Vater bringt Sohn zur Polizei:
Tattoo-Studio soll Minderjährigen tätowiert haben
Ein aufgebrachter Vater hat seinen 14-jährigen Sohn zur Polizeistation von Chon Buri gebracht, nachdem ein örtliches Tattoo-Studio den Jungen ohne elterliche Erlaubnis tätowiert haben soll. Der Fall wirft Fragen nach den gesetzlichen Regelungen für Tattoo-Studios auf.
Wut über fehlende Einwilligung
Am Mittwoch (7. August) begleitete Dr. Thirawat Weerawat, besser bekannt als Anwalt Ice Sai Lui, die Eltern des Jungen zur Polizeistation Phlu Ta Luang, um eine offizielle Beschwerde einzureichen. Laut der Familie hatte das Tattoo-Studio den 14-Jährigen tätowiert, ohne nach einem Ausweis oder der Zustimmung der Eltern zu fragen.
„Er ist noch nicht reif genug, um die lebenslangen Konsequenzen eines Tattoos zu verstehen“, sagte der Vater des Jungen. Die Eltern befürchten, dass das Tattoo die Zukunft ihres Sohnes beeinträchtigen könnte – etwa bei Bewerbungen im Staatsdienst oder in Berufen mit strengen Kleiderordnungen.

Polizei prüft Verstöße gegen Jugendschutz
Eine erste polizeiliche Untersuchung ergab, dass das Studio mehrere Minderjährige unter 20 Jahren tätowiert haben soll, ohne das Alter zu überprüfen oder eine Einwilligung einzuholen. Die Ermittler prüfen nun, ob das Studio gegen Kinderschutzgesetze, Gesundheitsvorschriften oder Gewerbeauflagen verstoßen hat.
Dr. Thirawat betonte, dass es ihm nicht nur um diesen einen Fall geht: „Ich fordere die Polizei auf, zu überprüfen, ob das Studio überhaupt eine gültige Lizenz besitzt. Solche Verstöße müssen konsequent geahndet werden.“
Debatte über Selbstbestimmung vs. Jugendschutz
Der Fall hat in der Gemeinde und online eine hitzige Diskussion ausgelöst. Während einige das Recht auf Selbstausdruck von Jugendlichen verteidigen, fordern andere strengere Kontrollen für Tattoo-Studios. „Es geht um Ethik und Verantwortung – nicht nur um Profit“, sagte Dr. Thirawat.
Nach thailändischem Recht kann das stechen von Tattoos ohne elterliche Zustimmung rechtliche Konsequenzen haben, insbesondere wenn es gesundheitliche Risiken birgt oder gegen Jugendschutzbestimmungen verstößt.
Schließung und Geldstrafen drohen
Die Polizei wird in den kommenden Tagen den Besitzer des Tattoo-Studios vorladen. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen dem Studio Geldstrafen oder sogar die Schließung.
Für Dr. Thirawat und die Eltern des Jungen ist der Fall eine Warnung: „Wir wollen verhindern, dass weitere Jugendliche voreilige Entscheidungen treffen, die ihr Leben lang sichtbar bleiben.“



