Immobilienfalle:
Indischer GeschÀftsmann zahlt 960.000 Baht
bekommt Hotel aber nie zu sehen
Pattaya â Ein indischer GeschĂ€ftsmann sitzt auf einer gigantischen Kaution fest, nachdem ein vermeintlich sicheres Hotel-MietgeschĂ€ft in Pattaya geplatzt ist. Der Unternehmer zahlte 960.000 Baht (ca. 28.000 Euro) fĂŒr ein 32-Zimmer-Hotel â doch zur SchlĂŒsselĂŒbergabe kam es nie. Jetzt ermittelt die Polizei.
Das gebrochene Versprechen
Alles begann mit einem vielversprechenden Deal: Drei Jahre Miete fĂŒr ein komplettes Hotel inklusive GemeinschaftsflĂ€chen, Starttermin der 1. August. Der Inder, der namentlich nicht genannt werden will, leistete pĂŒnktlich die vereinbarte Dreimonatskaution in Höhe von 960.000 Baht. Doch dann passierte â nichts.
âDer Hotelbesitzer verweigerte einfach den Zugangâ, berichtet Wassana (42), die Partnerin des GeschĂ€digten und eine erfahrene Immobilienexpertin. Stattdessen habe der EigentĂŒmer das Hotel weiter auf Social Media zur Vermietung angeboten â ein klarer Vertragsbruch.
Verzweifelte Jagd nach Gerechtigkeit
Am Abend des 20. August erstattete Wassana Anzeige bei der Polizei im Mueang Pattaya Bezirk. âDer EigentĂŒmer weigert sich zu kommunizieren und sagte uns, wir sollen ihn doch verklagenâ, so die sichtlich aufgewĂŒhlte Frau. Die Polizei leitete umgehend Ermittlungen ein, um den umstrittenen Hotelbesitzer ausfindig zu machen und das Geld zurĂŒckzufordern.
FĂŒr den indischen GeschĂ€ftsmann bedeutet das Debakel mehr als nur finanziellen Schaden: âEr wollte eigentlich sofort mit den Hotelbetrieb startenâ, erklĂ€rt Wassana. âJetzt steht er ohne Objekt da â und ohne sein Geld.â
Pattayas zweifelhafter Ruf
Der Pattaya-Immobilienmarkt ist kein unbeschriebenes Blatt. Erst im Mai machte die Pattaya Tourist Police Schlagzeilen, als sie einen Betrugsring hochnahm, der Touristen mit gefĂ€lschten Hotelbuchungen um ĂŒber 700.000 Baht betrogen hatte. Die TĂ€ter hatten tĂ€uschend echte Facebook-Seiten bekannter Hotels erstellt und nichtexistente Zimmer zu Schleuderpreisen angeboten.
âDiese Betrugsmaschen werden immer professionellerâ, warnt ein Sprecher der Touristenpolizei. âAuslĂ€nder sind besonders gefĂ€hrdet, weil sie oft Sprachbarrieren und rechtliche Unsicherheiten haben.â
FĂŒr den indischen GeschĂ€ftsmann könnte der Weg lang werden: Zivilklagen in Thailand können Jahre dauern. Wassana hofft auf schnelle Hilfe: âDie Behörden mĂŒssen solche betrĂŒgerischen Vermieter stoppen, bevor noch mehr Investoren geschĂ€digt werden.â
Ein Systemproblem?
Immobilienbetrug ist in Pattaya leider kein Einzelfall. Die Tourismusbehörde arbeitet zwar an einem GĂŒtesiegel fĂŒr seriöse Vermieter, doch bis dahin gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. FĂŒr viele Auslandsinvestoren bleibt Thailand trotzdem attraktiv â aber nur mit der richtigen Vorbereitung.
Die Polizei verspricht unterdessen AufklĂ€rung: âWir verfolgen diese FĂ€lle mit hoher PrioritĂ€tâ, so ein Beamter. Ob der indische GeschĂ€ftsmann je sein Geld oder das Hotel sehen wird, bleibt jedoch vorerst ungewiss.
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