BANGKOK – Mit einer beispiellosen Großoffensive geht die thailändische Einwanderungspolizee gegen die internationale Unterwelt vor. Bei koordinierten Schlägen wurden mutmaßliche Mörder, Geldwäscher und Menschenschmuggler festgenommen – einige werden jetzt in ihre Heimatländer abgeschoben.
US-Mordverdächtiger in Bang Na gestellt
Einer der spektakulärsten Fälle: Die Festnahme des 23-jährigen Cedric Alandus Peters aus den USA. Er wird in Georgia wegen Mordes, Waffenvergehen und Diebstahls gesucht.
Der Mann steht im Verdacht, 2024 in Augusta an einer tödlichen Gewalttat beteiligt gewesen zu sein. Anschließend soll er nach Südostasien geflohen sein. Die thailändischen Beamten spürten ihn in einem Condo in Bang Na auf.
Fluchtversuch über Feuertreppe scheitert
Als die Polizei eindrang, versuchte Peters über den Feuernotausgang zu fliehen – dieser war jedoch blockiert. Die Beamten konnten ihn ohne Zwischenfälle festnehmen.
Sein Visum wurde umgehend annulliert, die Ausweisung in die USA ist eingeleitet. Dort erwartet ihn ein Gerichtsverfahren wegen der ihm zur Last gelegten Straftaten.
Maldivischer Fußball-Funktionär mit Interpol-Fahndung
In einer parallelen Aktion nahmen die Behörden einen 38-jährigen Malediver namens Mohammad fest. Gegen ihn liegt ein Interpol Red Notice vor.
Der Vorwurf: Geldwäsche in Verbindung mit dem maledivischen Fußballverband. Er soll FIFA-Gelder veruntreut und eine Penthouse-Wohnung im Wert von 50 Millionen Baht (ca. 1,25 Mio. Euro) gekauft haben.
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Thailand als Zufluchtsort für Wirtschaftskriminelle
Dieser Fall zeigt, wie Thailand zunehmend zum Zufluchtsort für internationale Wirtschaftskriminelle geworden ist. Die Behörden sehen darin eine wachsende Herausforderung für die nationale Sicherheit.
Die Einwanderungspolizei arbeitet daher verstärkt mit internationalen Partnern zusammen, um solche Fälle aufzudecken und die Verdächtigen der Justiz zuzuführen.
Drei vietnamesische Mordverdächtige überführt
Die Behörden erwischten auch drei vietnamesische Staatsbürger, die in ihrem Heimatland wegen Mordes gesucht werden. Sie hielten sich mit überzogenen Visa in Chonburi und Bangkok auf.
Sie werden nun nach Vietnam zur Strafverfolgung überstellt. Solche Auslieferungen sind ein zentraler Pfeiler der neuen, härteren Linie gegenüber kriminellen Ausländern.
51 Menschen in einem LKW – Menschenschmuggel aufgedeckt
Ein bedeutender Fahndungserfolg gelang in Kanchanaburi. In einem umgebauten Kastenwagen entdeckten Beamte 51 Myanmar-Staatsbürger, die illegal eingereist waren. Der 26-jährige Fahrer, ebenfalls aus Myanmar, kassierte pro Person zwischen 12.000 und 65.000 Baht (300 – 1.625 Euro) für den Transport.
Er wurde wegen Schleuserkriminalität festgenommen. Die Betroffenen wurden nach der Befragung an zuständige Behörden übergeben. Solche Fälle werden von den Behörden nun verstärkt verfolgt.
Statistik zeigt eine beunruhigende Tendenz
Die Zahlen der Einwanderungsbehörde sind alarmierend. 2025 wurden 102 Ausländer aufgrund internationaler Haftbefehle festgenommen. 41% davon waren Chinesen. Allein dieses Jahr bis jetzt sind es bereits 23 Festnahmen, davon 14 Chinesen (60%).
Die Delikte reichen von Eigentumsdelikten bis zu schweren Straftaten. Die Anweisung von Polizeigeneral Kitrat Phanphet ist klar: Wir intensivieren die Jagd, so ein hochrangiger Beamter. Das Ziel sei der Schutz der thailändischen Sicherheit und des internationalen Ansehens.
Was diese Offensive für Thailand bedeutet
Diese koordinierten Schläge senden eine klare Botschaft an die internationale Verbrecherszene: Thailand ist kein sicheres Versteck mehr. Die enge Zusammenarbeit mit Interpol und ausländischen Strafverfolgungsbehörden trägt Früchte.
Die geplanten Abschiebungen und Auslieferungen sind ein starkes Abschreckungsmittel. Für die thailändische Bevölkerung soll dies das Sicherheitsgefühl stärken. Die Behörden rufen gleichzeitig zur Mithilfe auf: Verdächtige Aktivitäten sollen sofort gemeldet werden.
Sicherer oder nur härter? Thailand verschärft den Kurs
Von Mordverdächtigen bis zu Schleusernetzwerken: Behörden wollen kriminelle Ausländer konsequent aufspüren und abschieben. Gleichzeitig steht das Image des Landes als sicheres Reiseziel auf dem Spiel.
Ist dieser harte Kurs notwendig für die Sicherheit – oder droht ein Generalverdacht gegen Ausländer? Schreib deine Meinung in die Kommentare.


