Pädophiler flieht 27 Jahre nach Thailand – Nun sitzt er im Gefängnis

Der ehemalige Pfadfinder-Chef Richard Burrows versteckte sich 27 Jahre in Phuket, um der Justiz zu entgehen. Mit 81 Jahren sitzt er jetzt für 97 Straftaten an 24 Kindern im Gefängnis.

Pädophiler flieht 27 Jahre nach Thailand – Nun sitzt er im Gefängnis
DailyMail

ENGLAND / THAILAND – Ein geflohener Sexualstraftäter, der fast drei Jahrzehnte unter falschem Namen in Thailand untertauchte, muss nun 38 Jahre hinter Gitter. Ein Berufungsgericht senkte die Strafe für den 81-jährigen Richard Burrows von ursprünglich 46 Jahren ab.

Haftstrafe von 46 auf 38 Jahre reduziert

Der frühere Pfadfinderleiter und Heimleiter war im April wegen schweren Kindesmissbrauchs an 24 Jungen verurteilt worden. Das Gericht verhängte damals eine Gesamtstrafe von 46 Jahren.

Im Juni griff das Berufungsgericht ein: Eine neunjährige Freiheitsstrafe wegen versuchten schweren sexuellen Missbrauchs muss nicht mehr nacheinander, sondern parallel zu den übrigen Strafen verbüßt werden. Damit sinkt die Haftzeit auf 38 Jahre.

27 Jahre mit falschem Pass in Thailand

Burrows setzte sich 1997 nach Thailand ab, bevor sein Prozess in England richtig beginnen konnte. Am 8. Dezember jenes Jahres erschien er nicht zu einer entscheidenden Anhörung.

Seinen Fluchtplan hatte er gründlich vorbereitet: Er stahl die Identität eines sterbenskranken Bekannten namens Peter Leslie Smith und beschaffte sich damit einen echten britischen Pass. Fast drei Jahrzehnte lebte er unbehelligt in Chalong, Phuket – arbeitete bei einer Werbeagentur, segelte, und wurde 2019 sogar in lokalen Medien erwähnt, als er seinen Job aufgab.

Gesichtserkennung führte zur Spur – dann kam das Geld aus

Im April 2023 setzten Ermittler der Cheshire Police Spezial-Software ein, die Milliarden von Bildern durchsuchte. Ergebnis: ein Treffer auf einen Mann namens „Peter Smith“ in Chalong. Die Auslieferung war bereits in Vorbereitung.

Doch Burrows kam den Beamten zuvor: Ihm gingen die Mittel aus, außerdem war bei ihm Krebs diagnostiziert worden. Im März 2024 flog er nach Heathrow – und wurde sofort bei der Landung festgenommen. Bodycam-Aufnahmen zeigen den gebrechlichen Mann mit Gehstock, wie Beamte ihn in einen Rollstuhl setzen.

Vertrauensstellung als Waffe genutzt

In England missbrauchte Burrows zwischen Ende der 1960er und Mitte der 1990er Jahre systematisch minderjährige Jungen. Er arbeitete als Heimleiter an der Danesford Approved School in Congleton und war in Pfadfindergruppen und Amateurfunkclubs aktiv.

Von 1969 bis 1971 hatte er die Aufsicht an der Erziehungsschule. Insgesamt fielen ihm in mehr als zwei Jahrzehnten 24 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 15 Jahren zum Opfer. In E-Mails, die nach seiner Festnahme gefunden wurden, schrieb Burrows, er habe seit 1997 „im Paradies“ gelebt.

Gericht spricht in 97 Fällen schuldig

Im März 2025 befand eine Jury Burrows in 54 Anklagepunkten für schuldig – darunter vier Fälle von schwerem sexuellem Missbrauch, die nach heutiger Rechtslage als Vergewaltigung gelten würden. In weiteren 43 Fällen hatte er sich bereits vor Prozessbeginn schuldig bekannt.

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Zu den Geständnissen zählten 655 unanständige Fotos von Jungen, die in das Futter eines Tweedmantels eingenäht waren – 75 davon in der schwersten Kategorie – sowie vier Passdelikte. Insgesamt war Burrows damit für 97 Straftaten verantwortlich.

Berufung: Richter nennen Ursprungsstrafe nicht verhältnismäßig

Die Anwälte von Burrows zogen vor den Court of Appeal. Sie argumentierten, zwei der Taten hätten nicht getrennt bestraft werden dürfen und die Gesamtstrafe sei überzogen.

Lord Justice Edis, Mr Justice Choudhury und Mrs Justice Norton DBE wiesen den Einwand zur Trennung zwar zurück. Sie kamen aber zu dem Schluss, das Strafmaß sei weder gerecht noch verhältnismäßig gewesen.

„Produktiver Sexualstraftäter“

Detective Inspector Eleanor Atkinson von der Cheshire Police ließ keinen Zweifel an der Gefährlichkeit des Verurteilten. Sie nannte Burrows einen „produktiven Sexualstraftäter“.

Statt sich den Konsequenzen seines Handelns zu stellen, sei er ins Ausland geflohen. Richter Steven Everett hatte Burrows bei der Urteilsverkündung als „verabscheuungswürdigen Mann“ bezeichnet, der „unzählige Leben ruiniert“ habe.

Vier Opfer erlebten die Verurteilung nicht mehr

Ein Teil der Geschädigten konnte die juristische Aufarbeitung nicht mehr miterleben. Vier der 24 Jungen starben, bevor Burrows zur Rechenschaft gezogen wurde.

Für die übrigen Betroffenen endete im Juni ein weiteres Kapitel eines quälend langen Verfahrens, das erst durch die Festnahme am Flughafen möglich geworden war.

Krebskrank und ohne Aussicht auf Entlassung

Der 81-Jährige ist an Krebs erkrankt. Nach Einschätzung des Gerichts wird er voraussichtlich nie ein Stadium erreichen, in dem eine Haftentlassung auch nur in Betracht käme.

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Seine verbleibende Lebenszeit verbringt Richard Burrows nun in britischem Gewahrsam – statt an einem Strand in Phuket, an dem er sich fast drei Jahrzehnte lang versteckt hielt.

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Quelle: AseanNow

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