BANGKOK, THAILAND – Die Regierung meldet deutliche Fortschritte im Kampf gegen Online-Betrug, nachdem seit Ende 2023 mehr als 1,18 Millionen mutmaßliche Mule-Accounts eingefroren und über 300.000 Online-Adressen gesperrt wurden. Nach Angaben von Digital Economy and Society Minister Chaichanok Chidchob sind die gemeldeten Schäden durch Betrugsfälle spürbar zurückgegangen, auch wenn die Fallzahlen weiterhin auf hohem Niveau liegen.
Breite Offensive gegen Online-Betrug
Digitalminister Chaichanok Chidchob erklärte, die laufende Offensive gegen Online-Kriminalität zeige inzwischen „greifbare Ergebnisse“, insbesondere durch schnellere Sperrungen verdächtiger Konten und das Ausheben illegaler Kanäle.
Zwischen dem 1. November 2023 und dem 30. Januar 2026 seien 1.183.326 Bankkonten mit ungewöhnlichen Transaktionen eingefroren worden, wobei die Abläufe für Sperren beschleunigt wurden, um ein rasches Weiterschieben von Geldern zu anderen Mule-Konten zu verhindern.
Massive URL-Sperren und Glücksspiel-Kanäle
Parallel dazu habe das Ministerium die Blockade von Online-Kanälen für Betrug und illegales Online-Glücksspiel deutlich intensiviert, so Chaichanok.
In den ersten vier Monaten des Haushaltsjahres 2026 (1. Oktober 2025 bis 1. Februar 2026) sperrten die Behörden 304.631 URLs auf Webseiten und in sozialen Netzwerken, darunter 259.385 Adressen mit Bezug zu Online-Glücksspielangeboten.
Strengere Regeln für SIM-Karten und Netze
Um sogenannte „Ghost SIMs“ zu bekämpfen, arbeitet das Ministerium nach eigenen Angaben eng mit der Regulierungsbehörde NBTC und den Telekommunikationsanbietern zusammen und verschärft die Kontrolle der Signal-Infrastruktur an den Grenzgebieten.
Zu den Maßnahmen gehören belastbare KYC-Identitätsprüfungen vor Aktivierung, eine Begrenzung auf höchstens fünf SIM-Karten pro Person sowie der Stopp von Registrierungen über Automaten ohne KYC-Systeme und von Online-Anmeldungen für SIM und e-SIM.
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Auffällige Rufnummern und Millionen Anrufe
Die NBTC habe zudem Telefonnummern mit ungewöhnlichen Nutzungsmustern gesperrt, die auf Ghost-SIMs von Betrugsnetzwerken hinweisen könnten, erklärte Chaichanok.
Im Dezember 2025 seien 23.057 solcher Nummern festgestellt worden, die zusammen mit rund 2,4 Millionen ausgehenden Anrufen in Verbindung gestanden hätten.
Neue Vorgaben für Behördenkommunikation
Als weiteren Baustein im Maßnahmenpaket billigte das Kabinett laut Chaichanok eine Richtlinie, nach der staatliche Stellen keine E-Mails oder SMS mit anklickbaren Links mehr an die Bevölkerung verschicken sollen.
Die Zentralbank und Finanzinstitute führten ergänzend technische Vorgaben ein, etwa die Pflicht zur Aktivierung der Standortfunktion bei Transaktionen über Mobile-Banking-Apps.
Schärfere Regeln für Firmen und Banken
Die Abteilung für Unternehmensentwicklung (DBD) hat die Vorschriften für Firmengründungen verschärft, um sogenannte „Corporate Mule Accounts“ einzudämmen, und verlangt nun das persönliche Erscheinen von Direktoren und Anteilseignern, Kontoauszüge der letzten drei Monate sowie Nachweise über Geschäftsräume.
Weitere Gesetzesänderungen sollen höhere Strafen für Beteiligte sowie eine Mitverantwortung von Finanzinstituten und Mobilfunknetzen bei nachgewiesener Fahrlässigkeit festschreiben, während die AMLO Verfahren zur schnelleren Rückzahlung von Opfergeldern ausarbeitet.
Rückgang der gemeldeten Schäden
Laut Chaichanok haben die koordinierten Maßnahmen von Digitalministerium, Polizei, NBTC, AMLO, Finanzsektor und weiteren Behörden bereits zu einem messbaren Rückgang der Verluste geführt.
Die Online-Kriminalitätsstatistik der Polizei weist für Dezember 2025 insgesamt 31.198 Fälle mit gemeldeten Schäden von 1,792 Milliarden Baht aus, gegenüber 33.624 Fällen und 2,209 Milliarden Baht im Dezember 2024.
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Über eine Million verdächtige Konten eingefroren, hunderttausende Webseiten blockiert – der Staat zeigt Härte im Kampf gegen Online-Betrug. Trotzdem entwickeln Kriminelle ständig neue Methoden.
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