Nach Entlassung: Big Joke spielt Tennis in Bangkok

Nach Entlassung: Big Joke spielt Tennis in Bangkok
ThaiRath, Thai Examiner

BANGKOK, THAILAND – Der frühere Vize-Chef der Royal Thai Police, General Surachate „Big Joke“ Hakparn, hat nach wochenlangen Fluchtgerüchten öffentlich bestätigt, dass er in Bangkok lebt und seinen Alltag fortsetzt. Gleichzeitig steht der einst einflussreiche Ermittler nach einem Urteil des Obersten Gerichts und mehreren Verfahren wegen mutmaßlicher Korruption und Übergriffs auf frühere Untergebene vor einem juristisch ungewissen Jahr.

Auftritt nach Fluchtgerüchten

Der 55-jährige frühere Spitzenbeamte trat auf einem Tennisplatz im Bezirk Laksi vor die Kamera und sprach in einem Live-Video über seinen Verbleib.

Er widersprach Spekulationen über eine Flucht, erklärte, er lebe überwiegend in seinem Haus in Bangkok, das bereits 2023 durchsucht worden sei, und reise nur gelegentlich in seine Heimatprovinz Songkhla.

Ende einer Polizei-Karriere

Das Live-Video folgte auf eine Entscheidung des Obersten Gerichts vom 8. Januar, das seine bereits zuvor verfügte Entlassung aus der Royal Thai Police bestätigte.

Mit dieser Bestätigung durch das höchste Gericht verlor der frühere stellvertretende nationale Polizeichef endgültig jede offizielle Funktion in der Polizei.

Ermittlungen zu Goldbarren und NACC

Die Disziplinarentscheidung steht im Zusammenhang mit schwerwiegenden Vorwürfen, Surachate habe versucht, ein Mitglied der National Anti-Corruption Commission (NACC) zu bestechen.

Ermittler werfen ihm vor, einen Goldbarren im Wert von rund 10 Millionen Baht angeboten zu haben, um Einfluss auf ein Verfahren zu einer mutmaßlich illegalen Glücksspiel-Website zu nehmen.

Rolle von NACC und Parlament

Im Januar gab die NACC die Ermittlungsakte an die Polizei zurück und forderte zusätzliche Untersuchungen sowie eine strafrechtliche Verfolgung.

Parallel leitete die Kommission Verfahren gegen in der Akte genannte eigene Kommissare ein und kündigte an, die Unterlagen nach Prüfung über den Parlamentspräsidenten an das Oberste Gericht weiterzureichen, wo ein unabhängiges Ermittlergremium eingesetzt werden soll.

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Verteidigungsstrategie und Vorwürfe

Surachate hat bislang keine formelle Anklageschrift entgegengenommen, bestreitet die Vorwürfe jedoch öffentlich und lässt sich von einem Anwaltsteam vertreten.

Er bezeichnete das Verfahren wiederholt als fehlerhaft, sprach von unzureichender Beweislage und behauptete, eine Fraktion innerhalb der Polizeiführung wolle ihn gezielt ausschalten.

Neue Beschwerden früherer Untergebener

Zusätzlich belasten seit Januar neue Beschwerden zweier früherer Untergebener, eines Police Lieutenant Colonel und eines Police Colonel, das Bild des einst mächtigen Offiziers.

Die Beamten werfen ihrem Ex-Kommandeur körperliche und verbale Übergriffe vor, einer von ihnen meldete eine verletzte Ohrmuschel und anhaltende psychische Schäden, wofür er psychiatrische Behandlung gesucht habe.

Gegenanzeigen und laufende Verfahren

Surachate reagierte mit einer Gegenanzeige und beschuldigte die beiden Offiziere, bewusst falsche Anschuldigungen erhoben zu haben.

Diese Gegenklage befindet sich ebenso wie die übrigen Verfahren noch im Stadium der Ermittlungen, sodass bislang keine gerichtlichen Entscheidungen zu den Misshandlungsvorwürfen vorliegen.

Polizeiermittler und internationale Spurensicherung

Am 30. Januar erklärte Pol Maj Gen Jaroonkiat Panngaeo von der Crime Suppression Division, die Ermittler hätten sämtliche Schritte entsprechend der Rechtslage eingeleitet und Entwürfe für Schreiben an den Generalstaatsanwalt, den Senatspräsidenten und die NACC verschickt.

Er räumte ein, Surachates Aufenthaltsort zu diesem Zeitpunkt nicht zu kennen, betonte jedoch, eine mögliche Flucht wäre dank internationaler Red-Notice-Mechanismen kein Hindernis für eine spätere Strafverfolgung.

Alltag, Tennis und Schweigen

In seinem Video betonte Surachate, er führe ein „normales Leben“, werde im öffentlichen Raum häufig erkannt, spiele regelmäßig Tennis und nutze seine freie Zeit, um sich persönlich weiterzuentwickeln.

Er kündigte an, sich auf die Nationalen Tennismeisterschaften im Seniorenfeld über 55 Jahre vorzubereiten, warb für regelmäßige Bewegung und erklärte, seine öffentliche Zurückhaltung bedeute keinen Rückzug, da seine Anwälte die Kommunikation übernähmen und er jederzeit zu einer Vorladung erscheinen werde.

Offene Verfahren ohne Haftbefehl

Bis zum 31. Januar lagen weder Haftbefehle gegen Surachate vor noch waren Gerichtstermine veröffentlicht worden, während die NACC-Verfahren und die parlamentarische Prüfung weiterlaufen.

Damit bleibt der frühere Polizeigeneral zwar in Bangkok und in Freiheit, ist aber zugleich in mehrere parallel geführte Ermittlungsstränge eingebunden, deren Ausgang seine Zukunft maßgeblich bestimmen dürfte.

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Quelle: Thai Examiner

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