Dieser Beitrag ist eine satirische Betrachtung und dient der Unterhaltung. Die beschriebenen Ereignisse beruhen auf persönlichen Erlebnissen oder typischen Einzelfällen. Sie stellen keine allgemein gültige Aussage über Personen oder Kulturen dar.
In einer Welt, in der ein lächelnder Geldautomat mehr Sex-Appeal hat als so mancher Tinder-Boy, stellt sich die Frage: Ist Schönheit vielleicht doch messbar – in Baht? Der tschechische Beziehungsguru Novacova hat’s mal wieder auf den Punkt gebracht – oder zumindest mit einem leicht verzweifelten Seufzer angedeutet: Gutaussehend sei eben nicht alles. Vor allem dann nicht, wenn der Geldbeutel eher nach Dispo aussieht. In Thailand, wo ein ATM fast so viel Liebe bekommt wie ein Golden Retriever mit Instagram-Account, ist der Zusammenhang klar: Wer flüssig ist, wirkt gleich viel attraktiver. Die innere Schönheit? Kann ja auch im Schatten warten – wie ein Farang ohne Trinkgeld.
Süß spricht Visa
„Du bist so süß!“ – ein Satz, den man in Bangkok schneller hört als ein „Khop khun krap“ nach dem Wechseln von 1.000 Baht. Doch was bedeutet süß wirklich? In vielen Beziehungen heißt das schlicht: zahlt brav, macht keine Szene und meckert nicht, wenn’s wieder Schmuck aus dem Duty Free gibt. Novacova bringt es auf den Punkt – im metaphorischen Sinne, natürlich: Der Begriff „süß“ sei inflationär, besonders bei Gesprächen über das neue iPhone oder einen Farang, der brav seine Rechnungen übernimmt. Der wahre Candy Crush beginnt eben im Portemonnaie. Wer da schwächelt, ist höchstens „nett gemeint“.
Liebe ist kein Kompliment
„Ich liebe dich“ – drei kleine Worte, die in Deutschland inflationär rausgehauen werden, oft noch vor dem ersten gemeinsamen Netflix-Abo. In Skandinavien? Eher totgeschwiegen. In Thailand? Kommt ganz drauf an, ob die Beziehung mit einer Kreditkarte oder mit einem Roller gestartet wurde. Novacova beobachtet: Liebe sei kein Etikett, sondern eine Verhandlung. Und das Kompliment „gutaussehend“? Gibt’s, wenn überhaupt, nur als Bonuslevel. Im echten Beziehungsmodus zählen andere Werte: Geduld, Toleranz, und die Fähigkeit, 300 Baht für ein völlig überteuertes Som Tam zu bezahlen, ohne mit der Wimper zu zucken.
Charmant? Nur mit Kreditlimit
Charme ist nicht tot – er hat bloß ein neues Zuhause gefunden: die Kreditkarte. Die romantischen Gesten unserer Eltern – Blumen, Gedichte, handgeschriebene Briefe – wurden abgelöst durch Grab-Promotion-Codes, 7-Eleven-Voucher und Room-Service-Bestellungen nach Mitternacht. Wer heute wirklich charmant sein will, überrascht seine bessere Hälfte nicht mit Rosen, sondern mit einem neuen iPhone oder einem überraschenden Wochenendtrip nach Pattaya. Novacova sagt: „Liebe zeigt sich in den Taten.“ Und die Taten heißen: Transferwise, Western Union oder QR-Code. Willkommen im neuen Romantikzeitalter.
Sexy ist relativ
Was ist sexy? Früher: dunkle Haare, verwegener Blick, leichte Muskeln. Heute: SIM-Karte mit Guthaben und eine stabile WiFi-Verbindung. Schönheit ist eben wandelbar. In einem Land, wo das Wetter immer heißer ist als das Date, reicht ein Lächeln nicht – es muss schon ein klimatisiertes Auto dazukommen. Novacova kennt die Spielregeln: Wer heute Eindruck schinden will, braucht keine Modelmaße, sondern steuerbare finanzielle Mittel und ein funktionierendes Smartphone. Bonuspunkte gibt’s für ein halbwegs aktuelles Passfoto. Schönheit liegt im Auge des Kreditinstituts.
Worte sind Schall und Liebe
Im Englischen sagt man „sweet“, „kind“ oder „generous“. In Thailand sagt man meistens gar nichts – sondern nickt, lächelt oder schickt ein Sticker-Herz über Line. Die Sprache der Liebe hat sich weiterentwickelt. Sie ist nun emojisicher und kommerziell optimiert. Novacova erinnert: Es kommt nicht darauf an, was man sagt, sondern was man nicht sagt – z. B. „Du bist pleite“. Denn das kann tödlicher für eine Beziehung sein als jede betrogene Silbe. Zwischenmenschlich ist halt das neue sexy – solange zwischen den Menschen noch ein bisschen Raum für Geschenke bleibt.
Vertrauen ist gut, Trinkgeld ist besser
In Thailand baut sich Vertrauen langsam auf. So langsam wie das WLAN in ländlichen Regionen. Wer schnell sagt „Ich liebe dich“, läuft Gefahr, als Blitzspender durchzugehen. Novacova erzählt: In jungen Jahren wartete man Monate, manchmal Jahre, um diese drei Worte über die Lippen zu bringen. Heute? Reicht ein Happy Meal und ein Strandfoto mit Herzchen-Filter. Doch die wahre Kunst ist es, Liebe zu zeigen, ohne sie zu sagen – und dabei trotzdem die Rechnung zu übernehmen. Denn wer wirklich liebt, zahlt. Oder schweigt. Beides geht.
Gutaussehend? Nur im Scherz
„Du bist aber hübsch.“ – ein Satz, den Novacova von seiner Frau nur kennt, wenn der Spiegel beschlägt oder der Humor überwiegt. Und das ist vielleicht auch gut so. Denn wahre Schönheit zeigt sich nicht in Sixpacks, sondern in Sechserträgern vom Supermarkt. In einer Welt voller Schönheitsideale und Instagram-Filter ist es geradezu romantisch, wenn man wegen seiner Taten geschätzt wird – nicht wegen der Frisur. Und wer weiß: Vielleicht ist das größte Kompliment ja wirklich, wenn man nicht bewertet wird – sondern einfach bleibt. Auch ohne Photoshop.



