Rentner-Visum Thailand 2026: Der praktische Leitfaden zur Verlängerung
Die erste Aufenthaltsverlängerung in Thailand steht an, und im Einwanderungsbüro wartet ein Berg aus Formularen und Dokumenten auf Bearbeitung. Was anfangs wie ein Labyrinth wirkt, folgt einem klaren Schema – wer die Regeln kennt und sich gut organisiert, meistert den Prozess mit ruhiger Hand. Jedes Jahr wiederholt sich dieses Ritual für Tausende von Rentnern, die sich im „Land des Lächelns“ niederlassen möchten.
Der Schlüssel zum erfolgreichen Verlauf liegt in Sorgfalt und Planung. Von der Bankbestätigung über das Wohnortformular bis zum vollständig ausgefüllten Antragsformular – alle Teile müssen präzise zusammenpassen. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Informationen ist die Aufenthaltsverlängerung keine Belastung, sondern ein rein administrativer Vorgang, der geklärt werden muss, damit der Alltag in Thailand weitergehen kann.
Das Non-Immigrant O Visum: Legale Grundlage für den Aufenthalt
Das Non-Immigrant O Visum ist das klassische Rentnervisum für Thailand. Es richtet sich an Personen ab 50 Jahren und erlaubt einen legalen Aufenthalt im Land. Wichtig zu verstehen: Das Visum selbst wird außerhalb Thailands bei einer Botschaft oder einem Konsulat beantragt. In Thailand selbst wird nicht das Visum verlängert, sondern die sogenannte „Extension of Stay“ – die Aufenthaltsgenehmigung – für jeweils ein Jahr. Diese technische Unterscheidung ist zwar semantisch, aber administrativ von Belang.
Die Verlängerung innerhalb Thailands folgt standardisierten Regeln. Wer einmal die Extension von Stay in Thailand bewilligt bekommen hat, kann diese unbegrenzt Jahre verlängern lassen – die Anforderungen bleiben gleich. Das System ist transparent und berechenbar, was es zu einem zuverlässigen Rahmen für den Langzeitaufenthalt macht. Ein gut geführtes Dossier mit allen Dokumenten wird zum treuen Begleiter durch die nächsten Jahre.
Die finanzielle Kernregel: 800.000 Baht oder 65.000 Baht Rente
Die Thai-Behörden verlangen einen Vermögensnachweis von mindestens 800.000 Thai Baht (aktuell etwa 21.000 Euro), der auf einem thailändischen Bankkonto liegen muss. Alternativ reicht der Nachweis eines monatlichen Einkommens von mindestens 65.000 Thai Baht (etwa 1.700 Euro) aus – etwa durch Rentenbescheide oder Einkommenszertifikate. Es ist auch eine Kombination möglich: Wer weniger als 800.000 Baht spart, aber ein Einkommen hat, kann diese Beträge zusammenzählen. Das wichtigste Wort ist „nachweisen“ – die Behörden wollen Klarheit sehen, dass der Lebensunterhalt ohne Erwerbstätigkeit gedeckt ist.
Diese Anforderung dient nicht als „Gebühr“ im klassischen Sinne. Überschuss und Defizit sind nicht tabu – es geht um die dokumentierte Fähigkeit, sich selbst zu versorgen. Bei der jährlichen Verlängerung muss das Guthaben drei Monate vor Ablauf der bisherigen Aufenthaltserlaubnis wieder auf 800.000 Baht aufgefüllt sein. Wer diese Abfolge versteht, hat bereits die größte Hürde genommen.
Das Thai-Bankkonto: Durchsichtigkeit durch den Bankbrief
Der sogenannte Bankbrief (formal: „Letter of Guarantee“ oder „Bank Statement Certificate“) ist das wohl gefürchtetste Dokument. Dieses Schreiben der Bank bestätigt das Kontostand, die Kontoinhaberin oder der Kontoinhaber und die Herkunft der Mittel. Die Immigration will damit sicherstellen, dass das Geld nicht aus zweifelhaften Quellen stammt und real vorhanden ist. Das Dokument darf nicht älter als ein oder zwei Tage sein, wenn es eingereicht wird – je nach Einwanderungsbüro können die Anforderungen variieren. Die genaue Anforderung sollte vorab vor Ort erfragt werden.
