Über 1.000 Cannabis-Shops geschlossen

Über 1.000 Cannabis-Shops geschlossen
The Nation

Thailands Behörden haben in einer beispiellosen landesweiten Aktion rigoros durchgegriffen: Innerhalb von zwei Monaten wurden über 1.000 Cannabis-Geschäfte geschlossen und fast eine Tonne Marihuana beschlagnahmt. Hintergrund sind verschärfte Kontrollen zum Schutz der Jugend.

Massiver Schlag gegen illegale Händler

Das Department of Thai Traditional and Alternative Medicine hat zwischen dem 16. Juni und 13. August 2025 insgesamt 5.218 von 18.763 Cannabis-Betrieben überprüft. Die Bilanz ist drastisch:
• 724 Lizenzen vorläufig suspendiert
• 129 Lizenzen komplett widerrufen
• 180 Händler wegen unerlaubten Verkaufs angeklagt
• 1.079 Geschäfte mussten schließen
• 980,65 kg Cannabis-Blüten beschlagnahnt
• 33 Personen an Flughäfen wegen Schmuggels festgenommen

„Wir werden weiterhin mit aller Härte gegen Missbrauch vorgehen, besonders zum Schutz unserer Jugend“, betonte Dr. Thewan Thaneerat, stellvertretender Generaldirektor der Behörde. Die Zahlen zeigen: Fast jeder dritte kontrollierte Betrieb hatte gegen die Regeln verstoßen.

Härtere Gangart seit Legalisierung

Seit der umstrittenen Legalisierung 2022 häuften sich die Beschwerden. Die 176 eingegangenen Meldungen betrafen vor allem:
• Verkauf ohne Lizenz (68 Fälle)
• Konsum in Geschäften (25)
• Verkauf an Minderjährige (15)
• Illegale Straßenverkäufe (11)
• Online-Handel (11)
• Verstöße gegen Werbebeschränkungen (10)

Besonders alarmierend: 15 Fälle betrafen den Verkauf an Jugendliche – der Hauptgrund für die verschärften Kontrollen. „Cannabis soll der Gesellschaft nutzen, nicht schaden“, so Dr. Thewan.

Großaktion in Bangkok und Umgebung

Am 13. August führten Behörden eine Schwerpunktaktion in Bangkok und Nonthaburi durch. Von 17 überprüften Shops:
• Nur 7 hatten gültige Lizenzen
• 2 betrieben illegalen Verkauf
• 1 Lizenz wurde wegen Verstoßes suspendiert
• 5 waren zufällig geschlossen
• 1 Betrieb hatte bereits aufgegeben

Dr. Nantasak Chotichanadechawong, Direktor des Amtes für thailändische traditionelle Medizin, kündigte an: „Solche Operationen führen wir jetzt wöchentlich durch.“ Unterstützt wird die Behörde von mehreren Polizeistationen, darunter Phaya Thai und Rattanathibet.

Was bedeutet das für die Branche?

Die Cannabis-Legalisierung in Thailand war weltweit beachtet worden – jetzt zeigt sich die Kehrseite:
• Striktere Auflagen für Händler
• Höhere Hürden beim Lizenzantrag
• Scharfe Strafen für Verstöße

Die Behörden rufen die Bevölkerung zur Mithilfe auf: Verdächtige Aktivitäten können unter 0-2591-7007 oder auf der Website www.dtam.moph.go.th gemeldet werden.

Zukunft ungewiss

Während Befürworter der Legalisierung die Aktionen als überzogen kritisieren, sehen Gesundheitsexperten sie als notwendigen Schritt. „Ohne Kontrollen würde der Markt völlig aus dem Ruder laufen“, meint ein Pharmakologe aus Chiang Mai. Klar ist: Thailand will nicht den Ruf eines „Kiffer-Paradieses“ – die jüngsten Razzien senden ein deutliches Signal.

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