Ex-Premier unter Beschuss: Lenkt Hun Sen heimlich den Krieg?

Ex-Premier unter Beschuss: Lenkt Hun Sen heimlich den Krieg?
AseanNow

Hun Sen zurück: 
Ex-Premier steuert Kambodschas Krieg gegen Thailand 

In einer dramatischen Wendung ist Kambodschas Ex-Premierminister Hun Sen als Schlüsselfigur in den jüngsten Grenzkonflikten mit Thailand aufgetaucht und heizt die Diskussionen über seinen anhaltenden Einfluss weiter an. Obwohl er 2023 offiziell als Premierminister zurücktrat und die Rolle an seinen Sohn Hun Manet übergab, bleibt Hun Sen als Präsident des kambodschanischen Senats eine furchteinflößende Präsenz. 

Die jüngsten Spannungen, die zu den intensivsten Kämpfen zwischen beiden Nationen seit über einem Jahrzehnt eskalierten, haben seinen anhaltenden Einfluss auf kambodschanische Politik und Militärangelegenheiten deutlich gemacht. Fotos zeigen den erfahrenen Politiker im Militär-Kommandostil, wie er Karten studiert und Offiziere dirigiert, während soziale Medien eine Schlüsselrolle dabei spielen, seine Präsenz zu verstärken.

Artillerie-Angriff auf Thai-Zivilisten löst diplomatische Krise aus

Die Zusammenstöße brachen aus, nachdem kambodschanische Artillerie in thailändischen Zivilgebieten einschlug und die thailändische Armee mit dem Finger auf Hun Sen zeigte, den sie beschuldigte, diese „abscheulichen Angriffe“ orchestriert zu haben. Als Antwort wandte sich Hun Sen mit leidenschaftlichen Posts an Facebook, zeigte Bilder von sich in Kampfausrüstung und Videokonferenzen mit Militärpersonal. Diese Online-Aktivität befeuert sein Image als entschlossener Anführer inmitten des eskalierenden Konflikts weiter. 

Diplomatische Quellen bestätigen, dass Hun Sen eine entscheidende logistische Rolle spielte und angeblich Truppen koordinierte und die kambodschanische Reaktion hinter den Kulissen formte. Lim Menghour, ein kambodschanischer Außenpolitik-Beamter, erklärte, dass Hun Sen die Situation genau überwachte und seine praktische Führung demonstrierte, obwohl er nicht mehr offiziell Staatsoberhaupt ist.

Sohn Hun Manet im Schatten des mächtigen Vaters

Der aktuelle Premierminister Hun Manet behält ein zurückhaltendes öffentliches Profil bei und entscheidet sich dafür, die Situation strategisch zu handhaben, einschließlich der Verhandlung eines Waffenstillstands während eines diplomatischen Besuchs in Malaysia. Es ist jedoch offensichtlich, dass Hun Sens Schatten groß über Regierungs- und Militäraktionen liegt. 

Historisch gesehen sind Kambodscha und Thailand in Streitigkeiten über nicht abgegrenzte Abschnitte ihrer 817 Kilometer langen Grenze verwickelt. Die aktuellen Spannungen gehen auf ein Scharmützel zurück, bei dem ein kambodschanischer Soldat getötet wurde, was die anhaltenden Grenzprobleme anheizte. Die thailändische Premierministerin Paetongtarn Shinawatra geriet in Schwierigkeiten, nachdem ein durchgesickertes Telefongespräch mit Hun Sen zu einer politischen Krise in der Heimat führte.

Vom Reisfeld zum Kriegsherr – Hun Sens eiserner Griff bleibt

In einer charakteristischen Machtdemonstration kritisierte Hun Sen öffentlich Paetongtarns Herangehensweise an den Konflikt und kritisierte ihren Vater Thaksin Shinawatra, was seine Bereitschaft unterstrich, seinen Einfluss über Kambodschas Grenzen hinaus geltend zu machen. Hun Sens langer Weg von den Reisfeldern zu den Machtzentren unterstreicht seine politische Hartnäckigkeit. 

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Geboren in einer vom Konflikt verwüsteten Provinz, diente er zunächst als Soldat für die Roten Khmer, bevor er nach Vietnam überlief. Nach dem Sturz der Roten Khmer kehrte er zurück und stieg stetig durch die politischen Ränge auf, wobei er schließlich Kambodschas wirtschaftliche Transformation leitete, trotz Vorwürfen autoritärer Herrschaft. Seine Führung, obwohl sie für Wirtschaftswachstum verantwortlich gemacht wird, wurde durch Kritik an der Unterdrückung politischer Gegner und der Meinungsfreiheit getrübt.

Facebook-Krieg und Nationalismus heizen Konflikt weiter an

Dennoch bleibt sein Griff über die kambodschanische Politik fest, wobei Entscheidungen oft zu ihm geleitet werden, trotz seines Semi-Ruhestands. Der jüngste Konflikt hat nur seinen Machtgriff verstärkt, wobei soziale Medien von nationalismus-getriebener Unterstützung für ihn und die Regierung überschwemmt werden. 

Diplomaten und Beobachter bemerken gleichermaßen, dass Hun Sens Beteiligung nicht überraschend ist und das Verständnis bekräftigt, dass er immer noch erheblichen Einfluss über Kambodschas politische und militärische Landschaft hat. Während sich der Konflikt weiter entfaltet, wird das Ausmaß von Hun Sens Einfluss immer offensichtlicher und bekräftigt seinen Status als Schlüsselspieler in der regionalen Politik.

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