Kampf gegen Giftluft: Thailand überwacht Fabriken

Kampf gegen Giftluft: Thailand überwacht Fabriken
Bangkok Post

BANGKOK, THAILAND – Die Umweltbehörde verschärfte die Kontrollen in Industriebetrieben, um Emissionen und Feinstaub PM2.5 zu senken, während das Industrieministerium die Echtzeitüberwachung von Schornsteinen deutlich ausweitete. Vor allem Fabriken in Bangkok, den umliegenden Provinzen und im Norden rückten mit zusätzlichen Inspektionen und strengeren Grenzwerten in den Fokus der Behörden.

Breiter Angriff auf PM2.5-Quellen

Der Generaldirektor der Pollution Control Department (PCD), Surin Worakijthamrong, erklärte, die Regierung habe Staatsbehörden angewiesen, Präventions-, Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen bei PM2.5-Emissionen aus Landwirtschaft, Verkehr und Industrie zu verstärken.

Viele Fabriktypen stießen weiterhin Feinstaub in die Atmosphäre aus und blieben damit wesentliche Verursacher der PM2.5-Belastung, betonte er.

Schwerpunkt Kontrollen in Industrieanlagen

Die PCD habe Schornsteine von Fabriken überprüft, um die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben sicherzustellen, mit besonderem Fokus auf Zement- und Kalkwerke in Saraburi sowie Zuckerfabriken und Biomassekraftwerke im gesamten Land.

Neben den Kontrollen gaben Beamte den Betreibern Hinweise, wie sie ihre Anlagen auf effizientere Luftreinhaltung umrüsten können.

Gezielte Maßnahmen für Zuckerindustrie und Biomasse

Die Behörde verfolge das Ziel, alle 58 Zuckerfabriken und Biomassekraftwerke im Land zu inspizieren und mit Beratung zu unterstützen.

Unterstützende Maßnahmen umfassten laut Surin die Förderung der Nutzung landwirtschaftlicher Abfälle als Biomassebrennstoff sowie die Anreize für Zuckerfabriken, frisches Zuckerrohr zu kaufen und Faserreste als Brennstoff zu verwenden, um offenes Verbrennen zu verringern.

Proaktive Inspektionen und CEMS-Pflicht

Das Industrieministerium führte in den Haushaltsjahren 2025–2026 proaktive Inspektionen durch und überprüfte 519 Fabriken in Bangkok, den umliegenden Provinzen und 17 nördlichen Provinzen.

Regulatorisch erarbeitete das Ministerium Vorschriften, nach denen emissionsstarke Fabriken Continuous Emission Monitoring Systems (CEMS) an ihren Schornsteinen installieren müssen, um Luftschadstoffe in Echtzeit zu überwachen.

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ZUM ANGEBOT

Ausbau der Echtzeitüberwachung in Bangkok

In Bangkok seien 11 Produktionseinheiten verpflichtet worden, CEMS nachzurüsten.

Derzeit hätten 405 Fabriken landesweit ihre Messsysteme mit der zentralen Datenbank verbunden, was 823 Schornsteine abdecke, während weitere 148 Schornsteine in Bangkok hinzukommen sollen, wobei unter anderem TSP, SO₂ und NOₓ erfasst werden.

Strengere Grenzwerte für Kessel und Öfen

Bangkok plane zudem strengere Emissionsstandards für Kessel und Öfen in Fabriken vom Typ 3, mit deutlich reduzierten Grenzwerten für Partikelemissionen insbesondere bei festen und flüssigen Brennstoffen.

Auch für gasbefeuerte Systeme sollen die Vorgaben verschärft werden, zusätzlich zu strengeren Regeln für die Rauchdichte aus Schornsteinen.

Schulungen für konsequente Durchsetzung

Die PCD unterstützte Schulungsprogramme für Bedienstete in allen 50 Bezirken Bangkoks, um präzisere Inspektionen zu ermöglichen.

Damit sollen die Behörden sicherstellen, dass die verschärften Vorschriften zur Luftreinhaltung in den Industriebetrieben wirksam umgesetzt und kontrolliert werden.

🌫️ Endlich hart gegen Smog – oder kommt das alles zu spät?

Während Millionen unter schlechter Luft leiden, nimmt die Regierung nun Fabriken stärker ins Visier und setzt auf Echtzeit-Überwachung. Doch viele fragen sich, warum solche Maßnahmen erst jetzt kommen.
Ist das der Wendepunkt im Kampf gegen PM2.5 – oder nur ein weiterer Plan ohne echte Wirkung?
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Quelle: Bangkok Post

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