Thailand bereitet sich auf explodierende Kosten vor

Wenn die Houthi-Miliz die Meerenge sperrt, zahlen Thailänder bald das Doppelte für Strom und Diesel – auch Exporte nach Europa werden teuer.

Thailand bereitet sich auf explodierende Kosten vor
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BANGKOK – Ein Aufflammen der Gewalt im Nahen Osten bedroht die Bab-el-Mandeb-Straße und könnte Thailand direkt treffen. Die Wasserstraße ist das Nadelöhr für die kürzeste Schifffahrtsroute zwischen Asien und Europa. Sollte sie blockiert werden, drohen Dieselpreise von über 40 Baht pro Liter, explodierende Stromrechnungen und Lieferchaos für die Exportnation.

Diesel-Schock: 40 Baht und mehr an der Zapfsäule drohen

Analysten zeichnen ein düsteres Bild für den thailändischen Energiemarkt. In einem Extremszenario könnten die Rohölpreise auf 150 bis 200 US-Dollar pro Barrel klettern.

Ohne massive staatliche Eingriffe durch Subventionen oder Steuersenkungen würde der Dieselpreis an der Zapfsäule sofort auf über 40 Baht pro Liter schnellen. Die Stromrechnungen der Haushalte würden durch höhere Treibstoffanpassungstarife ebenfalls nach oben getrieben.

„Tor der Tränen“ blockiert den kürzesten Weg nach Europa

Bab el-Mandeb – wörtlich „Tor der Tränen“ – verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Die Wasserstraße ist derzeit noch offen, aber mehrere Großmächte, darunter die USA, China, Frankreich, Japan und Italien, unterhalten militärische Einrichtungen in der Nähe. Es ist die unverzichtbare Zufahrt zum Suezkanal und damit die Hauptschlagader für Handel zwischen Asien, Europa und dem Nahen Osten.

Seit die Huthi-Bewegung im Jemen ab Ende 2023 begann, Handelsschiffe mit Raketen und Drohnen anzugreifen, meiden viele Reedereien die Passage. Sie fahren stattdessen den weiten Umweg um Südafrikas Kap der Guten Hoffnung.

Frachtkosten explodieren – über 6.000 Kilometer Umweg

Eine Vollsperrung der Meerenge zwingt alle Schiffe auf die Route um das Kap. Das verlängert die Strecke um 3.000 bis 3.500 Seemeilen – mehr als 6.000 Kilometer – und kostet pro Reise 10 bis 20 Tage mehr Zeit.

Die Frachtraten würden sich mehr als verdoppeln. Der Transport eines 40-Fuß-Containers könnte von 3.500 US-Dollar auf 7.000 US-Dollar hochschnellen. Kriegsrisikoversicherungen und Notaufschläge trieben die Kosten noch weiter in die Höhe.

Thailands Achillesferse: 58 Prozent des Öls aus dem Nahen Osten

Thailand deckt 58 Prozent seines Rohölbedarfs mit Importen aus dem Nahen Osten. Eine gleichzeitige Störung der Straße von Hormus und Bab el-Mandeb schafft einen „doppelten Engpass“, der Abfahrt und Durchfahrt gleichermaßen kappt.

Auch bei Flüssigerdgas zeigt sich die Verwundbarkeit. 2,2 Millionen Tonnen LNG bezieht Thailand jährlich aus Katar – rund 24 Prozent der gesamten Importe –, die zuerst den Hormus durchqueren müssen, bevor sie Asien erreichen.

Export-Alarm: Über 33 Milliarden Baht Verlust pro Monat

Die Verwerfungen treffen nicht nur die Energiebranche. Eine Lieferzeit nach Europa, die normalerweise 30 Tage dauert, dehnt sich auf 45 bis 60 Tage. Thailands Exporteure hängen in der Luft.

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Schätzungen zufolge könnten Exporte im Wert von über 32 Milliarden Baht im System festsitzen. Kommt es zum Dauerzustand, drohen monatliche Ausfuhrverluste von mehr als 33 Milliarden Baht. Kleine und mittlere Unternehmen ächzen als Erste unter Liquiditätsengpässen, weil sich Zahlungszyklen dramatisch strecken.

Inflation und Wachstumsbremse: Der doppelte Schock

Anhaltend hohe Ölpreise und begrenzte Subventionsspielräume des Staates könnten die Inflation auf 3 bis 4,5 Prozent treiben und das Wirtschaftswachstum abwürgen. Petrochemie, Kunststoffe, Düngemittel und die Landwirtschaft sind sofort betroffen. Thailand hat zwar Ölreserven für 65 bis 95 Tage und diversifiziert die Importe in die USA, nach Westafrika und Malaysia. Diese Maßnahmen könnten vorübergehend schützen, aber sie würden das Land nicht vollständig vor einer anhaltenden Störung bewahren. Für die Regierung wird der Engpass zu einem Stresstest für Energiesicherheit und Exportstabilität.

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Quelle: Nation Thailand

3 Kommentare zu „Thailand bereitet sich auf explodierende Kosten vor

  1. Mögliche Folgen der Sperrung der Einfahrt ins Rote Meer sind ja ausführlich beschrieben, der Grund, warum die Houthis die Durchfahrt möglicherweise sperren wollen , fehlt: Illegale Angriffe des Agressors USA auf zivile Infrastruktur im Iran.

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