BANGKOK, THAILAND – Ein seit Jahren gesuchter thailändischer Drogenboss mit 1 Million Baht Kopfgeld ist in Südkorea gefasst und am Dienstag nach Thailand ausgeliefert worden. Die Behörden werfen ihm vor, über ein Jahrzehnt hinweg riesige Mengen Methamphetamin nach Thailand geschmuggelt und sich zeitweise sogar für tot ausgegeben zu haben.
Festnahme in Südkorea und Auslieferung nach Thailand
Ein flüchtiger thailändischer Drogenboss, gegen den rund 60 Haftbefehle vorlagen, wurde in Südkorea festgenommen und am Dienstag nach Thailand ausgeliefert.
Nach seiner Ankunft am Flughafen Suvarnabhumi wurde der 43-Jährige, der nur als Thapanan alias „Noo Chen“ identifiziert wurde, bei einer Pressekonferenz im Büro des Narcotics Control Board (ONCB) vorgestellt.
Vom Konsumenten zum Dealer in Samut Prakan
Laut ONCB war Thapanan zunächst selbst drogenabhängig und stieg zwischen 2000 und 2002 als Kleindealer in Gebieten entlang der Srinagarindra Road in der Provinz Samut Prakan ein.
In dieser Phase soll er sich vom lokalen Handel aus schrittweise in größere Strukturen vorgearbeitet haben, bevor er später internationale Kontakte aufbaute.
Internationale Verbindungen und Produktionsstätte nahe Thailand
Später knüpfte er nach Angaben der Behörden Verbindungen zu ethnischen Gruppen in einem Nachbarland und ließ dort eine Drogenproduktionsstätte in Grenznähe zu Thailand errichten.
Über sein Netzwerk sollen über etwa ein Jahrzehnt hinweg „zig Millionen“ Methamphetamin-Tabletten („Speed Pills“) sowie mehr als eine Tonne Crystal Meth nach Thailand geschmuggelt worden sein.
Haftbefehle, Festnahme 2009 und Flucht während des Berufungsverfahrens
Insgesamt wurden mehr als 60 Haftbefehle gegen ihn erlassen, was die Dimension der Ermittlungen gegen sein Netzwerk unterstreicht.
Bereits 2009 wurde er in Samut Prakan mit 26.000 Speed-Pillen festgenommen, floh jedoch während seines Berufungsverfahrens in ein Nachbarland.
Inszenierter Tod am Moei River und spätere Enttarnung
Ende 2022 wurde Thapanan Berichten zufolge für „ermordet“ erklärt, nachdem seine Leiche angeblich in den Moei River bei Myawaddy geworfen worden sei.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Die thailändische Einwanderungspolizei stellte später jedoch fest, dass er noch lebte, womit der Verdacht einer gezielten Täuschung im Raum stand.
Fluchtroute über mehrere Länder bis zur Festnahme
Nach Erkenntnissen der Ermittler hielt sich der Verdächtige nacheinander in Laos, Vietnam und Japan versteckt, bevor er schließlich nach Südkorea weiterzog.
Dort wurde er am Montag festgenommen, was den Weg für die Auslieferung nach Thailand am darauffolgenden Dienstag freimachte.
Behörden: Kartell soll 25–30% des jährlichen Schmuggels ausgemacht haben
ONCB-Generalsekretär Suriya Singhakamol erklärte, das Kartell von Thapanan habe jährlich für etwa 25–30% der nach Thailand geschmuggelten Betäubungsmittel verantwortlich sein sollen.
Der Mann stand auf der Most-Wanted-Liste der Drogenfahnder; die Belohnung für Hinweise zu seiner Ergreifung war auf 1 Million Baht festgesetzt.
Deine Meinung
Wie bewertest du den Fall: Ist die Festnahme vor allem ein Erfolg internationaler Zusammenarbeit – oder zeigt sie, wie lange große Netzwerke trotz Haftbefehlen operieren können?
Sollten Thailand und seine Partnerländer bei Fahndung, Auslieferung und Grenzschutz stärker nachschärfen, und wenn ja, wo genau? Schreib deine Einschätzung in die Kommentare.



Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: