PRACHIN BURI, THAILAND – Die Scheiben waren tiefschwarz, der Wagen lag verdächtig tief auf dem Asphalt: Auf einem Highway nahe der kambodschanischen Grenze stoppte die Autobahnpolizei eine illegale Schleuser-Fahrt. Im Gepäck: Acht Chinesen ohne Papiere und eine gigantische Ladung High-Tech-Ausrüstung!
Die dunkle Limousine auf Highway 359
Es war ein routinemäßiger Check am Sonntagmorgen im Distrikt Sri Maha Phot, der plötzlich zum Volltreffer wurde. Den Beamten fiel ein Toyota auf, der unter einer ungewöhnlich schweren Last ächzte. Als die Polizisten den Wagen stoppten, trauten sie ihren Augen nicht.
Hinter den tiefschwarz getönten Scheiben drängten sich acht chinesische Staatsbürger auf engstem Raum. Am Steuer saß der Thailänder Chonlathit (37), der offenbar versuchte, die illegale Fracht unbemerkt ins Landesinnere zu schleusen. Doch der Plan der Menschenhändler scheiterte spektakulär an der Aufmerksamkeit der Fahnder.
Das Geheimnis der neun Rucksäcke
Doch die illegalen Passagiere waren nicht das einzige Problem im Wagen. Bei der Durchsuchung stießen die Polizisten auf neun prall gefüllte Rucksäcke. Als sie die Reißverschlüsse öffneten, kam ein wahres Waffenarsenal für Cyber-Kriminelle zum Vorschein.
Insgesamt 283 Mobiltelefone, hunderte Ladekabel und zwei Notebooks wurden beschlagnahmt. Wofür braucht eine kleine Gruppe so viel Technik? Die Ermittler prüfen nun, ob die Bande für eine der berüchtigten Callcenter-Mafias arbeitet, die Südostasien seit Jahren in Atem halten.
Geständnis für zehntausend Baht
Der Fahrer Chonlathit sang bei der Vernehmung sofort: Er gab zu, für die riskante Fahrt von der Grenze bis kurz vor Bangkok gerade einmal 10.000 Baht (ca. 260 Euro) kassiert zu haben. Sein Auftrag: Die Gruppe von Sa Kaeo in ein Hotel in Pathum Thani zu bringen.
Ein mieses Geschäft mit der Not und der Illegalität. Während er auf das schnelle Geld hoffte, wartet auf ihn jetzt eine saftige Anklage wegen Menschenschmuggels. Die Beamten ließen den Wagen sofort abschleppen und sicherten die Spuren an der High-Tech-Beute.
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Groß-Razzia im Schatten Bangkoks
Die Festnahme auf dem Highway war erst der Anfang. Sofort stürmten die Fahnder das Ziel-Hotel in Thanyaburi, nördlich der Hauptstadt. Dort stießen sie auf ein weiteres Schleuser-Versteck: Fünf weitere Personen aus Myanmar wurden dort ohne jegliche Papiere festgesetzt.
Die Ermittler sind sich sicher: Hier wurde ein wichtiger Knotenpunkt einer internationalen Bande zerschlagen. Die sichergestellten Handys werden nun im Labor forensisch untersucht, um die Hintermänner der Operation zu enttarnen.
Visum abgelaufen: Die Spur der Frau
Unter den festgenommenen Chinesen befand sich nur eine einzige Frau mit einem Pass. Doch auch sie ist für die Behörden keine Unbekannte: Ihr Visum war längst abgelaufen. Die restlichen sieben Männer hatten überhaupt keine Dokumente bei sich, die ihre Identität klären könnten.
Auch ein Mann aus Myanmar befand sich unter den Passagieren. Er hatte zwar einen Pass, aber keinen einzigen Einreisestempel. Für die Polizei ist klar: Diese Gruppe ist über die grüne Grenze nach Thailand eingedrungen – mitten hinein in die Arme der Justiz.
Endstation Knast: Wer zieht im Hintergrund die Fäden?
Der Highway-Commander Pol Maj Gen Pornsak Laorujiralai macht klar: Die Jagd auf die Hintermänner ist eröffnet. Es geht um illegale Migration, Visa-Betrug und möglicherweise großangelegten Computer-Betrug. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.
Steckt eine mächtige Internet-Mafia hinter dem Schmuggel? Die schiere Anzahl der Mobiltelefone deutet auf ein professionelles Netzwerk hin. Fest steht: Dieser Toyota wird so schnell keinen Highway mehr befahren – und die Drahtzieher müssen nun zittern, ob ihre Boten im Verhör auspacken.



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