BANGKOK, THAILAND – Ein führender Politiker der oppositionellen Demokratischen Partei hat die Transparenz der Bhumjaithai-Partei (BJT) scharf kritisiert, nachdem diese nur acht Wahlversprechen offiziell bei der Wahlkommission eingereicht hatte. Im Zentrum der Kritik stehen groß angekündigte Infrastrukturprojekte, die in den offiziellen Unterlagen fehlen und damit Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Partei nähren.
Streit um eingereichte Wahlprogramme
Der stellvertretende Vorsitzende der Demokraten und Premierkandidat Korn Chatikavanij stellte am Freitag öffentlich infrage, warum die von der Bhumjaithai-Partei bei der Wahlkommission eingereichten Dokumente lediglich acht politische Kernpunkte enthalten.
Er betonte, diese knappe Liste stehe im Widerspruch zu den zahlreichen Versprechen, mit denen Bhumjaithai im Wahlkampf um Stimmen geworben habe.
Kritik an fehlender Offenlegung
Korn erklärte, es gehe dabei nicht nur um eine mögliche rechtliche Dimension, sondern vor allem um eine ethische Frage politischer Verantwortung.
Nach seiner Darstellung müssten zentrale Vorhaben einer Partei offengelegt werden, damit die Öffentlichkeit deren Inhalte und Umsetzbarkeit kritisch prüfen könne.
Großprojekte ohne Spur in den Unterlagen
Besonders kritisch sah Korn, dass nationale Großprojekte wie das beworbene Land-Bridge-Projekt, der geplante Andaman-Flughafen, der Ringroad bei Hat Yai und der Ausbau des Rama-I-Kanals nicht in den bei der Kommission eingereichten Papieren auftauchen.
Er argumentierte, eine Partei, die den Anspruch erhebe, das Land zu regieren, müsse klar darlegen, wie genau solche Projekte umgesetzt werden sollen und aus welchen Quellen die Finanzierung erfolgen soll.
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Fernsehdiskussion als Auslöser
Die Debatte war aufgeflammt, nachdem am Donnerstag in Bangkok eine öffentliche Diskussionsrunde des Senders Channel 3 stattgefunden hatte, bei der die Wahlprogramme der Parteien im Mittelpunkt standen.
Während dieser Sendung stellte der demokratische Parteichef Abhisit Vejjajiva der Bhumjaithai-Ökonomiesprecherin Suphajee Suthumpun die Frage, wie glaubwürdig die angekündigten Maßnahmen seien, wenn sie nicht in den offiziellen Unterlagen an die Wahlkommission auftauchten.
Zweifel an Führungsstärke von Anutin
Abhisit betonte in der Diskussion, dass er die persönlichen Absichten von Suphajee und weiteren prominenten BJT-Figuren wie Sihasak Phuangketkeow und Ekniti Nitithanprapas nicht grundsätzlich in Frage stelle.
Gleichzeitig äußerte er aber Zweifel daran, wie viel von diesen Plänen unter der politischen Führung von Anutin Charnvirakul tatsächlich umgesetzt werden könne, und rückte damit die innerparteiliche Steuerungsfähigkeit Bhumjaithais in den Fokus.
🗳️ Große Versprechen, wenige Details
Wenn milliardenschwere Projekte angekündigt werden, erwarten viele Wähler klare Pläne und nachvollziehbare Finanzierung. Kritiker warnen vor leeren Wahlversprechen, während Parteien um Vertrauen kämpfen.
Reichen Visionen im Wahlkampf – oder haben Bürger ein Recht auf vollständige Offenlegung?
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