YALA – Nach einer dramatischen, achtstündigen Schießerei ist ein mutmaßlicher Anführer einer militanten Gruppe tot. Der Mann stand im Verdacht, für die koordinierten Anschläge auf elf Tankstellen verantwortlich zu sein.
Acht Stunden langer Feuerkampf in Yala
In den frühen Morgenstunden des Dienstags stürmten Polizei und Militär ein Haus im Dorf Ban Pohyani. Sie wollten Nasruloh Sama (37) festnehmen, einen landesweit gesuchten Verdächtigen.
Doch der Mann leistete heftigen Widerstand. Der erste Schusswechsel begann kurz nach Mitternacht, ein zweiter folgte gegen 3:50 Uhr. Selbst nach Verhandlungsversuchen durch lokale Führer gab der Verdächtige nicht auf.
Erst nach acht langen Stunden stoppten die Schüsse. Die Einsatzkräfte fanden Nasruloh Sama tot im Haus – mit einem Gewehr an seiner Seite.
Verdacht auf Beteiligung an zahlreichen Anschlägen
Der getötete Mann stand auf der Fahndungsliste. Vier Haftbefehle lagen gegen ihn vor. Der schwerwiegendste Vorwurf: seine mutmaßliche Beteiligung an den koordinierten Bomben- und Brandanschlägen auf elf PTT-Tankstellen.
Diese Attacken hatten am 11. Januar in den drei südlichen Grenzprovinzen Yala, Pattani und Narathiwat für Angst und Schrecken gesorgt. Er galt als einer der Drahtzieher.
Zudem wird ihm eine Beteiligung an einem hinterhältigen Überfall im Jahr 2019 vorgeworfen, bei dem 15 Freiwillige der Dorfverteidigung und ein Ehepaar getötet wurden.
Sicherheitskräfte befürchten Vergeltungsschläge
Die Tötung des mutmaßlichen Anführers ist ein schwerer Schlag für die militante Szene. Doch sie birgt auch Gefahren.
Polizei und das Vierte Heeresgebiet haben die Sicherheitsvorkehrungen in den drei Unruheprovinzen sofort massiv verschärft. Es wird mit möglichen Vergeltungsaktionen durch Extremistengruppen gerechnet.
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Die Lage im tiefen Süden Thailands bleibt angespannt und unberechenbar. Die Sicherheitskräfte sind in höchster Alarmbereitschaft.
Operation zeigt neue Entschlossenheit der Behörden
Die lange und risikoreiche Operation zeigt die neue Entschlossenheit der thailändischen Sicherheitsbehörden. Sie gehen nun offensiver gegen mutmaßliche Anführer von Netzwerken vor.
Durch die Beseitigung einer Schlüsselfigur hoffen sie, die Planung und Durchführung weiterer Anschläge zumindest zu erschweren.
Ob dies den gewünschten Effekt hat oder die Gewaltspirale weiter antreibt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
Chronik der Gewalt im tiefen Süden
Die südlichen Grenzprovinzen Thailands sind seit Jahrzehnten Schauplatz eines separatistischen Konflikts. Immer wieder kommt es zu Anschlägen auf staatliche Einrichtungen, Morden und Bombenleger.
Die Sicherheitskräfte stehen vor der schwierigen Aufgabe, die Zivilbevölkerung zu schützen und gleichzeitig die militanten Strukturen zu zerschlagen.
Die tödliche Konfrontation in Yala ist ein weiteres, trauriges Kapitel in diesem langwierigen und komplexen Konflikt.
🗣 Sieg der Sicherheit – oder Treibstoff für neue Gewalt?
Acht Stunden Schüsse. Ein toter Hauptverdächtiger. Und eine Region, die seit Jahrzehnten zwischen Angst, Misstrauen und Vergeltung lebt.
Bringt dieser Einsatz echte Sicherheit – oder beginnt jetzt erst die nächste Eskalationsstufe?
Ist militärische Härte die einzige Sprache, die hier noch wirkt, oder fehlt seit Jahren genau das, was Gewalt langfristig stoppt?



