Aufstand in Abschiebehaft

Aufstand in Abschiebehaft
KhaoSod

TAK – In der Nacht zum Mittwoch brach an der thailändisch-myanmarischen Grenze das blanke Chaos aus. Über 100 chinesische Häftlinge revoltierten in einer Abschiebehaft in der Provinz Tak, zerstörten staatliches Eigentum und forderten ihre sofortige Rückführung nach China.

Revolte brach um Mitternacht aus

Der Aufstand begann kurz nach Mitternacht im Tha Sai Luat Bezirk von Mae Sot. In der von der Einwanderungsbehörde betriebenen Einrichtung eskalierten die Spannungen völlig.

Die Inhaftierten, allesamt mutmaßliche Mitglieder von Betrugsnetzwerken aus Myanmar, hatten die Kontrolle komplett verloren. Sie beschädigten Überwachungskameras und versuchten, aus der Anstalt auszubrechen.

Die alarmierten Sicherheitskräfte riefen sofort Verstärkung herbei, darunter Spezialeinheiten und zwei Feuerwehrfahrzeuge.

Wasserwerfer beendeten die Krawalle

Die Beamten versuchten zunächst, die Lage durch Ansagen auf Mandarin zu beruhigen. Sie forderten die Gruppe auf, in ihre Unterkünfte zurückzukehren.

Doch die Aufständischen schrien weiterhin nach ihrer Rückführung nach China. Die Situation eskalierte stündlich weiter.

Schließlich blieb den Behörden keine Wahl: Sie setzten Hochdruck-Wasserwerfer ein, um die Menge zu zerstreuen und die Kontrolle zurückzugewinnen.

Zwei Verletzte bei internen Kämpfen

Bei den tumultartigen Szenen wurden zwei der Insassen verletzt. Den Behörden zufolge handelte es sich um Verletzungen, die sich die Männer bei Auseinandersetzungen untereinander zugezogen hatten.

Das medizinische Personal vor Ort versorgte die Verletzten umgehend. Die genaue Ursache der internen Kämpfe ist noch unklar.

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Nach der Beruhigung der Lage wurde die Sicherheit in der gesamten Anlage massiv erhöht.

Flucht vor Verfolgung in Myanmar

Hintergrund ist ein massiver Zustrom von Ausländern über die Grenze. Die Aufständischen waren zuvor aus der myanmarischen Stadt Myawaddy nach Thailand geflohen.

Sie versuchten, einem Vorgehen der Behörden gegen Scam-Center in Myanmar zu entkommen. In Thailand wurden sie wegen des illegalen Grenzübertritts festgesetzt.

Erst kürzlich nahmen Beamte weitere 53 Chinesen in Mahawan fest, die ebenfalls über den Moei River geflohen waren.

Drei Hochsicherheits-Lager errichtet

Die thailändischen Behörden sprechen von einer wachsenden Herausforderung. Um den stetig steigenden Zahlen Herr zu werden, wurden in Mae Sot bereits drei streng bewachte Haftzentren errichtet.

„Wir behandeln alle Festgenommenen gemäß thailändischem Recht und internationalen Menschenrechtsstandards“, betonten die Beamten.

Die rechtlichen Verfahren laufen, die diplomatischen Kanäle für eine Rückführung in die Herkunftsländer wurden aktiviert.

Grenzregion im Dauerkrisen-Modus

Die Provinz Tak befindet sich in einem anhaltenden Krisenmodus. Erst vor wenigen Tagen waren bei Granatenangriffen aus Myanmar Zivilisten verletzt worden.

Jetzt belastet der humanitäre und sicherheitspolitische Druck durch Flüchtlinge und kriminelle Netzwerke die Region zusätzlich.

Die thailändische Regierung steht vor der enormen Aufgabe, Stabilität und Sicherheit an der unruhigen Grenze aufrechtzuerhalten.

🗣 Wie lange hält Thailand dieses Grenzchaos aus?

Hunderte fliehen aus Myawaddy, bringen Haftzentren an die Belastungsgrenze und liefern sich nächtliche Aufstände.

Ist Thailand vorbereitet – oder erst am Anfang einer viel größeren Migrations- und Sicherheitskrise? Diskutiert unten mit!

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Quelle: The Thaiger