzlichen Ausgaben anregten.

Gastrobetriebe könnten solche Programme nutzen, um neue Kundengruppen zu erreichen, die aufgrund der höheren Kaufkraft eher neue Angebote ausprobierten, sagte er.

Teure Zutaten, Energie und Lieferplattformen

Chanon zeigte sich zuversichtlich, dass die nächste Regierung die steigenden Kosten der Restaurants angehen werde, nachdem die Zutatenkosten von zuvor 30 auf nun rund 40 Prozent der Gesamtausgaben gestiegen seien.

Er forderte Eingriffe bei Rohstoffpreisen sowie eine Steuerung der Kosten für Wasser, Strom und Gas, einschließlich möglicher Sonderstromtarife, und rief zugleich nach einer Regulierung der rund 30-prozentigen GP-Gebühr von Lieferplattformen, da „wir mehrere hohe Kosten haben und die GP der Plattformen den Druck auf die Betriebe verstärkt“.

Programme der Bhumjaithai-Partei

Die in Umfragen führende Bhumjaithai-Partei kündigte eine zweite Phase des Co-Payment-Programms „Khon La Khrueng Plus“ an, das registrierten Einkommensteuerzahlern erweiterte Vorteile bringen soll.

Für den Tourismussektor plant die Partei, länger bleibende und ausgabefreudige Reisende anzuziehen und testet derzeit als Regierungspartei eine für 180 Tage aufgehobene Sperrzeit für Alkoholverkäufe von 14 bis 17 Uhr, die Ende Mai 2026 auslaufen soll und bei positiver Resonanz dauerhaft werden könnte, wie der stellvertretende Parteichef Siripong Angkasakulkiat erklärte.

Pläne der Pheu-Thai-Partei

Die Pheu-Thai-Partei will das Co-Payment-Programm ebenfalls neu auflegen und den staatlichen Anteil von ursprünglich 50 auf 70 Prozent anheben.

Darüber hinaus unterstützt sie den Ausbau von Kühlkettenlogistik für Agrarprodukte, um Verluste entlang der Lieferkette zu verringern, wie Parteisprecher Suksit Srichomkwan erläuterte.

Konzepte der People’s Party für KMU

Die People’s Party setzt auf eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von KMU, unter anderem mit einer Beleglotterie für Einkäufe bei kleinen Händlern, für die monatlich 1 Milliarde Baht bereitgestellt werden soll.

Zusätzlich plant die Partei ein Co-Payment-Programm mit 1.000 Baht pro Person für Ausgaben in KMU-Geschäften, eine Anhebung der Umsatzgrenze für die Mehrwertsteuer-Registrierung von 1,8 auf 3,6 Millionen Baht jährlich und einen höheren Pauschalabzug von 60 auf 90 Prozent für Einkommen bis 5,4 Millionen Baht, während alle drei großen Parteien zudem eine Regulierung der GP-Margen von Lieferplattformen ins Spiel bringen, wie Parteivertreter Woraphop Viriyaroj betonte.

💼 Stirbt der Mittelstand langsam aus?

Während Großkonzerne wachsen, kämpfen viele kleine Händler und Restaurants mit Steuern, Bürokratie und steigenden Kosten. Wirtschaftsvertreter warnen bereits vor einem Wettbewerbsnachteil.
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Quelle: Bangkok Post

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