Achtung, Biometrie-Betrug!
Polizei warnt vor Iris-Scannern in Einkaufszentren
Kryptowährungen als Köder
Ihre Augenfarbe könnte Sie teuer zu stehen kommen
Bangkok – Die thailändische Polizei warnt eindringlich vor einem neuartigen Betrugsmodell in Shopping-Malls: Unter dem Versprechen von Kryptowährungen im Wert von 500–1.000 Baht locken dubiose Gruppen ahnungslose Bürger dazu, ihre Iris scannen zu lassen. Doch was als lukratives Schnäppchen erscheint, entpuppt sich als gefährliche Falle für die Privatsphäre.
Das Department of Provincial Administration (DOPA) hat eine landesweite Warnung herausgegeben und alle Dorfvorsteher angewiesen, solche verdächtigen Aktivitäten umgehend zu unterbinden. Ausgerüstet mit speziellen Scannern – sogenannten „Orbs“ – werben die Täter in Einkaufszentren um Teilnehmer und zahlen sogar 500 Baht Provision für erfolgreiche Weiterempfehlungen.
„Ihre Iris ist wie ein unveränderliches Passwort“
Regierungssprecher Anukool Pruksanusak warnt vor den verheerenden Folgen: „Im Gegensatz zu Passwörtern kann man seine Iris nicht ändern. Einmal gestohlen, kann sie auf ewig missbraucht werden.“ Die Behörden identifizieren drei Hauptrisiken:
1. Datenlecks an Hacker
2. Identitätsdiebstahl bei Finanztransaktionen
3. Missbrauch für Cyberkriminalität wie Deepfakes
Globale Bedenken – Thailand reagiert
Weltweit regulieren viele Länder die Sammlung biometrischer Daten aufgrund ihrer Unveränderlichkeit und Missbrauchsgefahr. Thailands Cyber Crime Investigation Bureau (CCIB) untersucht bereits die Hintermänner, die möglicherweise mit internationalen Cyberkriminellen vernetzt sind. Laut einem Bericht des Consumer Council erhielten einige Teilnehmer tatsächlich innerhalb von 24 Stunden Kryptozahlungen – ein verlockender, aber trügerischer Anreiz, der Tausende Thais in Gefahr bringen könnte.
So schützen Sie sich
Die Regierung rät dringend davon ab, biometrische Daten gegen kurzfristige Belohnungen einzutauschen. Verdächtige Aktivitäten sollten umgehend bei den Damrongdham Centern des Innenministeriums oder unter der Hotline 1567 gemeldet werden.
„Der potenzielle Schaden in der Zukunft überwiegt bei weitem die kleinen Vorteile, die angeboten werden“, betont Anukool. Der Schutz der Iris-Daten sei nicht nur eine Frage der persönlichen Sicherheit, sondern der nationalen Cybersicherheit.
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