PATTAYA, THAILAND – Ein 38-jähriger malaysischer Staatsbürger chinesischer Herkunft ist wegen eines mutmaßlich professionell organisierten Callcenter-Betrugs festgenommen worden, bei dem ein 20-jähriger thailändischer Student um sein gesamtes Erbe von 1,93 Millionen Baht gebracht wurde. Die Polizei in Pattaya und Nonthaburi nahm den Verdächtigen nach einer landesweiten Fahndung fest und ermittelt nun gegen mögliche Mittäter sowie die Spur des verschwundenen Geldes.
Festnahme nach Fahndung über Provinzgrenzen
Der Tatverdächtige Yap Chin Keong wurde am 14.02.2026 in einem Hotel in der Soi Ngam Wong Wan 18 im Unterbezirk Bang Khen der Provinz Nonthaburi festgenommen.
An dem Einsatz waren Ermittler der Pattaya City Police Station unter Leitung von Pol. Col. Anek Sathon Yu und Pol. Lt. Col. Arus Saphanon gemeinsam mit Beamten der Bang Pho Police Station beteiligt.
Gerichtsbeschluss und schwere Vorwürfe
Grundlage der Festnahme war ein Haftbefehl des Provinzgerichts Pattaya, der dem Beschuldigten gemeinschaftlichen Betrug durch Identitätsanmaßung, gemeinschaftliche Urkundenfälschung und die Nutzung gefälschter amtlicher Dokumente zur Last legt.
Zudem wird ihm vorgeworfen, gemeinsam mit anderen falsche Daten in ein Computersystem eingebracht zu haben, wie es bei strukturierten Callcenter-Betrügen üblich ist.
Lockanruf und Verlust des gesamten Erbes
Das Opfer, ein 20-jähriger Ingenieurstudent aus der Provinz Rayong, hatte den Fall am 11.02.2026 bei der Polizei in Pattaya angezeigt.
Er schilderte, ein Anrufer habe sich als Mitarbeiter des Mobilfunkanbieters AIS ausgegeben und behauptet, seine nationale ID-Nummer sei missbraucht worden, um eine Telefonnummer für die Werbung einer Online-Glücksspielseite zu eröffnen.
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Übergabe am Einkaufszentrum in Pattaya
Der Betrüger habe das Gespräch auf die Chat-App Line verlagert und den Studenten unter dem Vorwand einer angeblichen „Überprüfung finanzieller Spuren“ dazu gebracht, insgesamt 1.933.000 Baht in bar abzuheben, die er als Erbe seiner verstorbenen Mutter kurz nach seinem 20. Geburtstag erhalten hatte.
In dem Glauben, mit einem echten Beamten zu sprechen, übergab der Student das Geld auf einem Parkplatz eines Einkaufszentrums an der Sukhumvit Road South in Pattaya, wo der mutmaßliche Täter das Bargeld entgegennahm, eine Überprüfung in einer AIS-Filiale vortäuschte und anschließend verschwand.
Auswertung der Überwachungskameras
Erst nachdem das Geld nicht zurückgebracht wurde, bemerkte der Student den Betrug, woraufhin die Ermittler umfangreiche CCTV-Aufnahmen aus dem Einkaufszentrum und dem Parkbereich auswerteten.
Die Bilder zeigten zunächst einen Mann im langärmligen weißen Hemd mit Maske und schwarzem Rucksack, später im kurzärmligen weißen Hemd ohne Maske, bevor er in einen weißen Toyota Yaris Cross mit dem Kennzeichen 6ขธ-4840 aus Bangkok stieg und in Richtung Hauptstadt fuhr.
Fluchtweg bis zur Festnahme
Weitere Ermittlungen ergaben, dass der Verdächtige zunächst in den Bezirk Hat Yai in der Provinz Songkhla gereist war, bevor er am 14.02. in das Hotel in Nonthaburi zurückkehrte, in dem er schließlich festgenommen wurde.
Bei der Durchsuchung seines Hotelzimmers stellte die Polizei Kleidungsstücke sicher, die mit den auf den Überwachungsvideos erkennbaren Outfits übereinstimmen, während der Verdächtige angab, das gesamte Geld einem ihm nur als „Boss“ bekannten Hintermann übergeben zu haben und selbst nichts mehr zu besitzen.
Weitere Ermittlungen zu Hintermännern
Der Festgenommene befindet sich derzeit im Gewahrsam der Pattaya City Police Station und wird dort weiter vernommen.
Die Behörden prüfen nun, ob es zusätzliche Beteiligte in dem Netzwerk gibt und ob Teile der 1,93 Millionen Baht noch gesichert werden können, und kündigten an, zu gegebener Zeit weitere Informationen zum Fortgang des Verfahrens zu veröffentlichen.
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