BANGKOK, THAILAND – Ab 20.06.2026 steigt die Passagiergebühr für ausreisende internationale Fluggäste an sechs großen Flughäfen von 730 auf 1.120 Baht pro Person, was einem Plus von 53% entspricht. Der staatlich dominierte Betreiber Airports of Thailand (AOT) verteidigte den Schritt mit Verweis auf internationale Praxis, geplante Großinvestitionen und eine Stärkung seiner Finanzlage.
Deutliche Anhebung an sechs Flughäfen
Die neue Passenger Service Charge (PSC) gilt für internationale Abflüge von Suvarnabhumi, Don Mueang, Phuket, Hat Yai, Chiang Mai und Chiang Rai und wird wie bisher in den Flugticketpreis eingerechnet.
Für Inlandsreisende bleibt die Gebühr nach Angaben von AOT unverändert bei 130 Baht, sodass die Erhöhung ausschließlich den Auslandverkehr trifft.
Entscheidung der Luftfahrtbehörde und Begründung
Die Anpassung war am 3.12.2025 von der Civil Aviation Board genehmigt worden, wie AOT-Präsidentin Paweena Jariyathitipong am Freitag bestätigte.
Sie verwies auf Studien, wonach der PSC-Anteil im Verhältnis zu Flugpreis und sonstigen Reisekosten gering sei und daher die Reiseentscheidung der Passagiere voraussichtlich nicht beeinflusse.
Milliarden für neues Terminal und Finanzstärke
Nach Unternehmensangaben rechnet AOT in dem im Jahr 2027 endenden Haushaltsjahr mit zusätzlich rund 13 Milliarden Baht aus der höheren Gebühr, die als Investitionskapital für künftige Projekte dienen sollen.
Ein Schwerpunkt ist der Bau eines neuen Südterminals am Flughafen Suvarnabhumi mit einem Projektvolumen von über 200 Milliarden Baht, das langfristig Kapazitäten erweitern und Engpässe entschärfen soll.
Argument internationale Praxis und Gebührensystem
AOT betonte, die Mehreinnahmen dienten dazu, die eigene Kostenstruktur zu verbessern, die Abhängigkeit von Krediten und Zinslasten zu senken und die finanzielle Widerstandsfähigkeit zu stärken, nicht aber zur maximalen Gewinnsteigerung.
Der Betreiber verwies zudem darauf, dass weltweit mehr als 90% der Flughäfen Gebühren sowohl für abfliegende als auch für Transit- und Transferpassagiere erheben, während das Land weiterhin nur abfliegende Gäste belaste und damit auf langfristiges Potenzial verzichte.
Kritik an Servicequalität und internationalem Vergleich
Der frühere stellvertretende Vorsitzende der Democrat Party, Samart Ratchapolsitte, stellte die Erhöhung grundsätzlich infrage und erklärte, entscheidend sei weniger die Höhe der Gebühr als die Gegenleistung für die Reisenden.
Er warnte, dass die Gebühr in Suvarnabhumi nach der Anpassung teilweise über dem Niveau vieler weltweit führender Drehkreuze liegen werde, obwohl der Airport im jüngsten Skytrax-Ranking nur Platz 39 belege.
Bedenken zu Ticketpreisen und Wettbewerbsfähigkeit
Samart verwies auf Orientierungswerte anderer großer Flughäfen wie Changi in Singapur mit etwa 1.600 Baht sowie Hamad in Doha, Tokyo Haneda, Seoul Incheon, Tokyo Narita und Hongkong mit Gebühren zwischen rund 370 und 800 Baht.
Er schätzte, dass Billigflugtarife auf typischen vier- bis fünfstündigen Strecken mit Ticketpreisen von 4.000 bis 5.000 Baht durch die PSC-Erhöhung um etwa 7–10% steigen könnten, was die Preisattraktivität des Standorts mindern und Touristen zu günstigeren Zielen lenken könnte.
Forderung nach sichtbaren Verbesserungen für Fluggäste
Samart argumentierte, die Einnahmen aus der PSC müssten transparent in konkrete Serviceverbesserungen fließen, etwa kürzere Schlangen an Immigration und Sicherheitskontrollen, schnellere Gepäcksysteme, ausreichende Sitzplätze und Sanitäranlagen, stabiles Hochgeschwindigkeits-WLAN sowie voll funktionsfähige Self-Check-in- und Biometriesysteme.
Wenn Passagiere die Verbesserungen klar sehen können, sind die meisten aus seiner Sicht bereit zu zahlen, erklärte er und betonte, höhere Preise seien an sich kein Problem, solange sie echten Mehrwert für Reisende schaffen.
✈️ Mehr zahlen – besser reisen?
53 Prozent mehr Flughafengebühr. 1.120 Baht pro internationalem Abflug.
Ist das eine notwendige Investition in moderne Infrastruktur – oder wird Thailand für Reisende langsam zu teuer?
Würdet ihr höhere Gebühren akzeptieren, wenn Service, Wartezeiten und Komfort spürbar besser werden?
Diskutiert mit.



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