Bankgebühren für dieses Dokument liegen zwischen 100 und 300 Thai Baht (etwa 2,60 bis 7,90 Euro). Die Beantragung beim Bankschalter sollte also zeitlich so getaktet sein, dass das Papier am Abgabetag noch aktuell ist. Viele Bankangestellte in Thailand kennen die Anforderungen für das Rentnervisum und können schnell helfen. Das Bankbuch selbst muss aktuell sein und sollte regelmäßige Transaktionen zeigen – ein gefrorenes, unangetastetes Konto wirkt verdächtig, während Bewegungen auf normale Lebensausgaben hindeuten.
Der Wohnortnachweis: TM.30 und Mietvertrag als Fundament
Die Behörden müssen wissen, wo sich Ausländer in Thailand aufhalten. Dafür ist die TM.30-Meldung zuständig – ein Formular, das der Vermieter oder Hauseigentümer innerhalb von 24 Stunden nach Ankunft einreichen muss. Für die Verlängerung wird oft eine aktuelle Kopie dieser Meldung verlangt, alternativ ein gültiger Mietvertrag, der den Namen und das Gebäude klar ausweist. Hotels reichen die TM.30 automatisch ein; bei privaten Häusern oder Wohnungen muss der Vermieter aktiv werden.
Ein bewährtes Muster ist, sich vorab mit dem Vermieter zu besprechen und dessen Unterschrift unter einer Bestätigung zu sichern, dass die TM.30 korrekt gemeldet wurde. Manche Einwanderungsbüros sind in dieser Frage sehr streng, andere nachlässiger – aber die Sicherheit geht vor. Wer beim Termin einen Zettel des Vermieters dabeighat, der die aktuelle Adresse bestätigt, vermeidet zeitraubende Diskussionen an der Beamtentheke.
Krankenversicherung: Unterschiede zwischen O und O-A Visum
Ein häufiger Missverständnis: Für das klassische Non-Immigrant O Visum zur Verlängerung innerhalb Thailands ist KEINE Krankenversicherung erforderlich. Das ist ein entscheidender Unterschied zum Non-Immigrant O-A Visum (Long Stay), bei dem Krankenversicherung mit mindestens 40.000 Baht für ambulante und 400.000 Baht für stationäre Behandlungen nachgewiesen werden muss. Wer mit einem einfachen Non-O-Visum einreist und die Extension of Stay im Land beantragt, benötigt ebenfalls keine Versicherungsbestätigung.
Es gibt durchaus gute Gründe, eine Krankenversicherung abzuschließen – sie schützt vor finanziellen Katastrophen und wird mit zunehmendem Alter immer wichtiger. Aber für die reine Visumsverlängerung ist sie beim Non-O nicht vorgeschrieben. Der Irrtum entsteht oft, weil das O-A Visum bekannter ist und strenge Versicherungsauflagen hat. Eine kurze Anfrage beim lokalen Einwanderungsbüro gibt absolute Sicherheit, ob es regionale Besonderheiten gibt.
Gültigkeit des Reisepasses: Das oft übersehene Detail
Ein Reisepass, der bald abläuft, ist Gift für die Visumsangelegenheiten. Das Non-Immigrant O Visum wird nur verlängert, wenn der Pass noch mindestens 18 Monate gültig ist. Das heißt konkret: Wenn die Aufenthaltserlaubnis in 12 Monaten ausläuft, der Pass aber schon in 10 Monaten seine Gültigkeit verliert, kann die Verlängerung nicht erteilt werden. Ein neuer Pass muss vorher beantragt werden – bei der eigenen Botschaft im Heimatland oder in Bangkok, wenn sich die Botschaft dort befindet.
Der Ausweis selbst ist schnell erneuert, doch die bürokratische Abwicklung kann Wochen dauern. Wer langfristig plant, prüft regelmäßig, wann der Pass erneuert werden muss. Die meisten Botschaften können bis zu 4-6 Wochen benötigen. Eine frühzeitige Beantragung spart Stress und verhindert böse Überraschungen beim nächsten Verlängerungstermin.
