BANGKOK, THAILAND – Eine Psychologin der renommierten Thammasat University warnt vor einer wachsenden Gefahr für ältere Menschen: Online-Romance-Scams nutzen gezielt Einsamkeit und nachlassende Gefahrenwahrnehmung aus. Vor allem ältere Männer gelten nach ihrer Analyse als besonders anfällig, wenn Betrüger in sozialen Netzwerken oder auf Dating-Plattformen gezielt romantische Gefühle auslösen.
Einsamkeit als Einfallstor
Die Psychologin Assoc Prof Monin Techawachirakul von der Fakultät für Geisteswissenschaften der Thammasat University erklärte, viele ältere Erwachsene litten unter Einsamkeit oder emotionaler Leere, häufig nach dem Tod des Partners oder weil sie von ihren Kindern getrennt lebten.
Diese emotionale Lücke mache sie empfänglicher für neue Kontakte im Internet, die Aufmerksamkeit versprechen, aber sich als Betrug entpuppen können.
Soziale Medien als Risiko und Chance
Nach ihren Beobachtungen erleichtern soziale Netzwerke und Online-Dating es zwar, scheinbar passende Partner kennenzulernen, erhöhen aber zugleich das Risiko für toxische Beziehungen und Betrugsversuche.
Gerade ältere Nutzer, die mit der schnellen digitalen Entwicklung kaum Schritt halten können, seien besonders verwundbar gegenüber professionell inszenierten Profilen und Geschichten.
Nachlassende Warnsysteme im Gehirn
Assoc Prof Monin Techawachirakul verwies darauf, dass altersbedingte Veränderungen der Gehirnfunktion Fähigkeiten wie logisches Denken, Situationsanalyse und das Erkennen von Gefahren allmählich schwächten.
Im Vergleich zu Jüngeren verschlechtere sich dadurch die Fähigkeit zur Risikobewertung, was es Betrügern erleichtere, emotionale und finanzielle Grenzen zu überschreiten.
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Höheres Risiko für ältere Männer
Besonders ältere Männer tragen laut der Psychologin ein erhöhtes Risiko, weil bei ihnen bestimmte Hormone, die mit sexuellem Verlangen verbunden sind, weniger stark abfallen als bei Frauen.
Dadurch steige die Anfälligkeit, sich von attraktiven Profilfotos oder offensivem Flirtverhalten täuschen zu lassen und Warnsignale zu übersehen.
Chemie der Manipulation
Wenn Betrüger ihren Opfern intensive Aufmerksamkeit und Zuwendung zeigen, setzt das Gehirn den Botenstoff Dopamin frei, der mit positiven Gefühlen verbunden ist.
Diese wiederholte Dopamin-Ausschüttung verstärke die emotionale Bindung an den vermeintlichen Partner und schwäche gleichzeitig die rationale Beurteilung der Situation.
Taktik der Betrüger
Typischerweise versuchten Romance-Scammer, sehr schnell eine emotionale Nähe aufzubauen und das Gespräch von Alltagsfragen auf persönliche Krisen zu lenken.
Oft tauchten dann Geschichten über Krankheit, Notlagen oder finanzielle Probleme auf, die am Ende in mehr oder weniger direkten Geldforderungen mündeten.
Warnsignal Geldforderung
Assoc Prof Monin Techawachirakul riet dazu, in dem Moment besonders kritisch zu werden, in dem Geld ins Spiel komme, und genau zu hinterfragen, ob die gezeigte Zuneigung wirklich echt sei.
Sobald finanzielle Unterstützung gefordert werde, sollten Betroffene ihre eigenen Gefühle prüfen und überlegen, ob nicht eher ein finanzielles Interesse als echte Zuneigung dahinterstecke.
Woran gesunde Beziehungen zu erkennen sind
Nach Einschätzung der Expertin entwickeln sich gesunde Beziehungen schrittweise und vermitteln vor allem emotionale Sicherheit und das Gefühl von innerer Ruhe.
Beziehungen, die dagegen anhaltend Schuldgefühle, Angst, Unruhe oder emotionales Chaos erzeugen, könnten ein Hinweis auf eine ungesunde Bindung und möglichen Missbrauch sein.
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Online-Romantik kann Hoffnung schenken, aber auch zur perfiden Betrugsfalle werden. Experten sagen: Einsamkeit und sinkende Risikowahrnehmung machen viele Senioren besonders anfällig.
Braucht es mehr Aufklärung für ältere Menschen – oder sollten Plattformen stärker in die Pflicht genommen werden?
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