AirPods verraten Drogenversteck auf Urlaubsinsel

AirPods verraten Drogenversteck auf Urlaubsinsel
Bangkok Post

KO PHA-NGAN – Was mit einem einfachen Diebstahl begann, endete in einem spektakulären Polizei-Einsatz. Eine finnische Touristin verfolgte ihre geklauten AirPods per Handy-Ortung – und führte die Beamten so unfreiwillig zu einem Drogen-Umschlagplatz.

Diebstahl am Morgen – Verfolgung am Nachmittag

Die 29-jährige Matilda Daka aus Finnland machte am Donnerstagmorgen eine böse Entdeckung. Ihre weißen Apple AirPods waren aus ihrer Unterkunft in Ban Tai gestohlen worden.

Sie informierte sofort die Touristenpolizei Division 5. Zusammen mit den Beamten aktivierte sie den „Find My“-Service ihres iPhones.

Das Signal führte sie und die Polizei zu einem Haus im nahegelegenen Moo 2, Ban Tai. Die Spannung stieg mit jedem Meter.

Schockmoment im Drogenversteck

Als die Gruppe das Haus betrat, bot sich ein surrealer Anblick. Sie trafen auf den 55-jährigen Thailänder Thanin, der gerade dabei war, Drogen zu verpacken.

In diesem Moment drückte Matilda Daka auf ihrem iPhone die Funktion „Sound abspielen“. Ein lauter Piepton ertönte aus den versteckten AirPods.

Der Drogenverdächtige geriet in Panik. Völlig überrascht flüchtete er Hals über Kopf aus dem Haus und verschwand im Dschungel der Berge.

Die Beute: Ein ganzes Drogenlager

Die zurückgelassene Ausbeute war enorm. Die Polizei beschlagnahmte 523 Gramm Crystal Meth, fünf Methamphetamin-Tabletten (Yaba) und 77,7 Gramm MDMA (Ecstasy).

Dazu kamen Utensilien zum Abpacken und 19 Beweisstücke – darunter natürlich die AirPods und der Personalausweis des Flüchtigen, Thanin.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

„Ein klassischer Drogen-Umschlagplatz für den lokalen Vertrieb“, ordnete ein Beamter den Fund ein.

Live-Bestellung während der Hausdurchsuchung

Mitten in der Durchsuchung klingelte plötzlich ein Telefon im Haus. Ein Anrufer bestellte Drogen im Wert von 500 Baht (ca. 12,50 Euro).

Die Polizei wartete ab. Kurz darauf traf der 35-jährige Channarong mit dem Motorrad ein, um die Ware abzuholen. Er wurde sofort festgenommen.

Ein Drogentest war positiv. Channarong gestand, bereits mehrfach bei Thanin gekauft zu haben. Ihn erwarten Anklagen wegen Drogenkonsums und Fahrens unter Drogeneinfluss.

Die kuriose Verbindung: AirPods gegen Drogen

Die Ermittlungen ergaben eine bizarre Verbindung. Der ursprüngliche Dieb der Kopfhörer hatte die AirPods an Thanin verkauft – im Tausch gegen Drogen.

Der Dieb konnte bereits identifiziert werden und wird wegen Diebstahls angeklagt. Für den flüchtigen Thanin beantragt die Polizei nun einen Haftbefehl.

Ihm wird Besitz von Betäubungsmitteln der Kategorie 1 zum Verkauf und zur Verteilung vorgeworfen. Die Fahndung läuft auf Hochtouren.

Ein Fall von spektakulärer Ironie

Dieser Zufallsfund zeigt die Allgegenwärtigkeit des Drogenproblems auf der Party-Insel. Gleichzeitig beweist er den Ermittlungswillen der Touristenpolizei.

Für die finnische Touristin endete die Geschichte halbwegs glücklich. Sie bekam ihre AirPods zurück und wurde zur unfreiwilligen Heldin eines Polizei-Coups.

Ohne ihre Technik und ihren Mut wäre das Drogenlager wohl noch lange unentdeckt geblieben. Ein Sieg für die Zivilcourage – und ein harter Schlag für die lokale Drogenszene.

🗣 Wenn Technik schneller ist als Kriminelle

Ein verlorenes Gadget. Ein Klick auf „Ton abspielen“. Und plötzlich flieht ein mutmaßlicher Dealer in den Dschungel. Wie viele Verbrechen bleiben unentdeckt, nur weil niemand weiß, wo er suchen soll?
Sind Tracker und Apps die neuen Ermittler im Hintergrund – oder ein stilles Überwachungssystem, das wir längst akzeptiert haben?
Und die unbequeme Frage: Wie viele „Urlaubsinseln“ leben längst in zwei Welten – Postkartenidylle vorn, Drogenökonomie im Schatten?

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: Bangkok Post

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert