PATTAYA, THAILAND – Eine Gruppe ausländischer Bewohner von Pattaya hat bei der Economic Crime Suppression Division (ECD) Strafanzeige wegen eines mutmaßlichen Anlagebetrugs im Umfang von über 300 Millionen Baht erstattet.
Anzeige bei Wirtschaftskriminalitätseinheit
Die Sammelbeschwerde wurde am 18.02. um 10 Uhr im Beschwerdezentrum des Central Investigation Bureau (CIB) in Bangkok eingereicht.
Begleitet wurden die Betroffenen von Tanakorn Jitt-itsara, auch bekannt als „Eak Tanakorn“, Präsident des Santiprachatham Club, der nach eigenen Angaben Gerechtigkeit für die Geschädigten einfordert.
Vorgehensweise der mutmaßlichen Betrüger
Nach Darstellung von Tanakorn suchten die Verdächtigen gezielt ausländische Einwohner in Pattaya in der Provinz Chonburi auf und bauten über Freizeitaktivitäten wie Sport oder Snooker Vertrauen auf.
Erst danach seien die Opfer schrittweise zu Einlagen in das angebliche Goldgeschäft überredet worden, wobei sie mit Versprechen über tägliche Erträge in Höhe von mehreren tausend Baht sowie mit Handelsregisterauszügen und Schecks von der Seriosität überzeugt worden seien.
Ausbleibende Zahlungen und Drohungen
Zu Beginn seien Dividenden nach Angaben der Gruppe tatsächlich ausgezahlt worden, bevor nach einigen Monaten Zahlungen mit Verweis auf angebliche Systemprobleme und blockierte Gelder verzögert worden seien.
Betroffene erklärten, sie seien später aufgefordert worden, rechtlich selbst aktiv zu werden, während einzelne Opfer zugleich mit körperlicher Gewalt oder Abschiebung bedroht worden seien, als sie weiter nachfragten.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Zweifel an Bankunterlagen und Ermittlungen
Nach Bankprüfungen habe sich laut den Schilderungen der Anleger herausgestellt, dass ausgestellte Schecks nicht gedeckt gewesen seien und zugehörige Konten bereits seit längerem geschlossen waren.
Die Beschwerde bei der ECD zielt nach Angaben von Tanakorn unter anderem darauf ab, den Stand der Ermittlungen und die Sicherung von Vermögenswerten bei einer großen Zahl von Geschädigten landesweit zu klären sowie mögliche Verbindungen von Staatsbediensteten oder Bankmitarbeitern zu prüfen.
Schilderung einer betroffenen Investorin
Eine 41-jährige Thailänderin, Ehefrau eines britischen Staatsbürgers, berichtete, sie habe im Mai 2024 mehr als 2 Millionen Baht investiert, nachdem sie von der scheinbaren Seriosität des Netzwerks und der Aussicht auf passive Gewinne ohne eigenen Handel überzeugt worden sei.
Nach rund vier Monaten hätten die Verdächtigen Verzögerungen mit Schwankungen des Goldpreises begründet, und als sie zunehmend Antworten forderte, sei sie nach eigenen Angaben bedroht worden, woraufhin sie Anfang 2025 Anzeige bei der Polizei erstattet habe.
Sorge über freigelassene Verdächtige
Laut Tanakorn bezieht sich die Beschwerde zudem auf die Frage, warum die Polizei in Pattaya zwar sechs Verdächtige festgenommen, später jedoch vier wieder freigelassen habe.
Die von Thaitabloid zitierte Anlegerin äußerte dem Bericht zufolge Besorgnis darüber, dass die Person, die sie zum Einstieg bewogen habe, inzwischen wieder auf freiem Fuß sei, sie ein Stocken des Verfahrens befürchte und weitere Personen in das gleiche System geraten könnten, weshalb die Gruppe nun eine vertiefte Untersuchung durch die Economic Crime Suppression Division verlangt.
💰 Goldrausch oder raffinierter Betrug?
Tägliche Rendite-Versprechen, scheinbar saubere Dokumente – und am Ende verschwundene Millionen. Betroffene sprechen von Drohungen und offenen Fragen rund um Ermittlungen und Freilassungen.
Braucht es strengere Kontrolle bei Investment-Angeboten – gerade für ausländische Anleger?
Schreib deine Meinung in die Kommentare.



Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: