BANGKOK, THAILAND – Thailands Anti-Geldwäsche-Behörde greift zu: Das Amlo will Vermögenswerte im Wert von 13 Milliarden Baht konfiszieren. Vier Großfälle, ein gemeinsamer Nenner: Die Verdächtigen können nicht belegen, woher das Geld stammt.
Milliardenschwere Beschlagnahmungen stehen bevor
Der Transaktionsausschuss des Amlo beschloss am Mittwoch, Staatsanwälte einzuschalten. Sie sollen Gerichtsbeschlüsse erwirken, um die gepfändeten Vermögenswerte zu beschlagnahmen. Die Begründung: Die Beteiligten legten keine glaubhaften Nachweise vor, dass sie das Geld legal erworben haben.
Die Summe von 13,074 Milliarden Baht verteilt sich auf vier Komplexe. Jeder Fall offenbart ein eigenes Netzwerk aus kriminellen Strukturen. Dennoch verbindet sie alle ein Muster: Ausländische Geschäftsleute nutzen Thailand als Drehscheibe für zweifelhafte Geschäfte.
Yim Leak und Ben Smith im Visier der Ermittler
Der größte Brocken betrifft den kambodschanischen Geschäftsmann Yim Leak und den Lobbyisten Benjamin Mauerberger, bekannt als Ben Smith. Das Amlo führt sie unter den Namen „Ms Taengthai, Mr Leak Yim, Mrs Wirinya, Mr Smith Ben, Ms Katreeya und Komplizen“. Die Behörde wirft ihnen öffentlichen Betrug vor.
Auf der Liste stehen 68 beschlagnahmte Objekte im Wert von 12,12 Milliarden Baht. Dazu zählen Grundstücke, Eigentumswohnungen, Luxusfahrzeuge, Jachten und Bankguthaben. Das Duo bewegte sich offenbar jahrelang unbehelligt – bis jetzt.
Chen Zhi verlor bereits die Freiheit
Ein weiterer Fall dreht sich um Chen Zhi, den chinesischstämmigen Gründer der Prince Group. Sein Konglomerat operiert grenzüberschreitend in Kambodscha. Die Ermittler beschlagnahmten 96 Vermögenswerte im Wert von 345 Millionen Baht.
Die Vorwürfe wiegen schwer: Online-Betrug, Menschenhandel und Geldwäsche über Kryptowährungen. Zu den gepfändeten Gütern gehören Land, Bargeld, Luxusgüter und Schmuck. Chen sitzt bereits in China – Peking ließ ihn Anfang Januar ausliefern und stellte ihn dort vor Gericht.
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Kok An gerät ins Fadenkreuz
Der dritte Fall zielt auf den kambodschanischen Geschäftsmann Kok An und sein Umfeld. Die Festnahmen gehen auf Ermittlungen zu transnationaler Kriminalität und Geldwäsche zurück. Die Staatsanwaltschaft soll nun 89 Vermögenswerte im Wert von 560 Millionen Baht einziehen lassen.
Betroffen sind hauptsächlich Grundstücke und Bankkonten. Gleichzeitig zeigt dieser Fall, wie tief die Strukturen reichen: Kok An agierte nicht allein, sondern stützte sich auf ein Netzwerk von Komplizen.
LINE-Betrüger zocken Opfer ab
Der kleinste, aber nicht minder perfide Fall betrifft eine Bande, die über die Chat-App LINE operierte. Sie lockte Opfer mit Investmentangeboten in die Falle. Die Staatsanwaltschaft soll Bargeld und Bankguthaben im Wert von 46 Millionen Baht beschlagnahmen.
Solche Betrugsmaschen nehmen zu. Die Täter setzen auf digitale Kommunikation, um Vertrauen aufzubauen. Denn einmal überwiesen, verschwindet das Geld in undurchsichtigen Kanälen.
Wie glaubwürdig ist Thailands Kampf gegen Geldwäsche?
Die Zahlen beeindrucken – doch reicht es, Vermögen zu beschlagnahmen? Thailand steht international unter Beobachtung, wenn es um Finanzkriminalität geht. Kritiker fragen: Werden die Strukturen wirklich zerschlagen, oder geht es nur um Einzelfälle, die medial gut aussehen?



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