BANGKOK, THAILAND – Thai Airways hat die Ticketpreise auf mehreren Strecken um 10 bis 15 Prozent angehoben, um höhere Treibstoffkosten im Zuge der Lage im Nahen Osten abzufedern. Trotzdem meldet die Airline starke Buchungen, stabile Abläufe und hält an ihrem Expansionskurs fest.
Ticketpreise steigen – wegen Kerosin und Krisenlage
Nach Angaben der Chief Financial and Accounting Officer Cherdchome Therdsteerasukdi begann Thai Airways mit Preisanpassungen, nachdem die Ölpreise angezogen hatten.
Die Airline verweist darauf, dass zwar bereits ein Fuel Surcharge angewendet wird, eine Obergrenze dafür aber mit der Civil Aviation Authority of Thailand (CAAT) abgestimmt werden muss.
Keine Flugstreichungen – Nachfrage bleibt stabil
Thai Airways erklärte, die Nachfrage habe bislang nicht nachgelassen, und es seien wegen der aktuellen Lage keine Flüge gestrichen worden.
Für März 2026 seien die Vorausbuchungen weiterhin stark, insbesondere auf Direktverbindungen zwischen Europa und Thailand mit einer durchschnittlichen Auslastung von 80 bis 90 Prozent.
Europa-Strecken besonders gefragt – Direktflug statt Umstieg
Die Airline berichtete, dass es in den vergangenen zwei Wochen auf mehreren Routen, darunter auch Europa-Verbindungen, zeitweise schwierig gewesen sei, Sitzplätze zu bekommen.
Ein Grund ist laut Unternehmen, dass einige Reisende gezielt Direktflüge wählen, um Umstiege über Drehkreuze im Nahen Osten zu vermeiden.
Umwege um Konfliktzonen – mehr Verbrauch, aber stabiler Betrieb
Thai Airways hat nach eigenen Angaben einzelne Routenführungen angepasst, um Konfliktgebiete zu umgehen, darunter auch das Ausweichen um den iranischen Luftraum.
Diese Änderungen erhöhten den Treibstoffverbrauch zwar leicht, operativ sei der Effekt jedoch nicht wesentlich.
Chef Chai Eamsiri – fast 100 Prozent höhere Jet-Fuel-Kosten
CEO Chai Eamsiri begründete die teureren Tickets mit gestiegenen Kosten und sagte, der Jet-Fuel-Preis habe sich nahezu verdoppelt.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Er betonte: „We are not taking advantage of the situation, this is simply an adjustment in line with higher costs,“ und wies damit den Vorwurf einer Krisen-Preispolitik zurück.
Flotte soll bis 2026 auf 102 Maschinen wachsen
Im Hintergrund treibt Thai Airways den Ausbau voran und erwartet noch in diesem Jahr zusätzliche Flugzeuge im Dienst, sowohl Großraum- als auch Schmalrumpftypen.
Rath Rauksamrauat, Director of Corporate Finance, nannte als Ziel eine Flottenstärke von 102 Flugzeugen bis 2026, davon 67 Wide-Body und 35 Narrow-Body.
Neue Ziele – Amsterdam, Auckland und mehr Asien-Strecken
Für 2026 plant Thai Airways neue beziehungsweise wiederaufgenommene Strecken und zusätzliche Frequenzen, um die Performance zu stützen und die Hub-Strategie auszubauen.
Konkret genannt wurden Amsterdam und Auckland im dritten Quartal sowie neue Narrow-Body-Verbindungen nach China, darunter Changsha, Xiamen und Chongqing, außerdem Busan im zweiten Quartal und Da Nang im vierten Quartal.
Liquidität im Fokus – keine neuen Kredite, Rating in Prüfung
Trotz Wachstumskurs setzt Thai Airways nach eigenen Angaben in der aktuellen Lage Prioritäten bei der Liquidität und plant vorerst keine neuen Kredite.
Das Unternehmen teilte zudem mit, dass der Prozess zur Bonitätsbewertung weiterhin geprüft werde.
Nächster Kostentreiber am Flughafen – AOT erhöht Abfluggebühr
Unabhängig von Thai Airways bestätigte die Airports of Thailand (AOT), dass die Passenger Service Charge (PSC) für internationale Abflüge im Mai steigen soll.
AOT geht davon aus, dass die Erhöhung vor allem ausländische Reisende trifft, sieht aber keinen Rückgang bei den internationalen Besucherzahlen.
Deine Meinung
Steigende Ticketpreise, mögliche höhere Abfluggebühren und gleichzeitig volle Flieger zeigen, wie sensibel der Luftverkehr auf geopolitische Risiken reagiert und wie schnell Kosten am Ende bei Passagieren landen.
Sollten Airlines und Flughäfen in solchen Phasen stärker begrenzen, was sie auf Reisende umlegen, oder ist das schlicht der Preis für sichere, stabile Verbindungen – was ist die richtige Linie?



Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: