Essen in Bangkok wird zum Luxus:
Preise explodieren, Löhne stagnieren
BANGKOK – Was früher eine Selbstverständlichkeit war, können sich viele kaum noch leisten: Eine neue Studie enthüllt, dass thailändische Gerichte in nur 13 Jahren um 106,5 % teurer geworden sind – während die Löhne weit hinterherhinken.
Preisschock: Von 31 auf 64 Baht pro Gericht
Laut der Agency for Real Estate Affairs (AREA) kostete ein durchschnittliches Essen in Bangkok 2012 noch 31 Baht (ca. 0,75 €). Heute liegt der Preis bei 64 Baht (ca. 1,55 €). Besonders betroffen sind beliebte Business-Distrikte wie Silom, Surawong und Sathorn, wo Büroangestellte und Touristen gleichermaßen essen.
Löhne steigen nur um 33 %
Viele können kaum mithalten
Während die Lebensmittelpreise explodierten, stieg der Mindestlohn in derselben Zeit lediglich von 300 auf 400 Baht (33,3 %). Die Folge: Immer mehr Arbeiter kämpfen damit, ihre Grundbedürfnisse zu decken.

Warum wird Essen immer teurer?
Dr. Sophon Pornchokchai, Präsident des AREA-Forschungszentrums, nennt zwei Hauptgründe:
1. Explodierende Mieten – Manche Restaurants zahlen bis zu 60.000 Baht/Monat für winzige 18 m²-Flächen.
2. Inflation – Unter verschiedenen Regierungen stiegen die Preise unterschiedlich stark:
• Yingluck Shinawatra (2012–2014): +5,2 % pro Jahr
• Prayut Chan-o-cha (2014–2023): +6,6 % pro Jahr (77 % insgesamt!)
• Srettha Thavisin (2023–2024): +3,3 %
• Paetongtarn Shinawatra (2024–2025): +2 % (Prognose)
Günstige Garküchen – bald ein Auslaufmodell?
Zwar halten Straßenstände in Industriegebieten und Touristenvierteln ihre Preise stabil – teils dank staatlicher Kontrollen. Doch Experten warnen: Hohe Mieten und Inflation werden weiter drücken.
Was können Verbraucher tun?
Dr. Sophon rät: „Mehr selbst kochen, um Kosten zu sparen.“ Für viele Bangkok-Bewohner wird das einfache Vergnügen, günstig Reis mit Curry zu essen, immer mehr zum unerreichbaren Luxus.
Zahlen & Fakten:
• Preisanstieg seit 2012: +106,5 %
• Mindestlohn-Anstieg: +33,3 %
• Teuerste Mieten: Bis zu 60.000 Baht/Monat für 18 m²
• Prognose 2025/26: +2 %