Das Antragsformular TM.7: Vollständig und korrekt ausfüllen
Das Formular TM.7 ist das Herzstück des Antrags. Es muss in englischer Sprache vollständig ausgefüllt sein und alle relevanten Felder adressieren. Besondere Aufmerksamkeit sollte der Begründung für die Verlängerung gelten – hier reicht einfach „Retirement“ oder „Ruhestand“ aus. Häufige Fehler entstehen durch unvollständig Eingaben, unlesbare Handschriften oder fehlende Unterschriften. Ein fehlerhaft ausgefülltes Formular wird vor Ort oft verweigert und muss komplett neu ausgefüllt werden – das kostet Zeit und Nerven.
Die bearbeitungsgebühr für die Extension of Stay beträgt landesweit einheitlich 1.900 Thai Baht (etwa 50 Euro) und wird in bar bezahlt. Passend Geldscheine bereithalten erspart dem Beamten Verdruss. Das Formular sollte beidseitig bedruckt werden, es sei denn, das lokale Büro hat spezielle Vorgaben. Mit einem ordentlich ausgefüllten TM.7 im Gepäck ist bereits die Hälfte der Arbeit getan.
Passkopien und Lichtbilder: Die kleinen Details mit großer Wirkung
Passkopien müssen lückenlos sein – jede Seite mit einem Visum, Stempel oder Eintrag gehört dazu. Die Kopien werden handschriftlich von der antragstellenden Person unterzeichnet. Diese Unterschrift muss exakt mit der Unterschrift im Reisepass übereinstimmen. Die Behörde will damit die Authentizität bestätigen und sicherstellen, dass nicht jemand anderes das Dokument eingereicht hat. Saubere, gut lesbare Kopien wirken seriös. Verblasste oder unleserliche Kopien hingegen führen zu Rückfragen.
Lichtbilder müssen aktuell sein (nicht älter als 6 Monate), das Format 4×6 Zentimeter entsprechen und einen neutralen weißen Hintergrund haben. Ohne Brille, freundlicher Blick und ordentliche Kleidung sind Standard. Der erste Eindruck auf dem Foto zählt – ein Foto von einer guten Fotographin schafft Vertrauen. Die gängigen Formate erfüllen alle diese Kriterien und kosten ein paar Euro. Ein investierter Aufwand, der sich lohnt.
Fristen verstehen: 30 Tage vor Ablauf ist der Richtwert
Die Verlängerung kann standardmäßig ab 30 Tagen vor Ablauf der aktuellen Aufenthaltserlaubnis beantragt werden. Es ist wenig sinnvoll, bis zum letzten Tag zu warten – unvorhergesehene Dokumente fehlen dann wie eine bombensichere Katastrophe. Ein Zeitpuffer von zwei Wochen vor dem Abgabetermin gibt Sicherheit für eventuelle Nachbesserungen und Korrektionen. Zudem lässt sich in dieser Zeit die aktuelle Auslastung des Büros einschätzen.
Die regionale Variation bei der Frist ist gering, aber es gibt Unterschiede zwischen einzelnen Büros – manche erlauben eine Beantragung ab 45 Tagen, andere sind strenger. Eine Voranfrage beim zuständigen Einwanderungsbüro geklärt diese Unsicherheit. Viele Büros bieten mittlerweile Terminsysteme an, die die Wartezeit erheblich verkürzen. Wer sich organisiert und die Fristen im Blick behält, macht den Behördengang zu einer Formsache statt zu einer Last.
Regionale Unterschiede: Nicht überall gleich, aber transparent erkennbar
Obwohl das Einwanderungsgesetz landesweit einheitlich gilt, zeigen sich in der Praxis regionale Unterschiede. Ein Büro in Bangkok kann andere Anforderungen an die Kopienanzahl oder zusätzliche Bestätigungen stellen als eine Filiale auf Koh Samui oder in Chiang Mai. Solche Nuancen betreffen oft nebensächliche Details – mal wird eine zusätzliche Unterschrift des Vermieters verlangt, mal nicht. Aber die Kernvorgaben zur Finanzen und Adresse sind überall gleich.
Ein bewährter Trick ist, sich in lokalen Expat-Gruppen oder Internetforen nach aktuellen Gepflogenheiten in der eigenen Region zu erkundigen. Erfahrungsberichte von Menschen, die gerade einen Termin hinter sich haben, sind Gold wert. Sie zeigen, was der zuständige Sachbearbeiter aktuell bevorzugt oder besonders kontrolliert. Mit diesen Hinweisen lässt sich der Termin gezielter vorbereiten und die Chancen auf einen reibungslosen Ablauf steigen erheblich.
