Süd-Thailand: Tourismus schwächelt

Süd-Thailand: Tourismus schwächelt
Thai Enquirer
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HAT YAI, THAILAND – Mehr als zwei Monate nach den schweren Überschwemmungen kämpft die südliche Wirtschaftsmetropole Hat Yai weiterhin mit schwachem Tourismus, geschlossenen Geschäften und zögerlicher wirtschaftlicher Erholung. Gleichzeitig wartet die vom Hochwasser betroffene Region noch immer auf zusätzliche staatliche Fluthilfen, da die Wahlkommission in Bangkok einen Antrag der Übergangsregierung vorerst zurückgewiesen hat.

Langsame Rückkehr zur Normalität

Grosse Teile des Bezirks Hat Yai in der Provinz Songkhla, insbesondere das Innenstadtgebiet, waren Ende November 2025 massiv überflutet worden.

Obwohl Aufräumarbeiten abgeschlossen sind und einige Betriebe wieder geöffnet haben, liegt die wirtschaftliche Aktivität vor allem im Tourismus, Einzelhandel und Dienstleistungssektor weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau.

Hotels offen, Innenstadt halb im Dunkeln

Nach Angaben von Sittipong Sitthipatprapha, Präsident der Hat Yai–Songkhla Hotel Association, haben die meisten Hotels in der Stadt den Betrieb wieder aufgenommen, doch im Stadtzentrum ist weniger als die Hälfte der vor allem tourismusnahen Unternehmen zurückgekehrt.

Viele Betreiber verfügten nicht über ausreichend Kapital für einen Neustart, während andere wegen der Gefahr erneuter Überschwemmungen vor weiteren Investitionen zurückschrecken und die Stadt dadurch ungewöhnlich ruhig bleibt.

Tourismus schwächelt trotz Feiertagen

Sittipong betonte, Hat Yai werde als Stadtziel vermarktet, nicht als Naturdestination, und sagte: „Urban vibrancy—lights, nightlife, busy shops and crowds—is essential“, doch genau diese urbane Lebendigkeit sei bislang nicht zurückgekehrt.

Entsprechend schleppend verlaufen die Hotelbuchungen für das bevorstehende chinesische Neujahrsfest, die Auslastung liegt derzeit unter 50 Prozent und damit deutlich unter den starken Zahlen früherer Jahre, als insbesondere Gäste aus Malaysia anreisten.

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Wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe

Unternehmen und Forschungseinrichtungen schätzen die durch die Flut verursachten wirtschaftlichen Schäden in der Region auf Zehntel Milliarden Baht, mit massiven Auswirkungen auf Handel, Infrastruktur, Tourismus, Landwirtschaft und Fischerei.

Als wichtiger Handels- und Tourismus-Knotenpunkt nahe der malaysischen Grenze war Hat Yai besonders hart betroffen, Verkehrsverbindungen wurden unterbrochen, Hotels beschädigt und ein grosser Teil der üblichen Jahresendumsätze im Tourismus ging verloren.

Zähe Bewilligung zusätzlicher Fluthilfen

In Bangkok erklärte Paradorn Prissananantakul, amtierender Minister im Büro des Premierministers und zuständig für das Budgetbüro, die Wahlkommission (EC) habe zusätzliche zentrale Mittel in Höhe von 2,1 Milliarden Baht zur Fluthilfe noch nicht bewilligt und eine Überarbeitung des Antrags verlangt.

Zuvor hatte das Kabinett in mehreren Runden bereits Hilfsgelder von insgesamt mehr als 20 Milliarden Baht gebilligt, darunter landesweite Entschädigungszahlungen von 9.000 Baht pro Betroffenem von Nord bis Süd, doch Nachbefragungen und weitere Registrierungen zeigten eine Unterdeckung des ursprünglichen Budgets.

Übergangsregierung auf Zustimmung der Wahlkommission angewiesen

Da das Parlament aufgelöst wurde, muss die Übergangsregierung für den Zugriff auf zentrale Notfallmittel die Zustimmung der EC einholen, die den jüngsten Antrag jedoch nicht genehmigte und an die Regierung zur Überarbeitung zurückverwies, wobei die formale Mitteilung an das Kabinett bei dessen Sitzung am Dienstag erfolgen soll.

Nach dem überarbeiteten Plan soll das Department of Disaster Prevention and Mitigation den Antrag erneut einreichen, danach würde der Sekretariatsstab des Kabinetts den Beschluss wieder an die EC weiterleiten, wobei Paradorn betonte, es handle sich lediglich um die Fortführung eines bereits genehmigten Hilfsprogramms für eine grössere Zahl Betroffener.

Warten auf Entscheidung, während Druck wächst

Paradorn erklärte, die Übergangsregierung habe Fluthilfe zur Priorität gemacht und Finanzmittel noch vor Auflösung des Parlaments zügig freigegeben, alle Verfahren auf Provinzebene seien abgeschlossen und es fehle nur noch die endgültige Bewilligung der restlichen Gelder durch die EC.

Eine Entscheidung werde nach erneuter Vorlage des Antrags erwartet, so Paradorn, die EC tagt zweimal pro Woche, sodass ein Beschluss um den 9.–10. Februar möglich sei, während Unternehmen und Haushalte in den Flutgebieten weiter unter finanziellen Belastungen leiden und ein längerer Stillstand das Vertrauen in den Tourismus und die wirtschaftliche Erholung Hat Yais zusätzlich schwächen könnte.

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Quelle: Thai Enquirer

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