Pattaya: Taxi-Revierkampf eskaliert

🛵⚠️ Ein harmloser App-Auftrag endet im Krankenhaus: Vor einer bekannten Mall wird ein Fahrer attackiert, zu Boden gerissen und geschlagen. Alte Revierkämpfe oder gezielte Gewalt? Warum geriet die Situation völlig außer Kontrolle?

Pattaya: Taxi-Revierkampf eskaliert
The Pattaya News

PATTAYA, THAILAND – Ein 29-jähriger Motorradfahrer eines App-Fahrdienstes ist in Pattaya von mehreren Fahrern eines Motorradtaxi-Standes angegriffen und verletzt worden. Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Regulierung von Ride-Hailing-Diensten auf.

Angriff vor Einkaufszentrum Central Mall

Der Vorfall ereignete sich vor der Central Mall Pattaya an der belebten Pattaya Second Road. Dort stehen traditionell die orange gekennzeichneten Motorradtaxis, die feste Abholbereiche beanspruchen. Das Opfer, Tosakorn Sirimaneechai, war nach eigenen Angaben über die App „Bolt“ zu einem Fahrgast in die Nähe dieses Standes bestellt worden.

Versuch zur Konfliktvermeidung scheitert

Um Streitigkeiten mit den dortigen Fahrern zu vermeiden, habe Tosakorn seinen Fahrgast gebeten, einen Abstand zum Stand zu halten. Trotz dieser Vorsichtsmaßnahme wurden mehrere Fahrer des Standes auf ihn aufmerksam und näherten sich ihm.

Gewalttätiger Übergriff und Körperverletzung

Laut seiner Aussage vor der Polizei wurde der App-Fahrer von der Gruppe angegriffen. Bei dem Übergriff wurde er mehrfach geschlagen und sein Motorrad umgestoßen. Ein Angreifer setzte nach Angaben des Opfers einen Schlagstock ein, wodurch Tosakorn erhebliche Verletzungen erlitt, die eine medizinische Behandlung erforderlich machten.

Messer-Missverständnis bei Fluchtversuch

Während Tosakorn zu fliehen versuchte, löste sich nach seiner Darstellung ein an seinem Motorrad befestigtes Cuttermesser und fiel auf die Straße. Als er sich bückte, um das Werkzeug aufzuheben, beschuldigte ihn die Gruppe, eine Waffe zu ziehen.

In der Folge wurde er erneut gepackt und zurückgezerrt. Nach einem zweiten Angriff konnte sich der Fahrer losreißen und vom Tatort entfernen.

Anzeige und Forderung nach besserer Regulierung

Kurz nach Mitternacht erstattete Tosakorn auf der Polizeiwache Pattaya City Anzeige. Zuständiger Ermittler ist Pol. Lt. Itthiphon Tangchuthawet. Der 29-Jährige forderte die Behörden auf, strafrechtlich gegen die mutmaßlichen Angreifer vorzugehen.

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ZUM ANGEBOT

Darüber hinaus sprach sich das Opfer für verstärkte Kontrollen an Motorradtaxi-Ständen aus, um Einschüchterungen gegenüber Fahrgästen und App-Fahrern zu unterbinden. Die fehlende Regulierung von Ride-Hailing-Diensten könnte zu solchen Konflikten führen, warnt der Fahrer.

Polizei wertet Videoaufnahmen aus

Die Polizei hat die Strafanzeige angenommen und mit der Beweissicherung begonnen. Dazu gehört die Auswertung von CCTV-Aufnahmen aus dem Bereich vor der Central Mall:

• Sichtung von Überwachungsvideos
• Identifizierung der beteiligten Fahrer
• Vorbereitung strafrechtlicher Schritte

Ziel der Ermittlungen ist es, die mutmaßlichen Angreifer zu identifizieren und die strafrechtliche Verfolgung einzuleiten. Der Vorfall beleuchtet erneut die Spannungen zwischen traditionellen Motorradtaxis und App-Diensten in der Küstenstadt Pattaya.

Strukturelle Konflikte zwischen alten und neuen Mobilitätsangeboten

Der Konflikt zwischen App-Fahrern und traditionellen Motorradtaxi-Ständen ist kein isolierter Vorfall. In Pattaya und anderen Städten Thailands gibt es regelmäßig Spannungen, wenn neue Mobilitätsdienste in etablierte Märkte eindringen.

Expertinnen und Experten sehen hier ein Systemversagen: Fehlende klare Regelungen für Ride-Hailing-Dienste führen dazu, dass traditionelle Taxifahrer ihre Einnahmen bedroht sehen. In dieser Atmosphäre der Unsicherheit können Konflikte schnell eskalieren.

Braucht Pattaya endlich klare rechtliche Rahmenbedingungen für Ride-Hailing-Dienste wie Bolt und Grab?
Oder ist entschiedenes polizeiliches Handeln gegen gewalttätige Übergriffe der erste notwendige Schritt?

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Quelle: The Pattaya News

3 Kommentare zu „Pattaya: Taxi-Revierkampf eskaliert

  1. Lösungsansatz:
    Lebenslanger Verlust der Weste und 10 Jahre Knast. Der nächste überlegt es sich dann vielleicht…

  2. Der Vorschlag von Herrn Pepermans ist radikal und berücksichtigt nicht die Existenzängste der Fahrer, die von ihrer Dienstleistung leben müssen, egal welcher Fraktion. Diese Fahrer sind eigentlich „abgehängt“ von einer soliden Berufsausbildung, die ihnen ein beständiges Einkommen beschert. Auf der einen Seite benötigt die Industrie Fachkräfte und auf der anderen werden zu wenig ausgebildet. In diesem System kann man nur als Tagelöhner oder selbstständiger Fahrer überleben. Auf Dauer keine Lösung! Beschränkt die Anzahl der Fahrer und gebt den jungen Menschen eine solide Ausbildung als Elektriker, Maler, Schlosser usw. die immer gebraucht werden. Schon entspannt sich der Markt und diese Menschen haben eine Zukunft.

  3. # Wolf – Bitte verraten sie doch HIER – woher all DIE AUSBILDER her kommen sollen ?

    Bekanntermaßen – ist der CHEF – selber nur wenig (also kaum) ausgebildet worden, er handelt also nach dem Motto: Learning by doing !!!

    Außerdem – auch eine Ausbildung in Thailand – kostet Geld, Geld was viele kleine Betriebe scheuen auszugeben. Darüberhinaus – manch einer bildet dann aus + kurze Zeit später NACH DER AUSBILDUNG macht sich jemand selbständig + seinem ehemaligen Ausbildungsbetrieb Konkurrenz. Dieser wird anschließend – sich 3x überlegen – ob sich ausbilden überhaupt lohnt.

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