PHUKET, THAILAND – Thailändische Wirtschaftsbehörden haben in Phuket ein weit verzweigtes Netz mutmaßlicher Scheinfirmen im Tourismussektor ins Visier genommen. Im Zentrum der Ermittlungen stehen Konstruktionen, bei denen thailändische Staatsbürger offenbar nur als vorgeschobene Anteilseigner für ausländische Investoren auftreten.
Razzien im Tourismussektor
Nach Angaben des Department of Business Development (DBD) haben Ermittler gemeinsam mit der Department of Special Investigation (DSI), der Touristenpolizei Phuket, der Immigrationsbehörde Phuket, dem Provincial Office of Tourism and Sports und dem Phuket Provincial Commerce Office koordinierte Durchsuchungen bei Tourunternehmen, Hotels, Restaurants und Bootverleihern durchgeführt.
Bei diesen Einsätzen stießen die Beamten auf Hinweise, dass thailändische Staatsbürger als Treuhänder in Unternehmensregistern eingetragen waren, während die tatsächliche Kontrolle bei ausländischen Investoren lag.
Verdacht auf Nominee-Strukturen
Die Ermittler berichten, dass die gefundenen Auffälligkeiten auf sogenannte Nominee-Geschäfte hinweisen, bei denen Thais als formelle Anteilseigner oder Direktoren fungieren, um rechtliche Beschränkungen zu umgehen.
Solche Strukturen stehen im Verdacht, das Foreign Business Act von 1999 zu unterlaufen, das ausländische Beteiligungen in bestimmten Branchen begrenzt.
Phuket als Hochrisikoprovinz
Phuket gilt aufgrund seiner stark tourismusabhängigen Wirtschaft als Hochrisikoprovinz, in der ausländisches Kapital eine besonders große Rolle spielt.
Von 29.090 registrierten Firmen in der Provinz weisen nach Angaben des DBD mehr als 11.263 Unternehmen, also rund 38,7 Prozent, ausländische Investoren auf, wobei der nominelle Auslandsanteil meist unter 50 Prozent bleibt.
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Konkrete Firmen im Visier
Fünf Unternehmen wurden bereits offiziell vorgeladen, um ihre Eigentums- und Kontrollstrukturen detailliert offenzulegen.
In drei Fällen stellten die Behörden nach eigenen Angaben fest, dass Angestellte oder Buchhalter als Anteilseigner eingesetzt wurden, während ausländische Staatsbürger die Firmen faktisch kontrollierten.
Angekündigte Strafverfolgung
Der DBD-Generaldirektor Poonpong Naiyanapakorn kündigte an, die betroffenen Netzwerke konsequent zu zerschlagen und die Verantwortlichen strafrechtlich zu verfolgen.
Er erklärte dazu, man sei entschlossen, „das Gesetz rigoros durchzusetzen, um Transparenz und Fairness im Geschäftsleben zu sichern“ und setze dabei auf verstärkte Prävention und datenbasierte Analysen des Unternehmensverhaltens.
Signal an seriöse Investoren
Gleichzeitig betonen die zuständigen Behörden, dass der Standort weiterhin offen für rechtmäßige Auslandsinvestitionen bleiben solle.
Man wolle verhindern, dass „unlautere Akteure thailändische Ressourcen ausbeuten“, und zugleich redliche Investoren schützen, deren Engagement als wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung der Provinz gilt.
🚨 Illegale Firmenstrukturen – schützt Thailand seine Wirtschaft genug?
Behörden vermuten, dass Strohmänner eingesetzt wurden, um Gesetze zu umgehen und Firmen verdeckt unter ausländische Kontrolle zu bringen. Jetzt folgen Razzien und Strafverfahren.
Ist das ein notwendiger Schritt für fairen Wettbewerb – oder riskieren die Behörden, Investoren abzuschrecken?
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