90-Tage-Meldung: Ein wichtiges Nebengleis, das häufig übersehen wird
Wer im Land überschreitet 90 Tage am Stück aufenthält, muss sich alle 90 Tage bei der Immigration melden – das ist die sogenannte TM.47 Meldung. Das Non-Immigrant O-Visum zählt zur Kategorie der Langzeitaufenthalte, daher gilt diese Regel. Die Meldung ist kostenfrei und kann online, per Post oder persönlich erfolgt. Sie ist NICHT identisch mit der Verlängerung – sie ist eine zusätzliche Pflicht. Wer die Meldung versäumt, riskiert ein Bußgeld von 2.000 Thai Baht (etwa 53 Euro) oder bis zu 5.000 Baht, falls verhaftet wird.
Diese Meldung ist oft Bestandteil von Behördenchecks bei der Verlängerung – die Beamten prüfen, ob alle bisherigen 90-Tage-Meldungen erfüllt wurden. Wer sorgfältig alle Zettel sammelt und Fristen im Kalender markiert, vermeidet später unangenehme Überraschungen. Die Frist kann auch Tage vor oder bis zu 7 Tage nach dem Stichtag erfüllt werden, was etwas Flexibilität bietet.
Beglaubigungen und Übersetzungen: Wenn das Heimatland spricht
Werden Dokumente aus dem Heimatland eingereicht – etwa Rentenbescheide oder Einkommensnachweise – können diese vom Konsulat oder der Botschaft beglaubigt werden müssen. Die genaue Anforderung hängt von der lokalen Praxis ab und sollte im Voraus mit dem Einwanderungsbüro geklärt werden. Deutsche Botschaften in Thailand bieten Beglaubigungen an, die Gebühren liegen zwischen etwa 25 und 50 Euro pro Urkunde. Die Bearbeitung kann aber bis zu einer Woche dauern – also früh genug einplanen.
Übersetzungen ins Thailändische werden selten verlangt – Englisch reicht in der Regel aus. Aber auch hier gilt: Im Voraus fragen spart Überraschungen. Wer in einem kleineren Ort lebt, weit weg von Bangkok, sollte frühzeitig mit dem lokalen Büro Kontakt aufnehmen. Manchmal akzeptieren Beamte vor Ort auch unebteurere, private Übersetzungen oder Beglaubigungen statt offizieller Botschaftsstempel – aber das sollte nicht auf Unwissenheit basieren, sondern auf Information.
Respekt und Geduld: Kulturelle Grundlagen für reibungslosen Ablauf
Ein respektvolles und freundliches Verhalten gegenüber den Beamten ist von großem Vorteil. In der thailändischen Kultur spielen Höflichkeit und Wertschätzung eine zentrale Rolle – das spiegelt sich auch in Behördenkontakten wider. Ordentliche Kleidung – etwa ein Hemd und lange Hosen – signalisiert Respekt vor der Institution. Auch wenn alles doppelt geprüft wurde und alle Unterlagen vorhanden sind: Beamte behalten die letzte Kontrolle und können Fragen stellen. Wer ruhig bleibt, kooperativ reagiert und geduldig wartet, wird feststellen, dass die Mitarbeiter in der Regel sehr hilfsbereit sind.
Ein Lächeln und ein einfaches „Sawasdee Krap/Kha“ zur Begrüßung schaffen von Anfang an eine angenehme Atmosphäre. Kurze Wartezeiten sind normal – nicht unhöflich nachfragen, sondern geduldig warten zeugt von Respekt. Viele Büros sind gut organisiert, aber auch unter Druck. Wer diese menschliche Seite verstehen und eine Brücke bauen kann, macht einen stressigen Termin zu einem, der schnell vorbeigeht.
Häufige Stolperfallen: Was kostet teuer, wenn übersehen wird
Ein absolutes Knockout-Kriterium ist ein abgelaufener Reisepass. Das Visum kann nur verlängert werden, solange der Pass gültig ist. Ein zweites Risiko: Wenn Rentenbescheinigungen älter als 6 Monate sind, werden sie oft nicht anerkannt. Das gilt besonders für Einkommen-basierte Nachweise – der Behörde muss glaubhaft sein, dass die Rente noch fließt. Auch wer mit einem neuen Pass den alten Visumsausweis vergisst, ist schnell am Ziel vorbei – alte Visa-Seiten müssen kopiert werden.
