Ehefrau aus Entzug zurück
will sofortige Vermögensteilung
Dramatische Wendung im Fall des gestrandeten 75-jährigen Australiers Marcus O.: Gerade als die Rückkehr nach Australien organisiert wurde, kehrte seine drogensüchtige Ehefrau Phikul (45) aus der Entzugsklinik zurück und sorgte für eine herzzerreißende Konfrontation. Am 13. August platzte sie in Tränen aufgelöst in das Haus in Ban Dong Dara, Udon Thani, als sie die Menschenmenge sah, die ihrem Mann bei der Heimreise helfen wollte.
„Mach Schluss und verschwinde! Wenn du nach Australien zurückwillst, reich erst die Scheidung ein und teile das Ehevermögen, um alles zu beenden“, schrie sie ihren verzweifelten Ehemann an. Als Dorfbewohner fragten, ob sie ihren Mann nicht mehr liebe, brach Phikul völlig zusammen und bestätigte weinend, dass sie ihn nicht mehr liebe. Sie forderte wiederholt die sofortige Scheidung und Vermögensteilung, bevor er das Land verlassen dürfe. Marcus hingegen blieb eisern bei seinem Entschluss: „Ich werde nicht bleiben und beabsichtige, allein nach Australien zurückzukehren.“

Von der Millionärs-Villa zum Chaos:
Einblicke in ein zerstörtes Leben
Reporter fanden das einst prächtige pinke Haus des Paares, das auf über einem Hektar Land steht, in völligem Chaos und voller Unordnung vor. Oben trafen sie Marcus, den 75-jährigen Australier, der vor acht Monaten sein linkes Bein bei einem Autounfall verloren hatte. „Meine Rente und über 4 Millionen Baht aus dem Verkauf meines Bangkoker Stadthauses wurden meiner Frau für die monatlichen Ausgaben anvertraut, aber alles verschwand, als sie drogensüchtig wurde“, erklärte er und zeigte Familienfotos.
Marcus, der über ein Jahrzehnt mit Phikul verheiratet war und früher häufig zwischen Thailand und Australien hin- und hergereist war, hatte nach seinem Unfall alles verloren. Dorfvorsteher Bunthom Sorampha berichtete, dass Phikul drei Tage zuvor unter schweren Halluzinationen gelitten, vor dem Haus eine Szene verursacht und versucht hatte, sich zu entkleiden – alles auf Video von Einheimischen festgehalten. „Ich weiß nicht, ob es dort Probleme geben wird, aber ich gehe lieber das Risiko ein. Ich habe hier niemanden mehr“, sagte der verzweifelte Mann.
Botschaft schaltet sich ein
Bürgermeister organisiert Krankenwagen-Transport
Am 13. August übernahm die Einwanderungspolizei in Udon Thani Marcus unter ihre Fürsorge und koordinierte mit der australischen Botschaft seine Rückkehr. Botschaftsbeamte sprachen bereits mit Marcus und bestätigten ihre Bereitschaft zur Unterstützung. Wiraphon Raksamerwong, Bürgermeister der Gemeinde Ban Dung, bereitete die Organisation eines Krankenwagens vor, um ihn zur Botschaft nach Bangkok zu transportieren.
Dies brachte dem australischen Mann sichtliche Erleichterung und Freude bei der Aussicht auf seine Heimkehr. Doch dann kam Phikuls dramatische Rückkehr, die alles auf den Kopf stellte. Sie durchsuchte verzweifelt Dokumente für die Scheidung, während Marcus standhaft bei seinem Wunsch blieb, das Land zu verlassen. Die Szene war so herzzerreißend, dass selbst die anwesenden Beamten und Dorfbewohner tief bewegt waren.

Geschäftsfrau aus Sisaket rettet Marcus
Flugticket für 30.000 Baht gespendet
Ein Hoffnungsschimmer kam von unerwarteter Seite: Supatra Nisanoff, eine Geschäftsfrau aus der Provinz Sisaket, die ein Privatunternehmen in Australien betreibt, meldete sich nach der Medienberichterstattung. Von Marcus‘ Schicksal bewegt, kündigte sie an, sein Flugticket nach Hause zu kaufen, das zwischen 20.000-30.000 Baht (etwa 520-780 Euro) kostet. „Ich fühlte mich verpflichtet zu helfen, wie ich nur konnte“, erklärte die mitfühlende Unternehmerin.
Der Fall unterstreicht die tragischen Folgen der Drogensucht für Familien und die Herausforderungen, denen sich ältere Expats im Ausland gegenübersehen, wenn ihre Unterstützungssysteme zusammenbrechen. Marcus‘ Geschichte hat die Bewohner von Udon Thani in tiefe Trauer versetzt, da sie täglich miterlebten, wie die Drogensucht eine einst glückliche Ehe und ein Millionenvermögen völlig zerstörte. Die Dorfbewohner, die Mitleid mit ihm haben, bringen ihm weiterhin Mahlzeiten und unterstützen seine Bemühungen, nach Hause zu gelangen.
Die Vorgeschichte zu diesem Mann hier:
Vom Millionär zum Mittellosen – Drama um 75-jährigen Australier
Vom Traumleben zur Tragödie in Thailand



