Thailand in der Ärzte-Krise: Nur 72% der Stellen besetzt – Neun Provinzen im Notstand
Thailands Gesundheitswesen steuert auf einen Kollaps zu: Das Gesundheitsministerium bestätigt einen dramatischen Ärztemangel – nur 72% der benötigten Stellen sind besetzt! Besonders betroffen sind neun Provinzen, wo die medizinische Versorgung akut gefährdet ist. Gleichzeitig steigen die Kündigungen von Ärzten rasant an.
Alarmierende Zahlen:
25.490 Ärzte fehlen
Dr. Somrerk Jungsaman, ständiger Sekretär des Gesundheitsministeriums, legte dem Medical Council erschütternde Daten vor: Statt der benötigten 35.578 Arztstellen sind derzeit nur 25.490 besetzt. Das entspricht einer Fehlquote von 28% – ein gefährlicher Zustand für das thailändische Gesundheitssystem.
Die Kündigungswelle verschärft die Krise: Waren es 2020 noch 789 austretende Ärzte, stieg die Zahl bis 2024 auf 1.201 an – eine besorgniserregende Entwicklung, die das System an den Rand des Kollapses bringt.
Neun Provinzen in kritischer Lage
Besonders dramatisch ist die Situation in neun Provinzen:
• Bueng Kan (nur 44% der Stellen besetzt)
• Samut Prakan
• Nong Bua Lamphu
• Nakhon Phanom
• Nonthaburi
• Sa Kaeo
• Loei
• Chaiyaphum
• Mae Hong Son
In den Gesundheitsregionen 2, 4 und 8 sind sogar nur 61%, 63% und 66% der Stellen besetzt. Patienten müssen hier mit langen Wartezeiten und überlastetem Personal rechnen.
Sechs-Punkte-Notplan soll Rettung bringen
Das Ministerium reagiert mit einem radikalen Reformpaket für die 2.795 Medizinstudenten, die 2026 ihren Abschluss machen werden:
1. Priorisierung von Mangelgebieten: Neue Ärzte müssen zuerst in unterversorgte Provinzen
2. Flexiblere Umsetzungen: Anpassung von Stipendienprogrammen für grenzüberschreitende Einsätze
3. Regionale Unterstützung: Rotation von Ärzten zwischen Krankenhäusern
4. Finanzielle Anreize: Höhere Gehälter und beschleunigte Karrierechancen
5. Spezialisierungs-Förderung: Für Facharztausbildungen in Mangelregionen
6. Budgetäre Unterstützung: Regionale Fonds für bessere Bezahlung
Karriere-Anreize als Lockmittel
Für Ärzte, die in Mangelregionen gehen, bietet das Ministerium verlockende Konditionen: Nach zwei Jahren können sie eine Facharztausbildung in Kernbereichen beginnen, nach drei Jahren in allen Fachrichtungen.
„Das aktuelle Zuteilungssystem versagt“, räumt Dr. Somrerk ein. 2025 musste das Ministerium bereits auf nicht-affiliierte Ärzte zurückgreifen, um Lücken zu stopfen – eine Notlösung, die keine Dauerlösung sein kann.
Wird Thailands Gesundheitswesen kollabieren?
Die Uhr tickt für Thailands medizinische Versorgung. Während die Bevölkerung altert und die Ansprüche steigen, verlassen immer mehr Ärzte das System. Der Notplan des Ministeriums ist ambitioniert – doch ob er ausreicht, um die Krise abzuwenden, bleibt ungewiss.
Ist das Gesundheitssystem am Limit?
Wie bewerten Sie die dramatische Entwicklung im thailändischen Gesundheitssystem? Sollte die Regierung mehr Anreize schaffen, um Ärzte in ländliche Regionen zu bringen – oder liegt das Problem tiefer im System? Teilen Sie Ihre Meinung.




Thailand ist in der Abwärtsspirale. Hier ist eine schicke Uniform mit vielen Orden viel mehr Wert als Bildung.
Thailand müsste Fachärzte aus dem Ausland zulassen. Aber meines Wissens nach müssen ausländische Ärzte erst noch in Thailand übliche Fachprüfungen absolvieren, ggf. auch noch mehrere Semester Medizin studieren. Es reicht wohl nicht, schon in einem Land, das zur ersten Welt zählt, Medizin studiert zu haben. Wenn man aus der zweiten Welt in die erste Welt kommt, ist es ja verständlich, wenn die fachlichen Fähigkeiten erst noch bewiesen bzw. erweitert werden müssen, aber umgekehrt auch noch? Zählt sich Thailand etwa zur ersten Welt? Natürlich gibt es auch in Thailand Spitzenärzte, aber wo haben die studiert und wie viele Jahre als Arzt gearbeitet?
Je höher die Ansprüche eines Landes, desto schwieriger die Personalfindung. In Deutschland wird auch geklagt, dass so viele Ausländer in ihren akademischen Berufen nicht arbeiten können, die verantwortlichen Behörden hängen die Messlatte aber eventuell auch zu hoch.