BANGKOK, THAILAND – In Bangkok haben Vertreter von neun großen Parteien ihre Programme zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen in einem öffentlichen Forum vorgestellt und diskutiert. Behindertenorganisationen nutzten die Veranstaltung, um vor der Abstimmung am 8. Februar zu prüfen, ob politische Versprechen tragfähige Reformkonzepte oder nur Wahlkampfparolen sind.
Politisches Forum an Thammasat-Universität
Auf dem Campus Rangsit der Thammasat University fand am 5. Februar eine hochrangig besetzte Veranstaltung des Council of Persons with Disabilities of Thailand unter dem Titel „Scanning Political Parties’ Policies on Persons with Disabilities: Promises or Just Vote-Grabbing?“ statt.
Der Präsident des Rates, Witthayut Bunnag, leitete das Forum im Combined Lecture Building 1, in dem sich Vertreterinnen und Vertreter von Parteien, Behindertenverbänden und zahlreiche interessierte Menschen mit Behinderungen zu einem direkten Austausch trafen.
Neun Parteien stellen sich Fragen
Auf dem Podium präsentierten sich die Pheu Thai Party, die Democrat Party, die Thai Progressive Party, die New Opportunity Party, die People’s Party, die Thai Sang Thai Party, die Kla Tham Party, die Economy Party und die Bhumjaithai Party.
Sie stellten ihre Vorstellungen zu Rechten und sozialer Absicherung von Menschen mit Behinderungen vor und mussten sich dazu in einer offenen Fragerunde kritisch befragen lassen.
Zivilgesellschaft prüft Wahlversprechen
Der Rat betonte, die bevorstehende Wahl und das Referendum am 8. Februar seien entscheidend, damit Wählerinnen und Wähler mit Behinderungen Parteien mit klarer Vision, strukturellen Reformplänen und fairer Wohlfahrtspolitik auswählen können.
Die Veranstaltung sollte eine transparente Plattform schaffen, auf der sich die Zivilgesellschaft ein Bild davon machen kann, ob vorgeschlagene Maßnahmen realistisch, gleichheitsfördernd und nachhaltig sind oder lediglich der Stimmengewinnung dienen.
Breites Bündnis von Organisationen
Mitveranstalter waren unter anderem das Center for Universal Design der Fakultät für Architektur und Planung der Thammasat-Universität sowie die Foundation for the Blind under Royal Patronage und die Foundation for Independent Living of Persons with Disabilities.
Beteiligt waren zudem die Association of the Blind of Thailand, die Association of the Deaf of Thailand, die Association of Persons with Disabilities of Thailand, die Association for the Mentally Ill of Thailand, die Association of Parents of Intellectually Disabled Persons of Thailand und die Thai Autism Parents Association.
Drei klar strukturierte Diskussionsrunden
In einem ersten Block unterbreiteten Vertreterinnen und Vertreter von sechs Behinderungsgruppen ihre Forderungen, die sich an den zehn Beschlüssen der National Assembly of Persons with Disabilities orientierten und von Assoc. Prof. Dr. Arunee Limmani und Assoc. Prof. Dr. Chumkhet Saengcharoen moderiert wurden.
Anschließend präsentierten die neun Parteien ihre politischen Konzepte zur Stärkung der Rechte und der sozialen Unterstützung, moderiert von Dr. Suphatham Mongkolsawat, dem Generalsekretär der Foundation for the Blind under Royal Patronage.
Streit um Gesetze, Bildung und Fondsreform
In der dritten Phase leitete Chusak Chantayanon, Generalsekretär des Rates, eine politisch zugespitzte Debatte mit Fragerunde zu umstrittenen Themen wie Behindertengesetzen, inklusiver Bildung, Beschäftigung im Staatsdienst und der Reform des National Fund for Persons with Disabilities.
Gerade in diesen Bereichen, so legten Teilnehmer dar, seien Menschen mit Behinderungen seit Langem auf spürbare Verbesserungen angewiesen und erwarteten verbindliche Zusagen der Parteien.
Signal für politische Teilhabe
Der Rat wertete das Forum als wichtigen Schritt, Menschen mit Behinderungen als Rechteträger und Wähler zu stärken und ihnen einen direkten Zugang zu den Positionen der Parteien zu ermöglichen.
Durch die öffentliche Gegenüberstellung und Verteidigung der Programme sei deutlich geworden, dass Behindertenpolitik Teil einer zentralen nationalen Agenda werden müsse, da Menschen mit Behinderungen eine bedeutende gesellschaftliche Kraft darstellen, die ihre Stimme für Gleichheit und Gerechtigkeit in einem demokratischen System nutzen will.
Wahlversprechen oder echte Veränderung?
Kurz vor der Abstimmung wächst der Druck auf die Parteien: Menschen mit Behinderung fordern konkrete Maßnahmen statt großer Worte. Für viele geht es nicht nur um Politik, sondern um gleichberechtigte Teilhabe im Alltag.
Was meinst du – folgen nach der Wahl echte Reformen oder bleiben viele Versprechen unerfüllt? Schreib deine Meinung in die Kommentare.