Ein beliebtes Stolperstein ist auch die falsche Währung bei Bankbriefen. Wenn das Bankbrief in USD vorliegt statt in Thai Baht, akzeptieren es viele Büros nicht. Auch fehlende oder unleserliche Passkopien führen zu Ablehnungen. Und schließlich: Wer seinen Aufenthaltsort zwischenzeitlich wechselt hat und das nicht mit einer neuen TM.30-Meldung dokumentiert hat, riskiert Fragen und Verzögerungen. Ein systematisch gepflegtes Dossier mit allen Originalbelegen und Kopien vermeidet 90 Prozent dieser Probleme.
Visa-Agenturen: Dienstleister für die praktische Seite
Viele Menschen nutzen Visa-Agenturen, um den Prozess zu vereinfachen. Diese Dienstleister kennen die lokalen Abläufe und können die Unterlagenzusammenstellung professionell handhaben. Die Kosten variieren erheblich – von einigen hundert bis zu mehreren tausend Baht je nach Agentur und Leistungsumfang. Ob dieser Service nötig ist, hängt vom persönlichen Komfortniveau und der verfügbaren Zeit ab.
Wer seine Dokumente selbst im Griff hat und mit der englischen Sprache vertraut ist, kann den Prozess problemlos alleine bewältigen. Agenturen bieten jedoch einen echten Mehrwert, wenn komplexe Konstellationen vorliegen – etwa ein neuer Pass, wechselnde Adresse oder fehlende Dokumentzusammenhänge. Ein persönlicher Termin kostet aber Geduld; die Agentur übernimmt dies gegen Gebühr. Es bleibt eine individuelle Abwägung zwischen Aufwand und Kosten.
Digitale Neuerungen: Online-Portale für bessere Effizienz
Thailand modernisiert seine Verwaltung schrittweise. Es gibt Online-Formulare und digitale Einreichungsmöglichkeiten für verschiedene Visaanträge und Meldepflichten. Das 90-Tage-Reporting kann zum Beispiel online erfolgt werden (mit TM.47 Formularen im Web-Portal der Immigration). Diese Digitalisierung reduziert den Papierkram und beschleunigt die Vorprüfung durch die Beamten. Allerdings: Das Online-System ist nicht überall verfügbar und nicht immer zuverlässig. Viele Expats berichten von technischen Problemen, die zum Scheitern führen.
Für die Extension of Stay selbst gibt es noch keine landesweit funktionierende Online-Lösung – der physische Besuch im Büro bleibt notwendig. Die Digitalisierung dient aktuell eher als Werkzeug für einzelne Teile des Prozesses, nicht als Rundum-Ersatz. Wer die digitalen Angebote trotzdem nutzt, zeigt Eigeninitiative und spart oft Zeit. Es lohnt sich, die offizielle Immigration-Website regelmäßig zu prüfen, welche Online-Services verfügbar sind.
Sicherheit durch sorgsame Vorbereitung statt Besorgnis
Die Visa-Verlängerung ist kein Grund zur Sorge, sondern ein strukturierter, wiederholbar Prozess. Die Angst vor Ablehnung ist in den meisten Fällen unbegründet, wenn alle finanziellen und administrativen Vorgaben erfüllt sind. Die thailändischen Behörden haben ein Interesse daran, dass rechtschaffene Residenten im Land bleiben können – dieser Prozess ist nicht darauf ausgelegt, Menschen auszusperren, sondern zu kontrollieren und zu dokumentieren. Mit korrekten Unterlagen ist die Erfolgsquote hohe beachtlich.
Der Stempel im Pass am Ende des Termins ist unbezahlbar. Er bedeutet ein weiteres Jahr in Thailand, ohne rechtliche Unsicherheiten über den Aufenthaltsstatus. Mit sorgfältiger Vorbereitung wird der Stapel Papiere auf dem Verandatisch kleiner, bis schließlich nur noch die Bestätigung der erfolgreichen Verlängerung übrig bleibt. Ruhe und Sachlichkeit sind dabei die besten Begleiter durch den Behördenprozess.
