BANGKOK, THAILAND – Thailands Polizei hat gemeinsam mit internationalen Partnern einen groß angelegten Schlag gegen sogenannte Scam-Fabriken in Südostasien abgeschlossen. Meta deaktivierte dabei über 150.000 verdächtige Konten, während die Royal Thai Police 21 Schlüsselverdächtige festnahm und Hunderte mutmaßlich verschleppte Landsleute identifizierte.
Gemeinsame Aktion endet am 12. März
Die Anti-Online Scam Centre (ACSC) meldete am 12. März 2026 den Abschluss einer hochrangigen Intervention gegen grenzüberschreitend agierende Betrugsnetzwerke.
Die zweite Joint Disruption Week brachte die Royal Thai Police mit dem FBI, dem US Department of Justice und Meta an einen Tisch, um die digitalen Werkzeuge der Täter zu zerschlagen.
Meta schaltet mehr als 150.000 Accounts ab
Kern der Operation war die Störung der Online-Infrastruktur, über die Opfer angeworben, Zahlungen gelenkt und Identitäten verschleiert werden.
Laut den beteiligten Stellen deaktivierte Meta im Zuge der Aktion mehr als 150.000 als verdächtig eingestufte Accounts.
21 Festnahmen und ein Hinweis auf Menschenhandel
Parallel zur digitalen Säuberung bestätigte die Royal Thai Police die Festnahme von 21 zentralen Verdächtigen, die den kriminellen Netzwerken zugerechnet werden.
Zudem wurden mehr als 300 thailändische Staatsangehörige identifiziert, die nach Angaben der Ermittler in Zwangsarbeit an Scam-Zentren entlang der Grenzen geraten waren.
Polizei warnt vor Betrug im Industrieformat
Pol Lt Gen Jirabhop Bhuridej, stellvertretender Generaldirektor, beschrieb die Netzwerke als hochprofessionelle Strukturen, die mit der Effizienz legaler Unternehmen arbeiteten.
Die Behörden sprechen von einem Betrug im industriellen Maßstab, bei dem Arbeitsabläufe, Rollenverteilung und technische Systeme wie in einem normalen Betrieb organisiert werden.
Mehr Staaten schließen sich dem Bündnis an
Die internationale Kooperation wurde nach Angaben der Ermittler deutlich ausgeweitet und umfasst inzwischen auch Strafverfolger aus dem Vereinigten Königreich, Japan, Südkorea, Singapur, Australien und Kanada.
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Dass sich so viele Länder beteiligen, unterstreicht nach Einschätzung der Beteiligten die globale Dimension der Scam-Ökonomie, die Opfer weit über Südostasien hinaus trifft.
LINE soll bei Prävention mithelfen
Neben Polizeibehörden und US-Partnern wird auch die Messaging-Plattform LINE Teil der Koalition, um regionale Präventionsstrategien zu entwickeln.
Ziel ist es, Muster früher zu erkennen und Kommunikationskanäle weniger anfällig für Missbrauch zu machen, ohne legale Nutzer zu beeinträchtigen.
Deine Meinung
Der Schlag zeigt, dass Plattformen und Behörden gemeinsam schnell Wirkung erzielen können, aber er macht auch sichtbar, wie eng Online-Betrug und Menschenhandel inzwischen miteinander verknüpft sind.
Welche Maßnahmen sollten Plattformen, Polizei und Politik als Nächstes priorisieren, damit Scam-Zentren nicht einfach ausweichen – Kontosperren, Opferhilfe oder härtere Strafverfolgung?



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