BANGKOK, THAILAND – Premier und Bhumjaithai-Chef Anutin Charnvirakul hat die jüngste Einstufung des Königreichs als „kranker Mann Asiens“ scharf zurückgewiesen und Thailand als „Land der Chancen“ präsentiert. Er verwies auf eine aus seiner Sicht stabilere politische Lage, wirtschaftliche Perspektiven im ASEAN-Raum und kündigte ein professionelles, unbelastetes Kabinett an, das Vertrauen und Wachstum stärken soll.
Streit um das Image der Wirtschaft
Vor Journalisten im Government House erklärte Anutin Charnvirakul, die Formulierung vom „sick man of Asia“ spiegele Vorurteile wider und entspreche nicht mehr der Lage im Land.
„Thailand ist nicht so, wie es dargestellt worden ist – vor allem jetzt, wo wir eine stabilere Regierung haben, werden wir in der Lage sein, Politik umzusetzen, die die Wirtschaft verbessert“, sagte er und betonte, das Land sei Herr seiner eigenen Entscheidungen.
Hintergrund des „Sick Man“-Labels
Der Begriff hatte in den vergangenen Tagen neue Aufmerksamkeit erhalten, nachdem die Financial Times am 4. Februar einen Bericht mit dem Titel „How Thailand became the ‘sick man’ of Asia“ über das vergleichsweise schwächere Wachstum veröffentlicht hatte.
In diesem Kontext stellte Anutin klar, jene, die Thailand als „sick man“ sähen, übersähen, dass das Königreich derzeit ein „Land der Chancen“ sei.
ASEAN-Stabilität und geopolitische Lage
Nach Ansicht des Übergangspremiers bietet die vergleichsweise ruhige Lage in ASEAN mit seiner wirtschaftlichen Bedeutung einen entscheidenden Vorteil in einer Welt, die vielerorts von Turbulenzen geprägt ist.
Thailand verfüge zudem über eine geopolitische Stärke, weil es im Zentrum der Region liege und damit in der Lage sei, wirtschaftliche Verflechtungen und Handelsströme aktiv mitzugestalten.
Wettbewerb und außenpolitischer Ton
Mit Blick auf internationale Konkurrenz sagte Anutin, in einer Welt voller Wettbewerb suchten Rivalen selbstverständlich nach Wegen, Thailand zu schwächen, um sich Vorteile zu verschaffen.
„Thailand wird nicht mit solchen Methoden antworten, weil unsere Kultur und unser Grundcharakter friedliebend und nicht aggressiv sind, aber wenn uns jemand angreift, werden wir reagieren und ihm eine Lektion erteilen, die er nicht vergisst“, erklärte er.
Wahlergebnis und Regierungsauftrag
Zur innenpolitischen Lage sagte der Bhumjaithai-Chef, das Wahlergebnis zeige Vertrauen darin, dass die Regierung nach der Wahl stark sein werde.
Er sprach von einem klaren Auftrag an die Bhumjaithai-Partei, für Stabilität, Nachhaltigkeit und Verbesserungen der Lebensqualität der Bevölkerung zu arbeiten.
Kabinettspläne und „professionelles Team“
Auf Forderungen der Privatwirtschaft nach mehr Fachleuten im Kabinett reagierte Anutin mit dem Hinweis, er habe bereits Namen im Kopf und setze auf Personen, die „sofort kommen und arbeiten können“, um wirtschaftliche Maßnahmen zu beschleunigen und Vertrauen zu stärken.
Im Wahlkampf hatte er ein „professionelles“ Team mit Persönlichkeiten wie Sihasak Phuangketkeow, Ekniti Nitithanprapas und Suphajee Suthumpun hervorgehoben und argumentiert, das Land brauche erfahrene Kräfte für die Erholung.
Arbeit im Übergangsmodus und Antikorruptionsversprechen
Der Übergangspremier betonte zudem, er habe die Zeit im Caretaker-Status nicht nur für protokollarische Aufgaben genutzt, sondern Grundlagen gelegt, damit die neue Regierung mit voller Geschwindigkeit weitermachen könne.
Zugleich versprach Anutin, dass an der künftigen Regierungsbildung keine Partei und kein Abgeordneter mit Korruptionsfällen oder Verbindungen zu „grauen“ Geschäften beteiligt sein dürfe, um Transparenz und Stabilität in der öffentlichen Verwaltung zu stärken.
📉 Krisenstaat oder Zukunftsmarkt?
Während Kritiker von wirtschaftlicher Schwäche sprechen, kontert die Regierung mit Optimismus und verweist auf Stabilität sowie geopolitische Vorteile. Zwei völlig unterschiedliche Bilder eines Landes im Wandel.
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