BANGKOK, THAILAND – Nach der Parlamentswahl am 8. Februar hat sich die bisher oppositionelle Pheu-Thai-Partei überraschend klar hinter die Bhumjaithai-Partei gestellt, die künftig die Bildung einer neuen Koalitionsregierung anführen soll. Damit bahnt sich in der politischen Landschaft des Landes ein bemerkenswerter Schulterschluss zwischen der traditionell populistischen Pheu Thai und der eher konservativ ausgerichteten Bhumjaithai an.
Gespräch im Bhumjaithai-Hauptquartier
Die Entscheidung reifte bei einem Treffen im Hauptsitz der Bhumjaithai-Partei in Bangkok, bei dem Parteichef und Regierungschef Anutin Charnvirakul hochrangige Vertreter von Pheu Thai empfing.
An dem Gespräch nahmen unter anderem Yossanan Wongsa-sawat als Spitzenkandidat von Pheu Thai, Wahlkampfleiter Suriya Jungrungreangkit, der prominente Pheu-Thai-Politiker Phumtham Wechayachai sowie Generalsekretär Prasert Jantararuangtong teil.
Ziel einer stabilen Regierungsbildung
Nach Angaben beider Seiten stand die Bildung einer stabilen Regierung im Mittelpunkt, um die aus Sicht der Parteiführungen zentrale Aufgabe zu erfüllen, die nationalen Interessen nach der Wahl zu sichern.
Vor dem Hintergrund des starken Abschneidens von Bhumjaithai in der Abgeordnetenkammer ging es den Gesprächspartnern darum, einen länger anhaltenden politischen Stillstand möglichst zu verhindern.
Wahlergebnis und Rollenverteilung
Vorläufigen Ergebnissen zufolge gewann die Bhumjaithai-Partei rund 193 Sitze im 500-köpfigen Repräsentantenhaus und ist damit die stärkste Kraft, während Pheu Thai mit etwa 74 Mandaten den dritten Platz belegte.
Die reformorientierte People’s Party kam demnach auf Rang zwei, will jedoch nach eigenen Angaben in die Opposition gehen und sich nicht an der Regierungsbildung beteiligen.
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Gemeinsamer Auftritt vor der Presse
Im Anschluss an die Gespräche traten Anutin und Prasert gemeinsam vor die Medien, wobei Prasert erklärte, Pheu Thai sei bereit, Bhumjaithai als Kernpartei bei der Regierungsbildung zu unterstützen und gratuliere ausdrücklich zum Wahlerfolg.
Er betonte, es sei wichtig, ein politisches Vakuum zu vermeiden, und verwies darauf, dass Pheu Thai mit diesem Schritt Stabilität im Parlament und eine rasche Aufnahme der Regierungsarbeit anstrebe.
Politische Signale und nächste Schritte
Anutin bezeichnete das Treffen als Ehre und erklärte, auf Grundlage der sich abzeichnenden Wahlergebnisse sei eine Übereinkunft erzielt worden, wonach Pheu Thai Bhumjaithai als führende Koalitionspartei unterstützen werde.
Er sagte, frühere Missverständnisse und Konflikte, wie sie in der Politik üblich seien, müssten beiseitegelegt werden, um gemeinsam zum Nutzen des Landes zu arbeiten, und kündigte weitere Gespräche sowie Einladungen an mögliche Partner wie Kla Tham und die Democrat Party an.
Ungewohnte Allianz mit Signalwirkung
Mit der Annäherung der mit der Shinawatra-Familie verbundenen Pheu Thai an die eher establishmentnahe Bhumjaithai deutet sich eine pragmatische Neuordnung der politischen Lager an, die auf eine klare parlamentarische Mehrheit hinauslaufen könnte.
Beobachter sehen darin ein Zeichen, dass angesichts der unerwartet starken Position Bhumjaithais der Vorrang nun auf Regierungsfähigkeit und Stabilität liegt, während ideologische Differenzen in den Hintergrund treten und Anutin nach Bestätigung des Ergebnisses durch die Wahlkommission gute Chancen auf eine weitere Amtszeit als Regierungschef hat.
🗳️ Neue Machtverhältnisse – bringt diese Allianz Stabilität?
Nach der Wahl rücken frühere Rivalen zusammen, um eine Regierung zu bilden und ein politisches Vakuum zu vermeiden. Doch viele fragen sich: Ist das ein Schritt zu mehr Stabilität – oder nur politischer Pragmatismus?
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