CHON BURI, THAILAND – Eine 25-jährige Thai-Afrikanische Absolventin wirft einer Universität im Bezirk Nong Prue vor, ihr Abschlusszeugnis trotz bestandenem Studium zu verweigern, nachdem Studiengebühren über ein Privatkonto veruntreut worden sein sollen. Mehr als zehn weitere Studierende seien betroffen, die Hochschule spricht von laufenden rechtlichen Schritten und verspäteter Zeugnisausgabe.
Beschwerde bei der Polizei
Die halb thailändische, halb afrikanische Absolventin Miriam hat nach eigenen Angaben bei der Polizeiwache Nong Prue Anzeige erstattet und spricht von einer unfairen Behandlung durch die Universität.
Sie schilderte, seit zwei Jahren warteten sie und über zehn weitere Studierende auf ihre offiziellen Abschlussurkunden der Hochschule im Bezirk Nong Prue in der Provinz Chon Buri.
Zahlungen auf Privatkonto des Vize-Rektors
Miriam erklärte, sie habe sich 2021 an der Universität eingeschrieben und ihr Studium 2024 abgeschlossen, wobei alle Studiengebühren während dieser Zeit überwiesen worden seien.
Sie und andere Betroffene hätten die Gebühren auf ein persönliches Bankkonto des Vizekanzlers, der zugleich als Finanzverantwortlicher fungiert habe, eingezahlt.
Vorwurf gefälschter Quittungen und Veruntreuung
Die Absolventin gab an, für jede Überweisung Quittungen erhalten zu haben und daher von einer ordnungsgemäßen Verbuchung der Zahlungen ausgegangen zu sein.
Später habe sie erfahren, dass sie für das letzte Semester mit 22.000 Baht als säumige Zahlerin geführt werde, was die Aushändigung ihres Abschlusszeugnisses blockiere.
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Uni verlangt erneute Zahlung für Zeugnis
Miriam sagte, sie habe der Universität mit einer Quittung nachgewiesen, dass sie die angeblich offene Summe bereits gezahlt habe, doch man habe ihr mitgeteilt, der Beleg sei gefälscht.
Nach ihren Angaben ergab eine interne Untersuchung, dass der Vizekanzler Geld von ihr und mehr als zehn weiteren Studierenden veruntreut habe.
Einzelklagen statt zentraler Lösung
Die Universität habe den Betroffenen laut Miriam mitgeteilt, jede und jeder müsse selbst Anzeige erstatten und den Fall individuell strafrechtlich verfolgen.
Außerdem habe die Hochschule gefordert, wer sein Zeugnis erhalten wolle, müsse die 22.000 Baht zunächst erneut zahlen und werde erst entschädigt, wenn der Verdächtige das Geld an die Universität zurückgezahlt habe.
Belastung für weitere Ausbildung und Karriere
Miriam bezeichnete dieses Vorgehen als unfair und betonte, die Universität müsse Verantwortung übernehmen und die Nachverfolgung des Falls organisieren, statt die Last auf die Studierenden zu verlagern.
Nach ihrer Darstellung hindert sie der fehlende Abschlussnachweis daran, ein weiteres Studium aufzunehmen oder eine Stelle zu finden.
Stellungnahme der Universität
Der Fernsehsender Channel 7 berichtete, ein Vertreter der Universität habe erklärt, die Einrichtung gehe rechtlich gegen den Verdächtigen vor und sei bereit, Verantwortung für die Ausstellung der Zeugnisse zu übernehmen.
Die Universität begründete die Verzögerungen bei den Abschlussdokumenten damit, dass nach Bekanntwerden der mutmaßlichen Korruption das Management gewechselt habe und das neue Team erst kürzlich seine Arbeit aufgenommen habe.
Aufforderung an Betroffene
Die Hochschulleitung forderte laut dem Bericht die betroffenen Studierenden auf, sich an die zuständigen Mitarbeitenden zu wenden, um ihre Abschlusszeugnisse zu erhalten.
Zugleich habe die Universität die Studierenden gedrängt, den Fall auch der Polizei zu melden, damit das strafrechtliche Verfahren weiter vorangetrieben werden kann.



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