Politiker-Affäre um Luxusjet und Ben Smith

Politiker-Affäre um Luxusjet und Ben Smith
KhaoSod, Thai Examiner

BANGKOK, THAILAND – Kurz vor der Parlamentswahl hat der frühere Vizepremier und Pheu-Thai-Spitzenkandidat Suriya Juangroongruangkit den Kauf eines Luxusjets erläutert und seine Verbindung zum umstrittenen Finanzier Benjamin Mauerberger (Ben Smith) verteidigt. Im Zentrum stehen der Erwerb eines Gulfstream-G550-Jets 2024, mögliche Unstimmigkeiten bei Vermögensangaben gegenüber der National Anti-Corruption Commission (NACC) sowie der politische Zeitpunkt der Vorwürfe.

Jetkauf im Wahlkampf-Finale

Nur Stunden vor dem Urnengang am Sonntag erklärte Suriya öffentlich, er habe den Gulfstream G550 im Jahr 2024 mithilfe von Ben Smith erworben, während er als Vizepremier und Verkehrsminister im Amt war.

Der Politiker reagierte damit auf wachsende Online-Kritik, die den Jetkauf in der heißen Schlussphase des nationalen Wahlkampfs in den Mittelpunkt rückte.

Rolle von Ben Smith und Finanzermittlungen

Der Deal wurde über den ausländischen Finanzier Benjamin Mauerberger, genannt Ben Smith, abgewickelt, dessen Vermögenswerte von der Anti-Money Laundering Office eingefroren worden sind.

Abgeordnete der People’s Party um Rangsiman Rome hatten Smith im Parlament mit sogenanntem Grey Money aus kambodschanischen Scam-Zentren in Verbindung gebracht, was Smith und beteiligte Geschäftsleute entschieden zurückweisen.

Facebook-Enthüllungen und Wert des Jets

Dynamik gewann die Affäre durch Beiträge der Facebook-Seite CSI LA, die einem nur als „Big S“ bezeichneten Politiker den Kauf eines Gulfstream-Jets von Smith zuschrieb.

Die Seite behauptete, der Jet sei rund 800 Millionen Baht wert, in Vermögensangaben an die NACC aber lediglich mit 30 Millionen Baht geführt worden.

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Suriya legt Zahlen offen

Am 6. Februar 2026 bestätigte Suriya, den Gulfstream G550 von Ben Smith erworben zu haben, und bezifferte den Gesamtwert des Flugzeugs auf mehr als 862 Millionen Baht.

Gleichzeitig betonte er, sein persönlicher Eigentumsanteil habe nur 30 Millionen Baht betragen, während der Rest des Besitzes bei Familienmitgliedern liege.

Nutzung des Jets und Wahlkampfvortwürfe

Nach Darstellung Suriyas wurde das Flugzeug im August 2024 gekauft und während seiner aktiven Zeit im Verkehrsministerium für dienstbezogene Missionen eingesetzt.

Er erklärte, der letzte geplante Einsatz habe im November 2025 stattgefunden, tatsächlich sei der Jet Anfang November 2025 letztmals genutzt worden, und wies jeden Zusammenhang mit aktuellen Wahlkampfaktivitäten zurück.

Vermögensangaben und Aufsichtsgremien

Zu den angeblichen Unstimmigkeiten bei den Vermögensangaben sagte Suriya, er habe der NACC sämtliche Eigentumsverhältnisse entsprechend den gesetzlichen Vorgaben offengelegt.

Bislang hat die Korruptionskommission keine weiteren Ergebnisse zu dem Fall veröffentlicht, und auch die Anti-Money Laundering Office hat keine neuen Hinweise präsentiert, die den Jet mit Gesetzesverstößen verbinden.

Politische Dimension der Vorwürfe

Während sich die Vorwürfe in sozialen Netzwerken rasant verbreiteten und zum Thema politischer Debatten wurden, sprach Suriya von politisch motivierten Angriffen in den letzten Tagen vor der Wahl.

Er wies Behauptungen zurück, der Jet sei zum Transport von Geld oder politischen Materialien in den strategisch wichtigen Nord- und Nordostregionen genutzt worden, und erklärte, das Problem entstehe vor allem durch den Namen Ben Smith.

Ben Smith, Klage und politisches Umfeld

Ben Smith, ein in Bangkok bekannter Südafrikaner mit Kontakten bis in die Spitze der aktuellen Regierung, bestreitet sämtliche Vorwürfe und rechtfertigt sich gegen staatliche Maßnahmen.

Der Finanzier verklagt derzeit den früheren Abgeordneten Rangsiman Rome auf 100 Millionen Baht wegen dessen Parlamentsaussagen, in denen er Smith mit kriminellen Aktivitäten verknüpft hatte.

Machtpoker nach der Wahl

Die Klarstellung Suriyas fällt in eine Phase hoher politischer Spannung, da am Sonntag eine eng umkämpfte Parlamentswahl ansteht und bereits über mögliche Koalitionen spekuliert wird.

Es wird erwartet, dass People’s Party, Bhumjaithai Party und Pheu Thai Party die meisten Mandate holen, während kleinere Parteien wie Kla Tham und die Democrat Party als Zünglein an der Waage gelten.

Suriya als Schlüsselfigur der Pheu Thai

Innerhalb der Pheu Thai gilt Suriya als wichtiger Stratege, der in den vergangenen Jahren mehrere zentrale Ministerposten, darunter Vizepremier, Industrieminister und Regierungsführer, innehatte.

Sein Profil wurde besonders während einer politisch heiklen Phase um Ex-Premierministerin Paetongtarn Shinawatra geschärft, in der er eine führende Rolle in der Regierung übernahm.

Familie, Netzwerk und progressive Bewegung

Abseits der Politik ist Suriya Mitglied der Unternehmerfamilie Juangroongruangkit und damit Teil eines wirtschaftlich einflussreichen Netzwerks.

Er ist zudem Onkel von Thanathorn Juangroongruangkit, dem Gründer der progressiven politischen Bewegung im Land, was seine zentrale Stellung im Zusammenspiel von Wirtschaft und Politik zusätzlich unterstreicht.

Luxus über den Wolken – politisches Problem am Boden?

Ein Privatjet für hunderte Millionen Baht – und das ausgerechnet kurz vor der Wahl. Während der Politiker alle Vorwürfe zurückweist, fragen sich viele: Ist hier alles sauber gelaufen oder sorgt einfach nur der Wahlkampf für maximale Aufmerksamkeit?
Reicht eine Erklärung aus, um Vertrauen zu schaffen?
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Quelle: Thai Examiner

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