PATTAYA, THAILAND – Ein als Lösegeldentführung eingestufter Fall unter chinesischen Staatsbürgern ist in einem Hotel in Süd-Pattaya durch ein koordiniertes Einschreiten von Chonburi Immigration und Touristenpolizei beendet worden. Die Beamten befreiten den 32-jährigen Chinesen Jitao Liu und nahmen einen mutmaßlich beteiligten Landsmann fest, während ein zweiter Verdächtiger weiter flüchtig ist.
Zugriff im Hotel von Süd-Pattaya
Der Einsatz fand in einem Hotel an Moo 10 unweit der South Pattaya Road statt, wo die Ermittler ein mutmaßliches Zimmer zur Geiselhaltung ausfindig gemacht hatten.
Vor Ort nahmen die Beamten den 33-jährigen Chinesen Liang Wei fest und befreiten den gleichaltrigen Landsmann Jitao Liu, während ein weiterer Verdächtiger nicht im Zimmer angetroffen wurde.
Ermittler erhalten Hinweis von Ehefrau
Ausgangspunkt des Einsatzes war eine Mitteilung der Crime Suppression Division Sub-division 1 des zentralen Immigration Bureau, nachdem dort eine Beschwerde der 29-jährigen Chinesin Li Jianli eingegangen war.
Sie hatte erklärt, ihr Ehemann sei am 7. Februar 2026 über den Flughafen Suvarnabhumi eingereist, von chinesischen Bekannten in Empfang genommen und zunächst im Großraum Bangkok untergebracht worden.
Illegales Glücksspiel und Geldforderungen
Nach Angaben der Beschwerdeführerin sollen die Bekannten ihren Mann zu illegalen Glücksspielen gebracht haben, woraufhin er ihr am 8. Februar 2026 über die App Telegram mitgeteilt habe, er habe 300.000 Baht verspielt und benötige Geld zur Begleichung der angeblichen Schulden.
Sie überwies daraufhin rund 3.000 USDT, was etwa 100.000 Baht entspricht, an eine genannte digitale Geldbörse, um nach ihren Angaben den Forderungen nachzukommen.
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Standortmeldung führt zum Zugriff
Am 10. Februar 2026 gegen 00.10 Uhr habe sich der Mann erneut bei seiner Ehefrau gemeldet und ihr erstmals seinen Aufenthaltsort mitgeteilt, was sie umgehend an die Einwanderungsbehörde in Chonburi weitergab.
Daraufhin fuhren Einsatzkräfte zum Hotel, stellten fest, dass die Zimmertür von außen verriegelt war, brachen das Schloss auf und trafen im Inneren sowohl den mutmaßlich festgehaltenen Jitao Liu als auch den Verdächtigen Liang Wei an.
Anklage, Fluchtverdächtiger und weiteres Vorgehen
Die Ermittler nahmen Liang Wei fest und warfen ihm nach Vernehmung den Tatvorwurf vor, gemeinsam mit anderen eine Person rechtswidrig gefangen gehalten und zur Lösegeldzahlung genötigt zu haben.
Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe und gab laut Polizei an, auch er sei von außen eingeschlossen gewesen, während gegen den nicht anwesenden 32-jährigen Chinesen Zhang Lang nun mit entzogenem Pass gefahndet wird.
Rolle der Behörden und ähnliche Fälle
Die Razzia wurde von Pol. Col. Naphatphong Phositsuriyamanee, Superintendent der Chonburi Immigration, sowie seinen Stellvertretern Pol. Lt. Col. Pramote Fueangfung, Pol. Lt. Col. Prapda Suksuntree und Pol. Lt. Col. Aphichat Charurak von der Tourist Police Division geführt, unterstützt von weiteren Kräften der Einwanderungs- und Touristenpolizei.
Die Behörden betonen, dass sie rechtliche Schritte gegen alle Beteiligten prüfen und verweisen darauf, dass erst vor wenigen Tagen ein ähnlicher Entführungsfall unter indischen Staatsbürgern in Pattaya bekannt geworden war.
🚨 Entführung unter Landsleuten – neues Risiko für Touristen?
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