BANGKOK, THAILAND – Die Regierung von Phiphat Ratchakitprakarn, stellvertretender Premier und Transportminister, will ein weltweites Spitzen-Freizeitresort im Rahmen des Eastern Economic Corridor (EEC) in der Provinz Chonburi vorantreiben. Trotz des erneuten politischen Rückenwinds bleibt offen, ob The Walt Disney Company das seit Jahrzehnten diskutierte Projekt tatsächlich unterstützen wird.
Neuer Anlauf für Mega-Freizeitpark
Geplant ist ein großflächiges Mixed-Use-Areal, das einen Themenpark, ein Sportzentrum, Unterhaltungsangebote und kommerzielle Flächen in einem zusammenhängenden Gebiet bündeln soll.
Nach den aktuellen Überlegungen sollen rund 800 Hektar genutzt werden, davon etwa 480 Hektar für den Themenpark mit einem Investitionsvolumen von nahezu 200 Milliarden Baht und weitere 320 Hektar für ein Sport- und Entertainmentzentrum im Wert von über 100 Milliarden Baht.
Finanzierung und Rolle des Staates
Der Gesamtwert des Vorhabens wird auf etwa 300 Milliarden Baht geschätzt, womit es zu den teuersten Tourismus-Großprojekten des Landes zählen würde.
Der Staat will nicht direkt investieren, sondern über ein Public-Private-Partnership-Modell (PPP) private Geldgeber an Bord holen und ihnen das Investitionsrisiko überlassen.
26 Jahre Debatte unter fünf Regierungen
Die Vision eines „Disneyland Thailand“ kursiert seit mehr als 26 Jahren und ist bereits unter mindestens fünf verschiedenen Regierungen immer wieder aufgegriffen worden, ohne jemals in einen unterzeichneten Vertrag mit Disney zu münden.
Unter Thaksin Shinawatra wurden Standorte wie Pattaya, Phuket oder das Umland des Flughafens Suvarnabhumi diskutiert, die Pläne blieben aber Gerüchte, auch wegen Bedenken zu kommerziellen Bedingungen und strengen Marken- und Qualitätsvorgaben von Disney.
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Von Yingluck bis EEC-Grundlagen unter Prayut
Unter Yingluck Shinawatra brachten 2012 private Branchenvertreter wie die Association of Thai Travel Agents erneut die Idee eines Weltklasse-Freizeitparks ein, doch Überschwemmungsfolgen von 2011 und politische Unsicherheit verhinderten eine Konkretisierung.
In der Amtszeit von Gen Prayut Chan-o-cha, als die Grundlagen des EEC gelegt wurden, tauchte der Ansatz wieder in Machbarkeitsstudien auf, um den Tourismus zu stärken und die Hochgeschwindigkeitsbahn zwischen drei Flughäfen zu unterstützen, während tatsächlich andere Freizeitmarken investierten und Disney sich nicht bewegte.
Aktuelle Linie unter Paetongtarn und Anutin
Auch unter der Paetongtarn Shinawatra-Regierung blieb das Konzept eher ein symbolisches „Traumprojekt“ für Tourismus und EEC, da es weiterhin keine konkreten Signale aus der Disney-Zentrale gab.
Seit Ende 2024 und in der laufenden Amtszeit von Anutin Charnvirakul hat Phiphat Ratchakitprakarn die Idee erneut aufgegriffen und erklärt, man arbeite mit dem Büro des Eastern Economic Corridor Policy Committee an Projektstudien und Lizenzierungsansätzen, obwohl Disney bislang keine offizielle Bestätigung abgegeben hat.
Disney-Modelle und offene Kernfrage
Disney setzt bei Auslandsparks laut Branchenanalysen vor allem auf drei Modelle: vollständige Eigeninvestition, Lizenzvergabe wie bei Tokyo Disneyland oder Joint Ventures wie in Hongkong und Shanghai, wobei Lizenzen das Risiko senken, aber potenzielle Gewinne begrenzen.
Für das Projekt im EEC gilt ein Lizenzmodell mit einem privaten Betreiber aus dem Land als am wahrscheinlichsten, bei dem Disney Marke und Standards überwacht, doch die zentrale Frage bleibt, ob Standort, Infrastruktur, Investitionskraft und Kaufkraft ausreichen, um aus einem immer wieder diskutierten Konzept tatsächlich einen Park von Weltformat zu machen.
🎢 Mega-Park oder Mega-Luftnummer?
Seit über zwei Jahrzehnten taucht die Idee eines Disneyland in Thailand immer wieder auf – doch konkrete Verträge fehlen weiterhin. Jetzt steht erneut ein Milliardenprojekt im Raum.
Wird dieser Traum endlich Realität – oder bleibt es bei großen Ankündigungen?
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