Alarmstufe Rot: Bangkok erstickt im Smog

Alarmstufe Rot: Bangkok erstickt im Smog
Nannalin Tiengtae, Bangkok Post

BANGKOK – Die Situation ist dramatisch: Am Dienstag erreichte der gefährliche Feinstaub in der Hauptstadtregion das Dreifache des Grenzwerts. Ein gesundheitlicher Notstand, der fast das ganze Land erfasst.

So giftig ist die Luft wirklich

Die Zahlen des Geo-Informatics and Space Technology Development Agency sind erschreckend. Um 8 Uhr morgens zeigte die Karte eine dunkelrote Gefahrenzone über Groß-Bangkok und 19 weiteren Provinzen.

Die Werte für PM2.5-Feinstaub lagen zwischen 78,8 und 116,4 Mikrogramm pro Kubikmeter. Der thailändische Sicherheitsgrenzwert liegt bei 37,5 µg/m³.

Spitzenreiter ist Samut Sakhon mit unglaublichen 116,4 µg/m³. Bangkok selbst erreichte 104,7 µg/m³, Nonthaburi und Samut Prakan liegen bei 102,8.

Diese Provinzen sind in der Roten Zone

Die Liste der am stärksten betroffenen Gebiete liest sich wie ein Who-is-who der Wirtschaftsprovinzen: Samut Songkhram, Pathum Thani, Ayutthaya, Chon Buri, Rayong.

Die giftige Wolke hat auch Ratchaburi, Phetchaburi, Saraburi und Kanchanaburi fest im Griff. Insgesamt 20 Provinzen sind in der akut gesundheitsschädlichen roten Zone.

In diesen Gebieten wird dringend davon abgeraten, sich im Freien aufzuhalten. Asthmatiker, Kinder und Ältere sind extrem gefährdet.

Gistda

Orange Alarm in 24 weiteren Provinzen

Die Krise ist kein lokales Phänomen. Weitere 24 Provinzen melden orangefarbene Warnstufe, in der die Gesundheit bereits beeinträchtigt wird.

Dazu gehören Touristenziele wie Prachin Buri, Chanthaburi, Trat und Wirtschaftszentren wie Nakhon Ratchasima und Khon Kaen.

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Selbst in Chiang Mai und Chiang Rai, oft selbst Smog-Hotspots, ist die Luft heute mit Werten um 24,9 µg/m³ vergleichsweise gut. Ein schwacher Trost.

Nur zwei Provinzen atmen auf

Eine echte Ausnahme bilden nur zwei Provinzen im ganzen Land: Mae Hong Son und Ranong.
Hier herrscht mit Werten von 14 und 15 µg/m³ tatsächlich „sehr gute“ Luftqualität. Für die Bewohner der Smog-Hölle Bangkok ein unerreichbarer Traum.

Die Luftverschmutzung hat sich zu einer nationalen Katastrophe entwickelt, die Wirtschaft, Gesundheit und Alltag lahmlegt.

Was die Behörden jetzt raten

Das Gesundheitsministerium warnt vor akuten Atemwegsproblemen und langfristigen Schäden. Die unsichtbaren Partikel dringen tief in Lunge und Blutbahn ein.

Empfohlen wird: Aktivitäten im Freien strikt meiden, Fenster geschlossen halten, Luftreiniger einsetzen und beim Verlassen des Hauses FFP2-Masken tragen.

Die Ursachen sind bekannt: Autoabgase, Industrie-Emissionen, offenes Verbrennen von Abfällen und ungünstige Wetterlagen. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Die Bevölkerung muss durchhalten.

😷 Smog außer Kontrolle – warum bekommt Thailand das nicht in den Griff?

Feinstaubwerte bis über 100 µg/m³, rote Zonen in Bangkok und 19 Provinzen. Für Millionen Menschen wird jeder Atemzug zur Belastung.
Sind das noch saisonale Probleme – oder längst ein politisches Versagen?
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Quelle: Bangkok Post

Ein Kommentar zu „Alarmstufe Rot: Bangkok erstickt im Smog

  1. Gar keine Frage, die Luftqualität ist insbesondere durch die erneute Inversionswetterlage nicht gut. Ich habe ja das zweifelhafte Vergnügen mich tagtäglich zweimal durch den Berufsverkehr in Hua Hin quälen zu dürfen. Von meinem BYD werden ständig aktuell die PM 2,5 Luftverschmutzungen gemessen. Das ist schon beeindruckend wenn man insbesondere hinter älteren Verbrennern her fährt und diese die lokale Belastung auf 200 µg/m³ und noch mehr hoch jagen. Klar, es sind diese mobilen Luftverpester, wie auch im Artikel richtig dargestellt nicht allein. Aber wenn man in dieser Jahreszeit und den aktuellen Wetterlagen nicht einmal diese Stinker schleunigst aus den Städten rauskriegt kann es selbst im Ansatz nicht besser werden.
    Ich bin der Meinung, dass da nur noch ganz radikale Maßnahmen helfen könnten. Aber irgendwie sehe ich da überhaupt keinen Weg in dieser Konsensgesellschaft, wo man niemanden auch nur im Entferntesten auf die Zehen treten darf. Und so bleibt nur, dass man diesbezüglich Empfindliche weiter leiden lässt und faktisch sehr viele zu Opfern dieser Gesellschaftsordnung macht. Das mag man, z.B. ich für falsch halten. Aber das ist Thailand und deshalb können und müssen das die Thailänder regeln.

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