Wahl-Drama in Chonburi: Neuauszählung verlangt

Wahl-Drama in Chonburi: Neuauszählung verlangt
The Pattaya News

CHONBURI, THAILAND – Anhänger der oppositionellen People’s Party haben im Bezirk Banglamung in der Provinz Chonburi energisch eine Neuauszählung der Stimmen im Wahlkreis 8 gefordert. Auslöser waren Berichte über angebliche Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung, von schlecht ausgeleuchteten Wahllokalen bis hin zu Unklarheiten bei Stimmzetteln und Protokollen.

Protest vor dem Bezirksamt

Am 9. Februar 2026 versammelten sich nachmittags vor dem Bezirksamt Banglamung in Chonburi rund 200 Unterstützerinnen und Unterstützer der People’s Party, darunter Anwohner, Studierende sowie zahlreiche Händler und Straßenverkäufer.

Angeführt wurde der Protest von Manatsawin Jancharoen, auch bekannt als Kru Benz und Kandidatin im Wahlkreis 8, sowie Nathanatharn Pramoolpong, dem designierten Kandidaten im Wahlkreis 10, die gemeinsam die Wahlkommission zu einer Neuauszählung der Stimmen drängen wollten.

Forderung nach Einsicht in Wahlprotokolle

Zentrales Anliegen der Gruppe war der Zugang zu den offiziellen Auszählungsprotokollen Form Sor Sor 5/18, die an jedem Wahllokal aushängen und die Zahl gültiger, ungültiger und nicht abgegebener Stimmen je Kandidat ausweisen.

Manatsawin betonte, sie wolle diese Unterlagen lediglich einsehen und kopieren lassen, weil ihr zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung vorlägen und sie klären müsse, ob eine formelle Neuauszählung rechtlich möglich sei.

Reaktion der Bezirksbehörden

Der Bezirksleiter von Banglamung, Anusak Piriyomorn, der zugleich Wahlleiter im Wahlkreis 8 ist, sowie sein Stellvertreter für Sicherheitsfragen, Khamphrai Laosaen, nahmen die Beschwerde persönlich entgegen und versuchten, die Zuständigkeiten zu erläutern.

Sie erklärten, die Forderung nach Neuauszählung und nach formeller Prüfung der Protokolle liege außerhalb der Befugnisse des Bezirksamts, und verwiesen die Kandidatin auf ein schriftliches Gesuch direkt an die zentrale Wahlkommission (ECT).

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Vorwürfe mangelnder Transparenz

Nach Angaben von Manatsawin seien aus mehreren Wahllokalen Hinweise übermittelt worden, wonach es beim Zählen der Stimmen zu Unklarheiten gekommen sei, darunter eine zu dunkle Beleuchtung und schwer nachvollziehbare Bekanntgabe der Ergebnisse.

Sie verwies auf Fälle, in denen grüne Stimmzettel früher als die rosa Formulare aufgebraucht gewesen seien und neue Blöcke ausgegeben werden mussten, während in großen Räumen mit etwa 15 Wahlkabinen lediglich eine einzelne Lichtquelle installiert gewesen sei, was Beobachtungen und Kontrollen erschwert habe.

Erläuterungen der Provinz-Wahlkommission

Laut der Wahlkommission der Provinz Chonburi werden alle Form Sor Sor 5/18 nach Schließung der Wahllokale eingesammelt, geprüft und für eine spätere Veröffentlichung auf den Webseiten der Provinz- und Zentralbehörde vorbereitet.

Nach der offiziellen Verkündung der Ergebnisse können alle Kandidierenden sowie die Öffentlichkeit diese Dokumente herunterladen und vergleichen, während formale Einsprüche wegen mangelnder Transparenz nur möglich seien, wenn bereits im Wahllokal Einwände schriftlich protokolliert und signiert wurden.

Umgang mit Abweichungen und Einsprüchen

Die Wahlkommission erklärte, kleinere Abweichungen von ein bis zwei Stimmen zwischen Protokollen und gemeldeten Resultaten könnten durch Fehler beim Verlesen, Bewerten oder Eintragen der Stimmzettel entstehen und würden nicht automatisch als Beleg für zusätzliche Stimmzettel gewertet, solange die Zahl der Wählerinnen und Wähler mit der Zahl der ausgegebenen Zettel übereinstimme.

Die Wahlvorstände vor Ort seien verpflichtet, lediglich die korrekte Anzahl der Stimmzettel zu verifizieren, während eine tatsächliche Neuauszählung nur auf der Ebene der übergeordneten Prüfung in Betracht komme, falls formelle Beschwerden und Belege vorgelegt würden.

Weitere Schritte und friedlicher Abschluss

Am frühen Abend wuchs die Menschenmenge vor dem Bezirksamt erneut an, nachdem Manatsawin die rechtlichen Schritte der Wahlkommission erläutert hatte und Unterstützer begannen, ihre Unterschriften unter eine Petition für eine rasche Neuauszählung zu setzen.

Die Versammlung löste sich später ohne Zwischenfälle auf, und die Organisatoren kündigten an, alle gesammelten Hinweise und Dokumente zu bündeln und offiziell bei der Wahlkommission einzureichen, während in der Stadt Chonburi im Wahlkreis 1 bereits eine noch größere Protestaktion wegen ähnlicher Forderungen stattgefunden hatte.

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Wahlen entscheiden über Macht – doch ohne Vertrauen verliert selbst das klarste Ergebnis an Gewicht. Forderungen nach Transparenz sind ein Kern jeder Demokratie, gleichzeitig kann ein Wahlstreit schnell neue politische Spannungen entfachen.

Ist der Protest ein notwendiger Einsatz für Fairness oder der Beginn einer neuen politischen Zerreißprobe? Schreib deine Meinung in die Kommentare.

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Quelle: The Pattaya News

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