BANGKOK, THAILAND – Die People’s Party hat ihren Anspruch bekräftigt, führende Oppositionskraft im neuen Parlament zu bleiben, und eine Beteiligung an der Regierung klar ausgeschlossen. Zugleich verdichtet sich das Bild einer von Bhumjaithai geführten Koalition, deren politische Prioritäten nach Einschätzung der Opposition jedoch weiterhin unklar sind.
People’s Party bekräftigt Oppositionsrolle
Parteisprecher _Parit Wacharasindhu_ stellte am Samstag klar, dass die People’s Party nicht in eine von Bhumjaithai angeführte Regierung eintreten werde.
Spekulationen, die Partei könnte im Falle eines Scheiterns der Regierungsbildung durch Bhumjaithai selbst noch den Versuch unternehmen, eine Regierung zu formen, wies er damit zurück.
Mandat der stärksten Kraft und Koalitionsbildung
Parit verwies darauf, dass Bhumjaithai nach der Wahl vom 8. Februar eine Koalition mit Pheu Thai und mehreren kleineren Parteien angekündigt habe und damit auf mehr als 250 Abgeordnete im 500 Sitze umfassenden Repräsentantenhaus komme.
Nach seinen Worten habe die stärkste Partei mit den meisten Sitzen „das legitime Mandat, die Regierungsbildung anzuführen“, weshalb die People’s Party das Recht der Wahlsiegerin respektiere und selbst in der Opposition bleibe.
Dementi zu Klatham-Gerüchten und Verteilung der Ressorts
Berichte über Gespräche zwischen der People’s Party und Thamanat Prompow, dem faktischen Chef der Klatham Party, über ein mögliches Ringen um das Landwirtschaftsministerium wies Parit entschieden zurück.
„Es hat keine Gespräche gegeben“, sagte er und betonte, es liege an den Koalitionspartnern, untereinander über die Zuteilung der Kabinettsposten zu verhandeln.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Forderung nach klarer Regierungsagenda
Die Verhandlungen über Ressorts seien eine interne Angelegenheit der Koalitionsparteien, während die Bevölkerung nun vor allem Klarheit über die gemeinsame politische Agenda erwarte, erklärte Parit.
Mit Blick auf die unterschiedlichen Wahlprogramme der beteiligten Parteien sagte er, die Menschen wollten wissen, wie diese Differenzen überbrückt werden sollen, wenn jede Partei zugleich ihre eigenen Wahlversprechen umsetzen wolle.
Unklare Prioritäten und Rolle von Parit
Bis Freitag habe es nach Parits Darstellung noch keine eindeutigen Signale gegeben, welche Vorhaben die neue Regierung als erstes vorantreiben wolle.
Der 33-Jährige, Neffe von Abhisit Vejjajiva, dem Vorsitzenden der Democrat Party und früheren Premierminister, gilt zugleich als möglicher künftiger Parteichef der People’s Party, falls führende Mitglieder wegen eines laufenden Gerichtsverfahrens um die Reform des Lèse-Majesté-Gesetzes zurücktreten müssten.
Bhumjaithai als Wahlsieger und neue Koalition
Am Freitag sagte Pheu Thai Bhumjaithai offiziell Unterstützung zu, damit die Partei von Anutin Charnvirakul die Regierungsbildung anführt, wobei Anutin erklärte, beide Seiten seien bereit, frühere Differenzen hinter sich zu lassen und gemeinsam voranzugehen.
Nach dem Beitritt von drei Kleinstparteien mit zusammen fünf Sitzen würde das von Bhumjaithai geführte Lager auf 272 Mandate kommen, gestützt auf inoffizielle Ergebnisse, nach denen Bhumjaithai 193 Sitze, die People’s Party 118, Pheu Thai 74, Klatham 58 und die Democrats 22 errangen.
🗳️ Starke Opposition – gut für die Demokratie?
Die People’s Party verzichtet bewusst auf eine Regierungsbeteiligung und setzt stattdessen auf Kontrolle und Gegenstimmen im Parlament. Während die neue Koalition ihre Agenda noch klären muss, wächst die Erwartung an eine schlagkräftige Opposition.
Braucht Thailand jetzt mehr Zusammenarbeit – oder eine harte politische Kontrolle? Schreib deine Meinung in die Kommentare.



Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: