Premier reagiert auf „Sick Man of Asia“-Debatte

🇹🇭 „Kein kranker Mann!“ Übergangs-Premier Anutin weist harte Kritik zurück und zeichnet ein völlig anderes Bild der Zukunft. Warum er Thailand jetzt als echtes Chancenland sieht…

Premier reagiert auf „Sick Man of Asia“-Debatte
The Nation
Google Werbung

BANGKOK, THAILAND – Premier und Bhumjaithai-Chef Anutin Charnvirakul hat die jüngste Einstufung des Königreichs als „kranker Mann Asiens“ scharf zurückgewiesen und Thailand als „Land der Chancen“ präsentiert. Er verwies auf eine aus seiner Sicht stabilere politische Lage, wirtschaftliche Perspektiven im ASEAN-Raum und kündigte ein professionelles, unbelastetes Kabinett an, das Vertrauen und Wachstum stärken soll.

Streit um das Image der Wirtschaft

Vor Journalisten im Government House erklärte Anutin Charnvirakul, die Formulierung vom „sick man of Asia“ spiegele Vorurteile wider und entspreche nicht mehr der Lage im Land.

„Thailand ist nicht so, wie es dargestellt worden ist – vor allem jetzt, wo wir eine stabilere Regierung haben, werden wir in der Lage sein, Politik umzusetzen, die die Wirtschaft verbessert“, sagte er und betonte, das Land sei Herr seiner eigenen Entscheidungen.

Hintergrund des „Sick Man“-Labels

Der Begriff hatte in den vergangenen Tagen neue Aufmerksamkeit erhalten, nachdem die Financial Times am 4. Februar einen Bericht mit dem Titel „How Thailand became the ‘sick man’ of Asia“ über das vergleichsweise schwächere Wachstum veröffentlicht hatte.

In diesem Kontext stellte Anutin klar, jene, die Thailand als „sick man“ sähen, übersähen, dass das Königreich derzeit ein „Land der Chancen“ sei.

ASEAN-Stabilität und geopolitische Lage

Nach Ansicht des Übergangspremiers bietet die vergleichsweise ruhige Lage in ASEAN mit seiner wirtschaftlichen Bedeutung einen entscheidenden Vorteil in einer Welt, die vielerorts von Turbulenzen geprägt ist.

Thailand verfüge zudem über eine geopolitische Stärke, weil es im Zentrum der Region liege und damit in der Lage sei, wirtschaftliche Verflechtungen und Handelsströme aktiv mitzugestalten.

Wettbewerb und außenpolitischer Ton

Mit Blick auf internationale Konkurrenz sagte Anutin, in einer Welt voller Wettbewerb suchten Rivalen selbstverständlich nach Wegen, Thailand zu schwächen, um sich Vorteile zu verschaffen.

„Thailand wird nicht mit solchen Methoden antworten, weil unsere Kultur und unser Grundcharakter friedliebend und nicht aggressiv sind, aber wenn uns jemand angreift, werden wir reagieren und ihm eine Lektion erteilen, die er nicht vergisst“, erklärte er.

Wahlergebnis und Regierungsauftrag

Zur innenpolitischen Lage sagte der Bhumjaithai-Chef, das Wahlergebnis zeige Vertrauen darin, dass die Regierung nach der Wahl stark sein werde.

Er sprach von einem klaren Auftrag an die Bhumjaithai-Partei, für Stabilität, Nachhaltigkeit und Verbesserungen der Lebensqualität der Bevölkerung zu arbeiten.

Kabinettspläne und „professionelles Team“

Auf Forderungen der Privatwirtschaft nach mehr Fachleuten im Kabinett reagierte Anutin mit dem Hinweis, er habe bereits Namen im Kopf und setze auf Personen, die „sofort kommen und arbeiten können“, um wirtschaftliche Maßnahmen zu beschleunigen und Vertrauen zu stärken.

Im Wahlkampf hatte er ein „professionelles“ Team mit Persönlichkeiten wie Sihasak Phuangketkeow, Ekniti Nitithanprapas und Suphajee Suthumpun hervorgehoben und argumentiert, das Land brauche erfahrene Kräfte für die Erholung.

Arbeit im Übergangsmodus und Antikorruptionsversprechen

Der Übergangspremier betonte zudem, er habe die Zeit im Caretaker-Status nicht nur für protokollarische Aufgaben genutzt, sondern Grundlagen gelegt, damit die neue Regierung mit voller Geschwindigkeit weitermachen könne.

Zugleich versprach Anutin, dass an der künftigen Regierungsbildung keine Partei und kein Abgeordneter mit Korruptionsfällen oder Verbindungen zu „grauen“ Geschäften beteiligt sein dürfe, um Transparenz und Stabilität in der öffentlichen Verwaltung zu stärken.

📉 Krisenstaat oder Zukunftsmarkt?

Während Kritiker von wirtschaftlicher Schwäche sprechen, kontert die Regierung mit Optimismus und verweist auf Stabilität sowie geopolitische Vorteile. Zwei völlig unterschiedliche Bilder eines Landes im Wandel.
Ist Thailand tatsächlich ein „Land der Chancen“ – oder werden strukturelle Probleme unterschätzt?
Schreib deine Meinung in die Kommentare.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: The Nation

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert