BANGKOK, THAILAND – Das Bezirksgericht Pathum Wan hat die frühere Nationalspielerin Naphat alias TokyoGirl und den Gamer Chaiyo alias Cheerio im Zusammenhang mit einem Manipulationsfall bei den SEA Games verurteilt. Aus sechs Monaten Haft wurden nach Geständnis drei Monate, die das Gericht in Arrest umwandelte.
Urteil am Morgen in Pathum Wan
Das Bezirksgericht Pathum Wan verkündete am 17. März um 09.00 Uhr das Urteil in dem Verfahren, das von der Staatsanwaltschaft des Bezirksgerichts (Abteilung 6) angestrengt worden war.
Auf der Anklagebank saßen Naphat (29), bekannt als TokyoGirl und ehemalige E-Sport-Nationalathletin, sowie Chaiyo (23), ein als Cheerio auftretender, in Thailand bekannter Gamer.
Worum es in dem Computer-Delikt ging
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass beide gemeinsam Schutzmaßnahmen zum Zugriff auf ein Computersystem kannten und diese Informationen unrechtmäßig offenlegten, wodurch Dritten voraussichtlich Schaden entstehen konnte.
Zudem ging es um den Vorwurf, dass sie gemeinsam unbefugt auf besonders geschützte Computerdaten zugegriffen hätten, obwohl die Zugangssicherung nicht für sie bestimmt gewesen sei.
Bezug zu den 33. SEA Games
Die Ermittlungen und die Anklage standen im Zusammenhang mit der 33. Ausgabe der SEA Games, die in Thailand ausgetragen wurden und bei denen E-Sport Teil des sportlichen Programms war.
Beide Angeklagte hatten den Tatvorwurf nach Gerichtsangaben eingeräumt und waren bereits zuvor gegen Auflagen auf freien Fuß gekommen.
Von sechs Monaten Haft zu drei Monaten Arrest
Das Gericht verhängte zunächst eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten gegen TokyoGirl und Cheerio, eine Bewährung wurde ausdrücklich nicht gewährt.
Wegen des Geständnisses wurde die Strafe halbiert und auf drei Monate reduziert, die das Gericht als Arrest statt regulärer Haft anordnete.
Gericht sieht Schaden für Auswahl und Ansehen
In der Begründung verwies das Gericht darauf, der Fall habe die Glaubwürdigkeit der Auswahl von E-Sport-Athleten schwer beeinträchtigt.
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Zugleich habe das Geschehen dem Ruf des Landes geschadet, weshalb die Sache nicht als bloßes Fehlverhalten ohne größere Tragweite behandelt werden könne.
Antrag auf Freilassung gegen Kaution
Nach der Urteilsverkündung stellten beide Verurteilte einen Antrag auf vorläufige Freilassung.
Als Sicherheit wurden 24.000 Baht angeboten, die Entscheidung darüber lag am Dienstag noch bei Gericht.
Was Arrest in Thailand bedeutet
Arrest unterscheidet sich im thailändischen Strafrecht von Haft im Gefängnis, denn eine Gefängnisstrafe wird in einer Justizvollzugsanstalt verbüßt.
Arrest gilt als mildere Sanktion und kann an einem gesetzlich vorgesehenen Ort angeordnet werden, etwa in einer Polizeiwache oder einer zentralen Arrestanstalt, häufig als Ersatz für kurze Haftstrafen bis zu drei Monaten.



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