PATTAYA, THAILAND – Der britische Modeunternehmer und ASOS-Mitgründer Quentin Griffiths ist am 9. Februar in Pattaya aus seiner Wohnung im 17. Stock gestürzt und gestorben, während gegen ihn ein Betrugsurteil und ein weiteres Strafverfahren liefen. Die Polizei geht nach bisherigen Erkenntnissen von einem Suizid aus, endgültige rechtsmedizinische Ergebnisse stehen jedoch noch aus.
Sturz aus dem 17. Stock und erste Ermittlungen
Nach Angaben der Ermittler fanden Einsatzkräfte den 58-Jährigen am 9. Februar leblos auf dem Boden vor dem Hochhaus in Pattaya, vor dem Hintergrund laufender Strafverfahren und bevorstehender juristischer Gespräche mit seiner Ex-Frau.
Die Tür zu seiner Wohnung sei von innen verschlossen gewesen, Hinweise auf ein Eindringen von außen oder weitere Personen in dem Apartment habe es nicht gegeben.
Hinweise in der Wohnung und Suizid-Einstufung
In der Wohnung stellten Beamte mehrere Flaschen Wein sowie Unterlagen sicher, die unmittelbar mit den Verfahren vor dem Pattaya Provincial Court in Verbindung standen.
Auf dem Balkon fanden die Ermittler zudem einen Flechtstuhl direkt an der Brüstung, weshalb der Fall nach derzeitigem Stand als Suizid eingestuft wurde, auch wenn eine vollständige Obduktion noch Monate dauern könne.
Betrugsurteil und zweites Verfahren
Bereits am 21. Oktober 2025 war Griffiths laut dem ranghohen Polizeibeamten Lieutenant Colonel Worapoj Lallitjirakul vom Pattaya Provincial Court wegen Betrugs und Urkundenfälschung schuldig gesprochen und zu einem Jahr und sechs Monaten Haft verurteilt worden.
Die Akte war als Red Case A1355/2568 registriert, doch weil Griffiths Berufung eingelegt hatte, blieb er gegen Kaution auf freiem Fuß, durfte das Königreich jedoch nicht verlassen.
Streit um Immobilienfirma und laufende Klage
Ausgangspunkt der Ermittlungen waren Vorwürfe einer früheren Ehefrau, wonach er bei einer gemeinsamen Immobilienfirma Unterlagen gefälscht und sie ohne Berechtigung als Direktorin abberufen haben soll, wobei es um eine Familienimmobilie ging.
Parallel dazu lief unter der Aktennummer Black Case A310/2568 ein zweites Strafverfahren vor dem Gericht in Pattaya, das zum Zeitpunkt seines Todes noch nicht entschieden war und ihn weiter juristisch belastete.
Festnahme am Flughafen und Videoaufnahmen
Die Ermittlungen hatten im Januar 2025 begonnen, als Griffiths am 15. Januar unmittelbar nach der Landung eines First-Class-Flugs aus London am Flughafen Suvarnabhumi festgenommen wurde.
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Auf Videoaufnahmen, die später von der britischen Zeitung The Sun veröffentlicht wurden, war zu sehen, wie er äußerlich ruhig mit den Beamten kooperierte, seinen Koffer selbst in das Polizeiauto hob und während der Fahrt Nachrichten auf seinem Mobiltelefon schrieb.
Geplante Vergleichsgespräche kurz vor dem Tod
Nach Angaben eines weiteren Beamten, Police Colonel Anek Sarathongyoo, standen kurz vor seinem Tod Verhandlungen zwischen Griffiths und den Anwälten seiner Ex-Frau an, bei denen eine mögliche Vergleichslösung erörtert werden sollte.
Zwei Tage vor dem angesetzten Termin zu diesen Gesprächen stürzte Griffiths jedoch von seinem Balkon in Pattaya und starb noch am Unfallort.
Vermögen, Karriere und Familienkonflikt
Griffiths galt als Multimillionär, hatte als Mitgründer und früherer Marketingdirektor von ASOS gearbeitet und 2010 Unternehmensanteile im Wert von rund 15 Millionen Pfund verkauft, bevor er 2013 eine weitere Aktienausschüttung erhielt.
Parallel lief ein Sorgerechtskonflikt, in dem er das Sorgerecht für drei gemeinsame Kinder erstritten hatte, während seine frühere Ehefrau Ploy erklärte, sie sei inzwischen die gesetzliche Vormundin und mache sich große Sorgen um deren Verbleib und Wohlergehen.
Ex-Frau distanziert sich von Geschäften und Medien
Ploy betonte, sie habe „keine Kenntnis von irgendwelchen geschäftlichen Problemen“ ihres Ex-Mannes und wisse nicht, wo sich die Kinder derzeit aufhielten oder ob sie von seiner Familie in England betreut würden.
Sie wies am Freitag jede Beteiligung an den Geschäften oder Vermögenswerten von Griffiths ebenso zurück wie jegliche Verbindung zu seinem Tod und kritisierte die Berichterstattung über den Fall in Teilen der britischen Medien.
Schweigen der Familie und offene Fragen
Die Familie von Griffiths lehnte es ab, sich öffentlich zu den Vorgängen zu äußern, während Polizei und Gerichte in Pattaya die formalen Verfahren im Zusammenhang mit seinem Tod und den laufenden Akten fortführen.
Trotz der vorläufigen Einstufung als Suizid bleiben damit sowohl die medizinischen Ergebnisse der Obduktion als auch die juristische Aufarbeitung der Verfahren und ihrer möglichen Folgen für Nachlass und Angehörige noch offen.



Was will man – nach MONATEN ( wie angekündigt ) – noch obduzieren ? Bei Obduktionen spielt auch immer – der ZEITfaktor – eine entscheidende Rolle zu Aufklärung der -genauen- Todesursache. Mache Todesursache, gerade wenn Medikamente / oder GHB / verabreicht wurden, läßt sich das nur STUNDEN im Körper nachweisen.