Alterswohnsitz Thailand: Mein Weg

Warum ein deutscher Weltenbummler in Buriram, Thailand sein Lebensglück fand, wie er dort Heimat erlebte und warum er nie wieder zurück will.

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Absender: Hans M., Buriram, Thailand
Betreff: Mein neues Zuhause in Thailand

Sehr geehrte Redaktion,

ich bin 72, geboren in einem Kaff bei Köln, wo die Welt aus fünf Straßen und einem Tante-Emma-Laden bestand. Mit 20 hab ich die Koffer gepackt, erst die USA, sechs Staaten, unzählige Umzüge, immer auf der Suche nach etwas, das ich nicht mal benennen konnte. Heute sitze ich in meinem kleinen Haus in Buriram, Thailand, und weiß: Das ist mein Platz. Hier mein Weg, wie ich als Weltenbummler endlich Frieden fand und warum ich nie zurück will.

In den USA war ich der Typ, der nie Wurzeln schlug. Zwei Jahre hier, drei Jahre da, neue Jobs neue Abenteuer, neue Adressen. Freiheit? Klar. Aber auch Einsamkeit. Deutschland war nur noch eine ferne Erinnerung, die Schlagzeilen las ich wie Postkarten von Fremden. Irgendwann, mit über 60, fragte ich mich: Was will ich eigentlich? Die Antwort kam in Thailand.

Buriram ist nicht Phuket oder Bangkok. Keine Palmenstrände, kein Neonlicht. Stattdessen: Reisfelder, freundliche Nachbarn, Ruhe. Mein erstes Haus hier war ein Test. Das zweite fühlte sich schon nach Heimat an. Jetzt, im dritten, hab ich meinen Rekord aufgestellt: drei Jahre am selben Ort. Für einen wie mich, der nie stillstand, ist das eine Ewigkeit. Hier grüßt man sich, auch wenn man sich nicht kennt. Hier brauch ich keinen Luxus, nur einen Kaffee am Morgen und den Sonnenuntergang.

Die USA? Cheeseburger und Football sind nur noch Geschichten aus einer anderen Zeit. Deutschland? Höflich gesagt: Ich hab’s nicht vermisst. Ich lese von Staus, Steuern und Stress und bin froh, hier zu sein. Thailand hat mir gezeigt, dass Heimat kein Ort ist, sondern ein Gefühl. In Buriram hab ich es gefunden.

Manchmal denk ich darüber nach: Wohin, wenn Thailand nicht mehr geht? Vielleicht ein Wohnmobil in den USA, irgendwo zwischen Wüste und Meer. Oder ein anderes Land, das einen alten Mann mit ein paar Geschichten akzeptiert. Aber ehrlich? Ich will nicht weg. Ich bin kein Nomade mehr. Ich bin angekommen in Buriram, im Leben, in mir.

Auswandern nach Thailand klingt nach einem Traum, aber es ist Arbeit. Informiert euch über Visa, lebt bescheiden, respektiert die Kultur. Thailand ist kein Paradies für Party oder Luxus – es ist ein Ort für Ruhe und Neuanfang. Für mich, den Langzeitexpat, ist es der Alterswohnsitz, den ich mir immer gewünscht habe.

Mit sonnigen Grüßen aus Buriram,
Hans M.

Der Leserbrief wurde redaktionell behutsam überarbeitet, wobei Inhalt und Aussage des Verfassers unverändert erhalten blieben. Für die Richtigkeit der angegebenen Informationen übernimmt die Redaktion keine Haftung. Reaktionen und Kommentare bitten wir ausschließlich über die Kommentarfunktion auf unserer Facebook-Seite oder in unserem Online-Forum zu teilen. Antworten per E-Mail können aus zeitlichen Gründen nicht berücksichtigt werden.

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