Schulden steigen, Wachstum schwächelt – Rating in Gefahr

🚨📉 Dunkle Wolken über Thailands Wirtschaft: Experten warnen vor einer Entwicklung, die Kredite verteuern und Investoren abschrecken könnte. Die nächste Regierung steht damit vor einer gewaltigen Aufgabe. Warum Beobachter jetzt nervös werden…

Schulden steigen, Wachstum schwächelt – Rating in Gefahr
Ministry of Finance, World Bank, ThaiExaminer
Google Werbung

BANGKOK, THAILAND – Die künftige Regierung in Bangkok steht unter wachsendem Druck, die steigende Staatsverschuldung zu stabilisieren und gleichzeitig den Zugang zu internationalen Finanzquellen offen zu halten. Trotz eines überwiegend in Baht denominierten Schuldenbergs warnen Experten vor realen Risiken für das Kreditrating des Landes.

Steigende Schuldenquote und wachsender Ratingdruck

Nach Angaben der Generaldirektorin des Public Debt Management Office Jindarat Viriyataveekul lag die öffentliche Verschuldung Ende 2025 bei über 66 Prozent der Wirtschaftsleistung, was international zwar als moderat gilt, im regionalen Vergleich aber deutlich höher ausfällt.

Analysten sehen deshalb ein 50:50-Risiko, dass mindestens eine der drei großen Ratingagenturen die Bonität des Königreichs herabstuft, was die Finanzierungskosten sofort erhöhen und Kapitalzuflüsse belasten könnte.

Regionale Wettbewerbsposition im Fokus der Agenturen

Während die Schuldenquote Vietnams mit 31 bis 34 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nur etwa halb so hoch ist, meldet die Philippinen einen Wert von unter 61 Prozent, womit Bangkok im regionalen Vergleich an Boden verliert.

Diese Abstände innerhalb Südostasiens sind für Ratingagenturen entscheidend, da sie Staaten im direkten Vergleich bewerten und solche Differenzen in ihre Ausblicke und damit in die Investitionsentscheidungen großer Kapitalgeber einfließen lassen.

Robuste Schuldenstruktur, begrenzte Währungsrisiken

Stabilisierend wirkt, dass 99,2 Prozent der öffentlichen Schulden in Baht notieren und damit kaum direkte Risiken aus Wechselkursschwankungen entstehen, zumal der Anteil nicht abgesicherter Verbindlichkeiten nur 0,23 Prozent beträgt.

Zudem sind nach Angaben von Jindarat Viriyataveekul rund 87,3 Prozent der Staatsschulden zu festen Zinssätzen aufgenommen, was die Zinslast berechenbar hält und kurzfristige Ausschläge an den Finanzmärkten abfedert.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Bedeutung internationaler Kreditlinien und Projektfinanzierer

Trotz der geringen Fremdwährungsschulden betonte Jindarat, dass Thailand seine Kanäle zu internationalen Kreditgebern wie der Weltbank und der Asiatischen Entwicklungsbank offenhalten müsse, da diese institutsspezifische Projektmittel bereitstellen.

Ein Großteil der Finanzierung wichtiger Infrastrukturprojekte stammt weiterhin aus Japan, und die Expertin hob hervor, dass diese diversifizierten Quellen einen Beitrag zur finanziellen Stabilität und zur Sicherung ausländischer Kreditlinien leisten.

Fiskalische Belastung, alternde Gesellschaft und politischer Handlungsdruck

Der Anteil der Staatseinnahmen, der derzeit für den Schuldendienst aufgewendet wird, liegt bei 10,3 Prozent und damit noch unter der Schwelle von 12 Prozent, ab der thailändische Anleihen als Hochrisikopapiere gelten würden, was den Druck zur Ausweitung der Steuereinnahmen verstärkt.

Gleichzeitig verschärfen eine alternde Bevölkerung, eine schrumpfende Steuerbasis, schwaches Wachstum, rückläufige Touristenzahlen und Berichte über zunehmende Korruption die strukturellen Belastungen, weshalb die neue Regierung schnell überzeugende Antworten liefern muss.

Geteilte Einschätzungen der Ratingagenturen und trübe Wachstumsaussichten

Während S&P die Bonitätsnote BBB+ und einen stabilen Ausblick bestätigt, haben sowohl Moody’s als auch Fitch ihren Ausblick auf das Land bereits 2025 herabgestuft, was im Zusammenspiel mit der schwachen Konjunkturentwicklung ein Warnsignal darstellt.

Prognosen zufolge könnte das Wachstum 2025 nur 0,7 Prozent erreichen, und zugleich senkt die Zentralbank die Leitzinsen und warnt vor möglichen Auswirkungen neuer US-Zölle, während die Regierung mit Blick auf die USA und China über eine Neuausrichtung ihrer Handelsstrategie diskutiert.

Außenwirtschaftliche Risiken und politische Weichenstellungen

Im Zuge wachsender Unsicherheit um mögliche neue Handelszölle aus Washington hat die Regierung eine Überprüfung von US-Gerichtsentscheidungen zu früheren Trump-Zöllen angeordnet und Gespräche mit amerikanischen Partnern angestoßen, um wirtschaftliche Schäden zu begrenzen.

Parallel dazu versucht Premierministerin Paetongtarn, mit Besuchen in Vietnam und handelspolitischen Initiativen gegenüber den USA die Exportperspektiven zu verbessern, während innenpolitische Themen wie die Rückkehr ihres Vaters Thaksin und Korruptionsvorwürfe die Märkte zusätzlich verunsichern.

📉 Steuert Thailand auf ein Finanzproblem zu?

Steigende Schulden, schwaches Wachstum und eine schrumpfende Steuerbasis setzen das Land unter Druck. Eine Herabstufung könnte Kredite verteuern und Investoren abschrecken.
Ist das nur ein Warnsignal – oder der Beginn größerer wirtschaftlicher Probleme?
Schreib deine Meinung in die Kommentare.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: ThaiExaminer

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert