NONTHABURI – Ein Abt in der Provinz Nonthaburi steht im Zentrum öffentlicher Vorwürfe. Zwei Frauen streiten sich in einem viral gegangenen Video darüber, wer eine Beziehung mit dem Mönch geführt haben soll. Das Nationale Büro für Buddhismus sieht sich mit Forderungen nach einer Untersuchung konfrontiert.
Streit-Video verbreitet sich in sozialen Netzwerken
Am 6. Februar kursierte in thailändischen sozialen Netzwerken ein Video, das einen heftigen Streit zwischen zwei Frauen zeigt. Eine der Beteiligten stellt sich als Ehefrau des Abts vor und wirft der anderen eine Beziehung zu ihrem Mann vor – bei dem es sich um den Mönch Ajarn A. handeln soll.
Die andere Frau weist den Vorwurf zurück und gibt an, selbst in einer Partnerschaft zu leben. Sie kündigt an, die angebliche Ehe des Abts öffentlich zu machen.
Zweites Video mit weiteren Anschuldigungen
In einem weiteren Video erhebt die Frau, die sich als Ehefrau des Abts bezeichnet, zusätzliche Vorwürfe. Sie behauptet, auf dem Mobiltelefon des Abts kompromittierende Nachrichten und Bildmaterial einer anderen Frau gefunden zu haben.
Darüber hinaus wirft sie dem Abt vor, einer Geliebten Geld für deren Friseursalon gegeben zu haben. Heimliche Treffen außerhalb des Tempels sollen ebenfalls stattgefunden haben.
Vorwürfe über mehrere Beziehungen und finanzielle Zuwendungen
Eine Facebook-Seite verbreitete weitere Behauptungen, wonach der Abt Beziehungen zu insgesamt vier Frauen unterhalten haben soll. Einigen von ihnen soll er Geld für Schönheitsoperationen gezahlt haben. Eine der genannten Frauen soll myanmarische Staatsbürgerin sein.
Der Fall erinnert Beobachter an einen früheren Vorfall, bei dem eine Frau namens Golf Aufsehen erregte. Sie soll Beziehungen zu mindestens elf Mönchen in verschiedenen Teilen Thailands geführt haben.
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Abt nicht im Tempel angetroffen
Ein Reporterteam des Senders Channel 8 suchte den Abt in seinem Tempel in Nonthaburi auf, traf ihn dort jedoch nicht an. Der Mönch Kaenchan teilte mit: „Der Abt ist vor einigen Tagen zu einer Meditationsreise aufgebrochen.“
Kaenchan äußerte sich auch zu den Vorwürfen: „Ich glaube nicht, dass der Abt eine Beziehung haben oder gegen die Mönchsregeln verstoßen würde.“ Er erwog, dass die Frauen im Video möglicherweise unter Alkoholeinfluss gestritten hätten.
Reaktionen aus der Bevölkerung gespalten
Eine Händlerin vor dem Tempel beschreibt den Abt als gewissenhaften Mönch. „Ich kann mir das nicht vorstellen“, sagt sie. In sozialen Netzwerken forderten viele Nutzer eine offizielle Untersuchung durch das Nationale Büro für Buddhismus.
„Das darf nicht ungesühnt bleiben!“, schrieb ein Nutzer. Ein anderer kommentierte: „Solche Skandale zerstören das Vertrauen in die Religion.“
Mönchsregeln und mögliche Konsequenzen
Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, hätte der Abt gegen grundlegende Regeln des buddhistischen Mönchtums verstoßen. Diese untersagen sexuelle Beziehungen, körperlichen Kontakt mit Frauen und das Alleinsein mit ihnen. Finanzielle Zuwendungen an Frauen wären ein weiterer Regelverstoß.
Das Nationale Büro für Buddhismus steht unter öffentlichem Druck, den Fall rasch und transparent zu prüfen. Die Vorwürfe gegen Ajarn A. könnten das Ansehen der buddhistischen Gemeinschaft in Thailand nachhaltig belasten, wenn sie nicht offiziell aufgeklärt werden.
Debatte über Kontrolle religiöser Institutionen
Der Fall befeuert eine Diskussion, die in Thailand immer wieder aufkommt: Braucht es eine stärkere institutionelle Aufsicht über religiöse Einrichtungen? Kritiker sehen in wiederkehrenden Berichten über Verstöße innerhalb des Mönchstums ein strukturelles Problem, das über Einzelfälle hinausgeht.
Befürworter einer unabhängigen Kontrolle fordern transparente Verfahren und klare Konsequenzen bei nachgewiesenen Verstößen. Ob der Fall Ajarn A. zu konkreten Reformen führen wird, bleibt abzuwarten.



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