Skandal im Isaan: Politiker soll Teil eines Geldwäsche-Rings sein

Skandal im Isaan: Politiker soll Teil eines Geldwäsche-Rings sein
KhaoSod

KALASIN, THAILAND – Ein mutmaßliches kriminelles Netzwerk um junge Lokalpolitiker im Nordosten soll illegale Online-Glücksspielgewinne über religiöse Aktivitäten, Immobilien und Luxusgüter gewaschen haben. Die Cybercrime-Polizei ermittelte Verbindungen zu einflussreichen politischen Akteuren und Bildungsfunktionären in der Provinz Kalasin und prüft nun mögliche Falschangaben gegenüber der Anti-Korruptionsbehörde.

Verdecktes Glücksspielnetzwerk im Nordosten

Im Zentrum der Ermittlungen steht ein Verbund, der laut Behörden eng mit der illegalen Glücksspielplattform „www.huaysodplus.com“ verbunden gewesen sein soll, über die online auf verschiedene Lotterien und andere Spielangebote gewettet wurde.

Neben dieser Seite identifizierten die Ermittler auch eine Verbindung zu der Plattform „Banhuay98“, die von dem 29-jährigen Lokalpolitiker Pathanan „Ney“ Jandon in der Provinz Kalasin betrieben worden sein soll.

Junge Lokalpolitiker und Helfer im Fokus

Zu den mutmaßlichen Nutznießern von „huaysodplus.com“ zählen nach Behördenangaben der 44-jährige Kindergartenleiter Thanawut Saengkhaenphet, der 64-jährige Ex-Polizist Supachok Palakrai, der 31-jährige Politiker Pathompong „Priew“ Phuthaongern sowie die 30-jährige Pornnapa Saengthopho.

Die Verdächtigen sollen für den Zufluss der Glücksspielgelder ihre privaten Konten eingesetzt haben, während Ney und Priew sich seit dem 20. Januar der Festnahme entzogen und über die Provinz Nong Khai geflohen sein sollen, bevor sie sich den Planungen zufolge am 7. Februar 2026 der Polizei stellen wollten.

Geldwäsche über Tempel und Luxusgüter

Nach Erkenntnissen der Ermittler trat die Gruppe nach außen als „Jugend-Selbstmade-Gruppe“ auf und soll die illegalen Gewinne unter anderem in Immobilien, Luxusfahrzeuge, Restaurants und Box-Camps investiert haben.

Zugleich seien Tempel im Nordosten angesprochen worden, um gemeinsam „heilige Objekte“ im Wert von rund 20 Millionen Baht zu produzieren, die anschließend über Vorbestellungszentren verkauft worden sein sollen.

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Heilige Objekte als Finanzvehikel

Ein Teil der Erlöse aus dem Verkauf dieser religiösen Gegenstände sei den Tempeln gespendet worden, während der Rest nach Darstellung der Behörden als gewaschene Mittel in den Händen der Gruppe geblieben sein soll.

Zusätzlich habe das Netzwerk aufwendige Wohltätigkeitsveranstaltungen organisiert, Tempelfeste gesponsert und dabei Objekte wie eine goldene, mit Diamanten besetzte Kathina-Gedenkmedaille 2024 versteigert, für die 2,4 Millionen Baht aus Glücksspielerlösen geboten worden sein sollen.

Prüfung durch Anti-Korruptionsbehörde

Besonders im Fokus steht der Politiker Priew, der der National Anti-Corruption Commission (NACC) Vermögenswerte von 82 Millionen Baht gemeldet hat, darunter 42 Millionen Baht aus angeblich von Tempeln geprägten Münzen.

Die Behörden prüfen derzeit, ob diese Angaben korrekt sind und ob die religiösen Objekte möglicherweise stark überbewertet wurden, während die Cybercrime-Polizei Haftbefehle gegen Priew und seine Mitstreiter vollstrecken will und über Medien wie KhaoSod über die politischen und behördlichen Verbindungen in Kalasin informiert wurde.

💸 Glücksspiel, Macht, Religion – wie tief reicht das Netzwerk?

Wenn sich die Vorwürfe bestätigen, könnte der Fall zeigen, wie illegale Gelder über scheinbar respektable Wege gewaschen werden. Besonders brisant: die Verbindung zu Politik und religiösen Aktivitäten.
Braucht Thailand härtere Maßnahmen gegen solche Netzwerke – oder sind die bestehenden Gesetze ausreichend?
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Quelle: The Thaiger

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