Checkliste für die Verlängerung: Was darf nicht fehlen
Ein vollständiges Dossier besteht aus: ausgefülltem TM.7 Formular, gültiger Reisepass (mindestens 18 Monate), Passkopien aller relevanten Seiten (unterzeichnet), zwei aktuelle Passbilder (4×6 cm), Bankbuch und Bankbrief (nicht älter als 1-2 Tage), Mietvertrag oder TM.30-Kopie, Rentenbescheid oder Einkommenszertifikat (wenn relevant), und der Gebühr von 1.900 Baht in bar. Optional, aber wertvoll: eine Liste aller bisherigen 90-Tage-Meldungsbelege und eine Notiz mit den Namen des örtlichen Sachbearbeiters oder des Büroleiters für etwaige Rückfragen.
Wer diese Checkliste zwei Wochen vor dem geplanten Termin durchgeht, behält den Überblick. Fotokopien sollten in großer Zahl vorhanden sein – es ist besser, zu viel als zu wenig zu haben. Alle Unterlagen sollten in einer Mappte oder Klemmmappe organisiert sein, in logischer Reihenfolge sortiert und mit einfachen Registern beschriftet. Ein solches sauberes Dossier wirkt professionell und beschleunigt die Bearbeitung erheblich.
Ausblick: Stabilitätserwartungen und mögliche Veränderungen
Die Visabestimmungen in Thailand folgen einer stabilen Linie – während einzelne Details gelegentlich angepasst werden, sind die grundlegenden Pfeiler des Rentnervisums über Jahrzehnte bewährt. Es ist denkbar, dass in Zukunft weitere Digitalisierungsschritte oder kleine Gebührenerhöhungen folgen. Aber die Kernidee – dass ältere Ausländer mit stabilen finanziellen Mitteln langfristig in Thailand leben dürfen – wird nicht in Frage gestellt. Informiert zu bleiben, ohne in Alarmismus zu verfallen, ist die beste Strategie.
Wer langfristig in Thailand plant, sollte administrative Veränderungen als normalen Teil eines Lebens im fremden Kulturkreis akzeptieren. Die grundlegenden Regeln des Rentnervisums haben sich als tragfähig erwiesen. Solange man die Spielregeln respektiert, seine Unterlagen ordentlich führt und regelmäßig informiert bleibt, steht einem entspannten, rechtlich sicheren Leben im „Land des Lächelns“ auch in den kommenden Jahren nichts im Wege.
Fazit: Ein jährliches Ritual, das Routine wird
Die Zusammenstellung der Dokumente für die jährliche Aufenthaltsverlänerung ist eine Fleißaufgabe, die mit Sorgfalt erledigt werden muss. Vom Bankbrief bis zum Mietvertrag bildet jedes Papier einen Baustein für den legalen Aufenthalt. Wer die Anforderungen als Checkliste begreift statt als Hindernis, verliert schnell den Schrecken vor dem Termin. Es ist ein jährlich wiederkehrendes Ritual, das nach dem ersten oder zweiten Mal zur Routine wird – ein Teil des Lebens als Ausländer in Thailand.
Der erfolgreiche Abschluss des Verfahrens zeigt, dass man die organisatorischen Anforderungen des Alltags in der Fremde meistert. Die Belohnung ist die Fortsetzung eines Lebensstils, den viele schätzen: Ruhe, Sonne, günstige Lebenshaltungskosten und eine gastfreundliche Kultur. Mit den richtigen Fakten im Kopf, einem ordentlich geführten Dossier und einer Prise thailändischer Geduld wird die jährliche Verlängerung von einer einstigen Belastung zu einer bloßen Formsache, die schnell erledigt ist.
Anmerkung der Redaktion: Aktualität und individuelle Variationen
Dieser Artikel basiert auf den im Februar 2026 geltenden Bestimmungen für das Non-Immigrant O Rentnervisum und der Aufenthaltsverlängerung in Thailand. Spezifische Anforderungen können von Einwanderungsbüro zu Einwanderungsbüro leicht unterscheiden – lokale Beamte haben Ermessensspielraum bei der Auslegung von Regeln. Ältere Informationen im Internet können veraltet sein; eine frühzeitige Erkundigung direkt beim zuständigen Büro ist daher dringend empfohlen. Die genannten Beträge und Umrechnungskurse dienen der Orientierung und unterliegen Marktschwankungen sowie Gebührenänderungen der Banken.



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